OpenAI Codex: 5 Millionen Nutzer, sechsfaches Wachstum

OpenAI und Google forcieren den Wandel hin zu KI-Plattformen und nutzungsabhängigen Preismodellen. Der Wettbewerb um Marktanteile verschärft sich.

Die großen KI-Anbieter stellen ihre Geschäftsmodelle radikal um – weg von einfachen Chat-Oberflächen, hin zu komplexen Ökosystemen und nutzungsabhängigen Abos.

OpenAI setzt auf autonome Agenten

OpenAI bereitet einen tiefgreifenden Umbau von ChatGPT vor. Der Chatbot soll zur „Superapp“ werden, die Programmierwerkzeuge, autonome Agenten und Dienste Dritter integriert. Dafür hat das Unternehmen mehrere Produktteams unter der Führung von Thibault Sottiaux zusammengelegt.

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Besonders viel verspricht sich OpenAI vom Codex-Modell: Die wöchentliche Nutzerzahl ist auf fünf Millionen gestiegen – ein sechsfaches Wachstum. Der Schritt dient auch der Profitabilität vor dem geplanten Börsengang. Bereits heute stammen 40 Prozent der Umsätze von Geschäftskunden, bis Ende 2026 sollen es 50 Prozent sein.

Am 4. Juni 2026 veröffentlichte OpenAI zudem das Dreaming-V3-Update. Es verbessert die Gedächtnisgenauigkeit von mageren 9,4 auf 75,1 Prozent – bei deutlich geringerem Rechenaufwand.

Google drängt ins Unternehmensgeschäft

Auch Google forciert seine KI-Offensive: Am 4. Juni 2026 startete der Konzern die Gemini-Enterprise-Plattform. Das Toolkit in der Google Cloud ermöglicht Unternehmen, eigene KI-Agenten zu entwickeln und einzusetzen. Zu den ersten Kunden zählen Figma, Klarna und Virgin Voyages – letztere setzt über 50 verschiedene KI-Agenten ein.

Die Preise für Gemini Enterprise beginnen bei 30 Euro pro Nutzer und Monat (Jahresabonnement), die günstigere Business-Variante kostet 21 Euro. Aktuelle Tests zeigen: Während ChatGPT Plus bei Programmieraufgaben und plattformübergreifender App-Unterstützung die Nase vorn hat, punktet Googles Premium-Angebot mit tiefer Android-Integration – inklusive nativer Anbindung an WhatsApp, YouTube Music und Google Tasks.

Neue Abo-Modelle: Schluss mit Flatrate

Die Zeiten der einfachen Flatrate sind vorbei. Wie eine Analyse vom 6. Juni 2026 zeigt, setzen die Anbieter zunehmend auf komplexe, nutzungsabhängige Systeme. Zwar liegt der Grundpreis meist weiter bei 20 Euro monatlich, doch die Einschränkungen nehmen zu:

  • Claude (Anthropic): Nutzt ein Fünf-Stunden-Reset-Fenster für die Pro-Stufe, mit optionalen Guthaben für intensive Nutzung.
  • Cursor und Devin: Diese Programmier-Assistenten arbeiten mit Kreditpaketen. Power-User von Cursor Pro zahlen oft 60 bis 200 Euro extra pro Monat.
  • Perplexity Pro: Begrenzt anspruchsvolle Suchanfragen auf 300 pro Tag.
  • GitHub Copilot Pro: Bietet unbegrenzte Code-Vervollständigungen, verlangt aber Credits für erweiterte KI-Funktionen.
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Wettbewerb verschärft sich

Die Leistungsschere zwischen den Top-Modellen schließt sich. Im aktuellen Terminal-Bench 2.0 führt OpenAIs GPT-5.5 mit 82,7 Prozent. Beim Programmiertest SWE-bench Verified liegt dagegen Anthropics Claude Opus 4.8 mit 88,6 Prozent vorn.

Anthropic verzeichnet ein atemberaubendes Wachstum: Die Interaktionszahl mit Claude stieg in den ersten fünf Monaten 2026 um 1.858 Prozent. Zwar entfallen in den USA noch rund 70 Prozent aller KI-Eingaben auf ChatGPT – doch das sind deutlich weniger als die 86 Prozent vor einem Jahr. Google Gemini legte im selben Zeitraum von sechs auf 23 Prozent Marktanteil zu.

Um die Kosten in den Griff zu bekommen, empfehlen Experten „Model Cascading“: Einfache Anfragen werden zunächst an günstigere Modelle wie Xiaomis MiMo-V2.5 weitergeleitet, bevor teure Spitzenmodelle wie GPT-5.5 zum Einsatz kommen. Das spart 60 bis 80 Prozent der Kosten.