OpenAI: Codex-Automatisierung für EU ab sofort freigeschaltet

OpenAI öffnet erweiterte Codex-Funktionen für EU, Großbritannien und die Schweiz. Desktop-Steuerung und Browser-Automation sind ab sofort nutzbar.

Der KI-Konzern OpenAI hat seine erweiterten Codex-Funktionen für Nutzer in der EU, Großbritannien und der Schweiz freigegeben. Seit dem 16. und 17. Juni 2026 stehen fortschrittliche Automatisierungs- und Programmierwerkzeuge zur Verfügung, die zuvor in diesen Regionen gesperrt waren. Dazu gehören die Desktop-Steuerung und browserbasierte Workflow-Automation.

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Neue Automatisierungstools für den europäischen Markt

Mit der Funktion „Computer Use“ kann die KI direkt mit Desktop-Anwendungen unter macOS und Windows interagieren. Parallel dazu wurde eine neue Chrome-Erweiterung veröffentlicht, die Multi-Tab-Workflows und browserbasierte Automatisierung ermöglicht.

Ebenfalls neu ist „Memories“ – eine Funktion, die Nutzerpräferenzen speichert und Workflows personalisiert. Aus Datenschutzgründen ist sie standardmäßig deaktiviert. Für ChatGPT Pro-Abonnenten unter macOS gibt es zudem die Forschungsvorschau „Chronicle“, die experimentelle Programmier- und Recherchefunktionen bietet.

Beobachter werten den Schritt als Ende der Notwendigkeit für europäische Nutzer, über VPNs auf die neuesten Codex-Funktionen zuzugreifen.

Technische Updates und Entwickler-Tools

Parallel zur regionalen Expansion veröffentlichte OpenAI am 16. Juni die Unterstützung des Chrome DevTools Protocol (CDP) für Codex. Das Modell kann damit Websites analysieren und verändern: Es liest das Document Object Model (DOM), profiliert JavaScript-Leistung und überwacht Netzwerkverkehr. Dieses Feature ist global als optionales Werkzeug verfügbar, das Unternehmen selbst verwalten können – zunächst jedoch nicht in der EU, Großbritannien und der Schweiz.

Die technische Expansion folgt auf ein rasantes Wachstum: Die Nutzung von Codex hat sich seit Jahresbeginn 2026 verdreifacht, die Gesamtaktivität stieg um das Fünffache. Die Plattform zählt mehrere Millionen wöchentliche Nutzer. Um spezialisierte Programmierfunktionen weiter zu integrieren, übernahm OpenAI kürzlich Astral, einen Entwickler von Tools für die Programmiersprache Python.

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Produktivitätsgewinne und Branchenauswirkungen

Die Integration von KI in Entwicklungszyklen zeigt messbare Effekte auf die Unternehmensproduktivität. Laut einer Studie von Deloitte führte der KI-Einsatz zu einer Steigerung der Entwicklerproduktivität um 30 bis 35 Prozent. Die Unternehmensberatung PwC geht sogar davon aus, dass KI-Agenten Softwareentwicklungszyklen um bis zu 60 Prozent verkürzen können.

Doch der Aufstieg KI-generierten Codes bringt auch neue Herausforderungen. Daten von GitClear zeigen, dass die Code-Churn-Rate – also der Anteil von Code, der kurz nach dem Schreiben wieder umgeschrieben oder gelöscht wird – 2025 von 5,5 auf 7,9 Prozent stieg. Eine Analyse von CodeRabbit legt nahe, dass KI-generierte Pull Requests 1,7-mal mehr Probleme enthalten als rein menschliche.

Neue Modellstufe und kommende Veröffentlichungen

Die Codex-Erweiterung fällt mit dem Start des „o3 Pro Mode“ am 16. Juni zusammen. Diese neue Stufe für ChatGPT Pro kostet 200 Dollar pro Monat und nutzt erhöhte Rechenleistung für komplexe interne Denkketten. Das Modell soll Standardversionen in fortgeschrittener Mathematik, Wettbewerbsprogrammierung und wissenschaftlichem Denken übertreffen – allerdings mit höherer Latenz.

In den Startlöchern steht zudem GPT-5.6, Codename „kindle-alpha“, für Ende Juni 2026. Chefwissenschaftler Jakub Pachocki bezeichnete das kommende Modell als „bedeutende Verbesserung“ gegenüber der Version 5.5.

Das Update soll auch ein Alignment-Problem beheben, den sogenannten „Goblin“-Fehler. Dieser war nach der Veröffentlichung von GPT-5.1 im November 2025 aufgetreten und führte zu einem Anstieg um 175 Prozent bei der Verwendung von Kobold-Metaphern durch die KI. OpenAI wies seine Modelle am 30. April 2026 an, diese Referenzen zu unterlassen – nachdem man erkannt hatte, dass die KI-Persönlichkeit solche Sprache unbeabsichtigt belohnte.