OpenAI macht seine KI-Modelle über die Oracle-Cloud verfügbar – ein strategischer Schachzug nach dem Ende der Microsoft-Exklusivität.
Der am 10. Juni 2026 bekannt gegebene Deal sieht vor, dass Unternehmen künftig auf die Modelle GPT-5.5 und Codex über den Oracle Cloud Infrastructure (OCI) Marketplace zugreifen können. Die Integration folgt auf das Auslaufen der Exklusivvereinbarung zwischen OpenAI und Microsoft, die Ende April endete.
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Einfacherer Zugang zu KI für Unternehmen
Die neue Partnerschaft soll vor allem die Hürden für Großkunden senken. Statt komplizierter Verträge können Unternehmen ihre bestehenden Oracle Universal Credits (UCM) nutzen, um die OpenAI-Modelle zu bezahlen – die Abrechnung läuft dann über das bekannte Oracle-Konto.
Oracle kündigte an, die Modelle in den kommenden Wochen auf der Plattform verfügbar zu machen. Interessierte Firmen sollen sich direkt an ihre Oracle-Vertriebsmitarbeiter wenden. Die Strategie ist klar: Oracle will sein riesiges Netzwerk an Unternehmenskunden nutzen, um OpenAI-Tools schnell in die Breite zu bringen.
Rekordzahlen trotz hoher Investitionen
Die Ankündigung fiel mit den Quartalszahlen von Oracle zusammen. Der Konzern meldete für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von rund 19,2 Milliarden Euro – ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die Cloud-Sparte OCI IaaS legte um 93 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zu.
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Noch beeindruckender ist der Auftragsbestand: Die „Remaining Performance Obligation“ (RPO) – also vertraglich gesicherte künftige Erlöse – erreichte mit 638 Milliarden Euro einen Rekordwert. Das entspricht einem Anstieg von 363 Prozent. Enthalten sind darin auch die milliardenschweren Zusagen von OpenAI.
Um diese Nachfrage zu bedienen, baut Oracle massiv aus. Das „Stargate“-Rechenzentrum in Abilene, Texas, ist bereits zu 42 Prozent fertiggestellt. Über 75 Prozent der Arbeiten sollen innerhalb der nächsten 90 Tage abgeschlossen sein. Oracle peilt für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 eine Kapazität von einem Gigawatt an.
Börse reagiert verhalten auf Milliardenausgaben
Trotz der starken Zahlen gab die Oracle-Aktie am 11. Juni um mehr als acht Prozent nach. Anleger reagierten verunsichert auf die immensen Investitionspläne des Konzerns.
Die Investitionsausgaben (Capex) für das Geschäftsjahr 2026 beliefen sich auf 55,7 Milliarden Euro – deutlich mehr als die zuvor prognostizierten 50 Milliarden und ein Anstieg von 162 Prozent. Für 2027 rechnet Finanzvorstand Maxson mit Netto-Investitionen von rund 70 Milliarden Euro, Schätzungen gehen sogar von bis zu 95 Milliarden Euro aus.
Zur Finanzierung plant Oracle, im Geschäftsjahr 2027 zusätzliche 40 Milliarden Euro aufzunehmen. Zwar übertraf der Gewinn pro Aktie mit 2,11 Euro die Erwartungen, doch der negative freie Cashflow von 23,7 Milliarden Euro und die hohen Kosten für den Vorsprung bei der KI-Infrastruktur trübten die Stimmung. Hinzu kommt: Oracle hat zuletzt 30.000 Stellen abgebaut, um sich auf das kapitalintensive KI- und Cloud-Geschäft zu konzentrieren.

