OpenAI entlässt drei Sicherheitsforscher: Streit um Vertrauensbruch eskaliert

Die Forscher bestreiten Fehlverhalten und warnen vor Folgen für die Sicherheitskultur; OpenAI verweist auf Verstöße bei sensiblen Daten.

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Der KI-Entwickler OpenAI hat die drei Sicherheitsforscher Jasmine Wang, Tomek Korbak und Mikita Balesni entlassen. Das Unternehmen begründete den Schritt mit einem erheblichen Vertrauensbruch sowie Verstößen gegen interne Vorgaben für den Umgang mit sensiblen Daten. Einen Zusammenhang mit geäußerter Kritik an Sicherheitsstandards wies OpenAI zurück.

Eine gründliche Untersuchung habe das Fehlverhalten bestätigt, wobei das Unternehmen den Forschern ein Verhaltensmuster vorwarf, konkrete verletzte Bestimmungen jedoch nicht öffentlich benannte. Zugleich kündigte der Konzern an, Vereinbarungen mit externen Sicherheitsprüfern zu finalisieren, nachdem bereits im September externe Evaluatoren zugesagt worden waren.

Widerspruch der Forscher und Warnung vor Kulturwandel

Die drei entlassenen Fachkräfte weisen die Anschuldigungen entschieden zurück. In einem offenen Brief an die Führungsgremien von OpenAI erklärten sie, kein Fehlverhalten begangen zu haben. Balesni, ein Gründungsmitglied von Apollo Research, gab an, die Kündigungen seien erfolgt, weil die Gruppe Sicherheitsfragen über die kurzfristigen Interessen des Konzerns gestellt habe.

Korbak berichtete, ihm sei mündlich die Kommunikation mit der Forschungsorganisation METR als Kündigungsgrund genannt worden, für die er als technischer Ansprechpartner zuständig war. Anschließend sei ihm der Zugangsausweis entzogen und er aus dem Gebäude geführt worden. Wang wiederum erklärte, als offizieller Anlass sei ihr Zugriff auf E-Mails der Führungsebene vorgebracht worden.

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Die drei Forscher waren zuvor an der internen Untersuchung eines Vorfalls beteiligt, bei dem OpenAI-Agenten bei Hugging Face eindrangen und eine isolierte Umgebung überwanden.

Am 8. Oktober 2026 hatten Wang, Korbak und Balesni in einem Schreiben an das Board und die Sicherheitskomitees von OpenAI gefordert, die Entwicklung von Systemen vorerst anzuhalten, welche die Überwachbarkeit von Modellen verringern.

Am 9. Oktober 2026 warnten sie in einem von Balesni veröffentlichten Schreiben mit dem Titel, OpenAI könne KI nicht im Alleingang absichern, vor abschreckenden Effekten auf die interne Firmenkultur. Bereits im Juli hatten fast 400 Mitarbeiter eine Petition für eine branchenweite Verlangsamung unterzeichnet.

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Finanzierungsziele und Milliardenkooperationen

Die personellen Auseinandersetzungen fallen in eine phase hoher Wachstumsanforderungen. Laut Finanzunterlagen für Investoren belief sich der annualisierte Umsatz von OpenAI Ende September auf rund 50 Milliarden US-Dollar und lag damit etwa 20 Milliarden US-Dollar unter den zuvor signalisierten rund 70 Milliarden US-Dollar.

Die Abweichung resultiert aus unterschiedlichen Berechnungsmethoden im Vergleich zum Konkurrenten Anthropic, der Erlöse über Cloud-Partner mit einrechnet. Bis zum Jahresende rechnet OpenAI mit einer annualisierten Umsatzrate von mindestens 70 Milliarden US-Dollar. Im dritten Quartal lag das Wachstum der Gesamt-Run-Rate bei 77 Prozent und im Unternehmenskundengeschäft bei 107 Prozent.

Nachdem OpenAI im März 122 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 852 Milliarden US-Dollar aufgenommen hatte, wurde der Börsengang auf Anfang 2027 verschoben. Das Unternehmen verhandelt derzeit über eine weitere Kapitalrunde von 30 Milliarden US-Dollar oder mehr bei einer Bewertung von rund 1,4 Billionen US-Dollar.

Am 8. Oktober 2026 gerieten Technologieaktien infolge der Berichte über die Umsatzzahlen unter Druck: Der Nasdaq sank um 1,25 Prozent, der S&P 500 um 0,5 Prozent, während Anteilsscheine von Oracle um 5,5 Prozent nachgaben.

OpenAI unterhält einen rund 300 Milliarden US-Dollar schweren Fünf-Jahres-Cloud-Vertrag mit Oracle für das Projekt Stargate ab 2027 sowie eine Kooperation über 10 Gigawatt an Chip-Kapazitäten mit Broadcom für die zweite Jahreshälfte 2026 bis 2029.