Chris Malone, der Leiter der Rechenzentrumssparte bei OpenAI, hat das Unternehmen verlassen. Dies bestätigte der US-Sender CNBC unter Berufung auf Berichte des Wall Street Journal. Malone verantwortete seit März 2025 die physische Infrastruktur des KI-Entwicklers. Ein offizieller Grund für sein Ausscheiden wurde bisher nicht mitgeteilt, zudem ist noch kein Nachfolger für seine Position benannt worden.
Strategischer Wandel und Milliardeninvestitionen
Malone blickt auf eine langjährige Karriere in der Technologiebranche zurück. Vor seinem Wechsel zu OpenAI war er rund fünf Jahre für Meta und mehr als zehn Jahre für Google tätig. Bei OpenAI unterstand er zuletzt nach einer internen Umstrukturierung der Infrastruktur-Organisation dem Vizepräsidenten Sachin Katti. Zuvor hatte er direkt an Greg Brockman berichtet.
In seiner Funktion beaufsichtigte Malone das ambitionierte Ziel von OpenAI, bis zum Jahr 2030 rund 600 Milliarden US-Dollar in Rechenleistung zu investieren. Marktanalysten der EconoTimes beziffern die erwarteten Infrastrukturausgaben mittlerweile sogar auf rund 750 Milliarden US-Dollar bis zum Ende des Jahrzehnts.
Malone war zudem eine zentrale Figur im sogenannten Stargate-Projekt. Dabei handelt es sich um eine Initiative im Umfang von 500 Millionen US-Dollar, die gemeinsam mit Partnern wie Microsoft, Nvidia, SoftBank und Oracle vorangetrieben wurde.
Zuletzt zeichnete sich jedoch ein Kurswechsel in der Infrastrukturstrategie ab. Während das Unternehmen anfangs stark auf den Stargate-Ansatz setzte, verlagerte sich der Schwerpunkt im Frühjahr 2026 verstärkt auf die Anmietung von Cloud-Kapazitäten. Diese Neuausrichtung zielte darauf ab, die Abhängigkeit von dem massiven Stargate-Vorhaben zu verringern.
Neuordnung der Führungsebene und Großprojekte
Trotz des Abgangs von Malone treibt OpenAI seine Infrastrukturprojekte weiter voran. Ein Kernvorhaben ist das Leasing eines 10-Gigawatt-Rechenzentrums im US-Bundesstaat Ohio in Kooperation mit SB Energy, einem Tochterunternehmen von SoftBank. Für dieses Projekt liegt eine Garantie von Nvidia in Höhe von bis zu 105 Milliarden US-Dollar vor. Mit dem Abschluss der ersten Phase wird im Jahr 2028 gerechnet.
Wer sich mit dem rasanten Ausbau digitaler Infrastrukturen befasst, muss auch die damit verbundenen Cyberrisiken im Blick behalten. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer im Zeitalter neuer KI-Gesetze jetzt kennen müssen. Cyber Security Report für Unternehmen kostenlos anfordern
Personell hat das Unternehmen bereits einige Schlüsselpositionen im Bereich der Rechenkapazität neu besetzt. Uday Ruddarraju wurde im Juli zum technischen Leiter für Rechenkapazität befördert. Die Ressourcenplanung wird künftig von Brent Mayo beaufsichtigt, der zuvor am Colossus-Supercomputer des Konkurrenten xAI gearbeitet hat. Die Leitung der technischen Entwicklung (Engineering) liegt bei Spas Lazarov.
Massive Fluktuation vor geplantem Börsengang
Der Rücktritt von Chris Malone reiht sich in eine Serie prominenter Abgänge ein. Im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 haben insgesamt 13 Führungskräfte OpenAI verlassen. Zu den namhaften Abgängen zählen die für die Umsatzsparte zuständige Denise Dresser, die das Unternehmen nach acht Monaten verließ, sowie der langjährige operative Leiter Brad Lightcap. Auch Fidji Simo, die den Gesundheitsbereich verantwortete, kehrte OpenAI den Rücken.
Diese personelle Unruhe fällt in eine kritische Phase für das Unternehmen. Wie im Juni bekannt wurde, hat OpenAI bereits vertraulich Unterlagen für einen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Finanzchefin Sarah Friar erklärte dazu, dass OpenAI im Jahr 2027 ein börsennotiertes Unternehmen werden solle. Die aktuelle Bewertung des Konzerns wird auf 852 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Angesichts der zunehmenden Professionalisierung von Cyberangriffen ist proaktive Absicherung für Firmen jeder Größe essenziell. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihre IT-Infrastruktur ohne teure Investitionen langfristig schützen. Gratis-E-Book: Cyber Security Strategien entdecken
Auch auf politischer Ebene rückt die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz verstärkt in den Fokus. Ein Memo des National Republican Senatorial Committee (NRSC) weist darauf hin, dass der Ausbau von Rechenzentren ein zentrales Thema für die kommenden Zwischenwahlen werden könnte. Malone hinterlässt somit eine Abteilung, deren Bedeutung weit über die rein technische Bereitstellung von Rechenkraft hinausreicht.

