Das KI-Unternehmen OpenAI startet ein massives Förderprogramm für die Wissenschaft: 100.000 Forscher weltweit sollen kostenlosen Zugang zu den leistungsstärksten KI-Modellen erhalten.
Milliarden-Förderung für die Wissenschaft
OpenAI hat am heutigen Mittwoch ein ehrgeiziges Programm namens „ChatGPT for Academic Researchers“ vorgestellt. Ziel ist es, die Vorteile der Spitzen-KI nicht länger nur wenigen Tech-Konzernen und gut finanzierten Laboren vorzubehalten. Stattdessen sollen Wissenschaftler, Mathematiker und Ingenieure weltweit von den neuesten Modellen profitieren.
Das Unternehmen verpflichtet sich, bis 2027 über 250 Millionen Euro in die Unterstützung externer wissenschaftlicher Entdeckungen zu investieren. Bereits im Frühjahr 2025 startete OpenAI mit der NextGenAI-Initiative ein 50-Millionen-Euro-Konsortium, das 15 führende Forschungseinrichtungen unterstützt.
Gestaffelter Rollout bis 2027
Die Einführung des Programms erfolgt in mehreren Phasen. Noch in diesem Sommer erhalten zunächst 10.000 Forscher Zugang. Zu den ersten teilnehmenden Einrichtungen gehören das Institute for Advanced Study und die École normale supérieure. Bis Ende 2027 will OpenAI die Marke von 100.000 Forschern erreichen.
Berechtigte Teilnehmer von forschungsstarken Hochschulen erhalten Zugang zu den Spitzenmodellen, darunter das neu eingeführte GPT-5.6 Sol Pro. Jeder Hauptforscher kann bis zu vier Kollegen seiner Einrichtung in den gemeinsamen Arbeitsbereich einladen.
Sprung bei Rechenleistung und Präzision
Die Einführung der GPT-5.6-Modellfamilie bildet das Herzstück der neuen Forschungsinitiative. Die Benchmarks zeigen deutliche Fortschritte beim komplexen logischen Denken und bei fachspezifischen Aufgaben. GPT-5.6 Sol erreichte beim FrontierMath Tier 4, einem Test für mathematisches Denken auf Forschungsniveau, 83 Prozent – der Vorgänger GPT-5.5 kam nur auf 72,5 Prozent. Beim GeneBench Pro, der logisches Denken in komplexen biologischen Daten misst, löste die Sol-Pro-Variante 31,5 Prozent der Aufgaben.
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Neben dem allgemeinen Modellzugang erhalten die Forscher das Codex-System zur Unterstützung bei der Forschungsdurchführung und formalen Analyse. Es hilft beim Schreiben von Code, der Analyse von Genom- oder Proteinmodellen und begleitet den gesamten wissenschaftlichen Arbeitsprozess – von der Erstellung von Förderanträgen über Literaturrecherchen bis zur Hypothesenprüfung.
Kooperation mit dem Energieministerium
OpenAI arbeitet zudem mit der Genesis Mission des US-Energieministeriums zusammen, um Forschern an nationalen Laboren und Universitäten Zugang zu den neuesten KI-Modellen zu verschaffen. Zur Steuerung dieser wachsenden institutionellen Partnerschaften sucht das Unternehmen derzeit einen Leiter für akademische Forschungspartnerschaften und -programme.
Rasantes Wachstum der KI-Nutzung in der Wissenschaft
Die aktuellen Nutzungszahlen zeigen eine explosionsartige Verbreitung von KI in der Wissenschaft. Rund 1,3 Millionen Menschen nutzen ChatGPT wöchentlich für anspruchsvolle wissenschaftliche und mathematische Aufgaben und generieren dabei etwa 8,4 Millionen Nachrichten. Besonders deutlich wird der Trend in der Mathematik: Die Zahl der arXiv-Papiere, die ChatGPT erwähnen, stieg von 14 im Februar auf 100 in den ersten drei Wochen des Juli.
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Datenschutz als oberste Priorität
OpenAI betont, dass die Arbeitsbereiche des Programms Datenschutz- und Sicherheitsstandards auf Unternehmensniveau bieten. Die von Forschern generierten Daten werden standardmäßig nicht zum Training der Modelle verwendet. Diese Regelung soll insbesondere Forscher schützen, die mit unveröffentlichten Datensätzen oder sensiblen Gemeinschaftsprojekten arbeiten.

