OpenAI greift Microsoft an: ChatGPT-Add-in für PowerPoint ab 24. Mai

OpenAI startet PowerPoint-Add-in, Microsoft verbessert Copilot. Der Wettbewerb um die produktivste Büro-KI verschärft sich.

Der Wettlauf um die produktivste Büro-Software verschärft sich – und stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen.

Der Kampf ums Office: OpenAI greift Microsoft an

Am 24. Mai 2026 startete OpenAI eine Beta-Version eines ChatGPT-Add-ins für Microsoft PowerPoint. Das Tool, das von kostenlosen Nutzern bis hin zu Firmenkunden eingesetzt werden kann, erstellt und bearbeitet Folien direkt über eine Seitenleiste. Der Clou: Es greift auf E-Mails, Dokumente und SharePoint-Daten zu. Damit tritt OpenAI in direkte Konkurrenz zu Microsofts eigenem Copilot – obwohl eine nicht-exklusive Lizenzvereinbarung die beiden Unternehmen noch bis 2032 verbindet.

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Microsoft reagiert unterdessen auf Nutzer-Feedback. Seit Ende Mai 2026 lässt sich der Copilot-„Dynamic Action Button“ in Word, Excel und PowerPoint verschieben oder andocken. Der Grund: Das schwebende Symbol blockierte in Excel regelmäßig wichtige Bedienelemente. Ein Problem, das zeigt, wie sehr die Integration noch in den Kinderschuhen steckt. Denn obwohl KI-Assistenten in Microsoft 365 allgegenwärtig sind, zahlen gerade einmal 3,3 Prozent der Nutzer für die Premium-Funktionen.

„Wir reagieren auf den klaren Wunsch nach mehr Kontrolle“, erklärt Microsoft-Sprecherin Katie Kivett. Auch im Betriebssystem Windows 11 zeichnen sich Änderungen ab: Eine neue Seitenleiste für Copilot soll sich wahlweise links oder rechts anordnen lassen. Und wer die KI gar nicht nutzen will, kann sie per Gruppenrichtlinie entfernen – oder abwarten: Nach 28 Tagen ohne Nutzung verschwindet die App von selbst.

Kultur statt Technik: Der menschliche Faktor entscheidet

Doch die beste Software nützt wenig, wenn die Belegschaft nicht mitzieht. Der Microsoft Work Trend Index 2026, für den 20.000 Beschäftigte in zehn Ländern befragt wurden, liefert überraschende Erkenntnisse: 67 Prozent des KI-Erfolgs hängen von Management-Entscheidungen und Unternehmenskultur ab. Nur 32 Prozent sind auf individuelle technische Fähigkeiten zurückzuführen.

Die Studie zeigt eine Belegschaft im Umbruch. Rund 58 Prozent der Befragten nutzen KI für Aufgaben, die vor einem Jahr noch als unmöglich galten. Fast die Hälfte aller KI-Interaktionen ist inzwischen „kognitive Arbeit“ – weit mehr als einfache Verwaltungsaufgaben. Doch die Kluft zwischen Begeisterung und Unterstützung ist riesig: Nur 13 Prozent der Mitarbeiter fühlen sich von ihrem Unternehmen ausreichend begleitet. Gleichzeitig fürchten 65 Prozent, den Anschluss zu verlieren.

Einige Unternehmen gehen neue Wege. Der koreanische Einzelhändler CJ Olive Young schuf Mitte April 2026 eine interne KI-Sandbox auf Basis von Google Cloud Gemini Enterprise. Dort können auch Nicht-Entwickler – etwa Einkäufer oder Marketing-Mitarbeiter – eigene KI-Tools bauen, ohne Sicherheitsrisiken einzugehen. „Wir wollen Schatten-KI verhindern und gleichzeitig praktische Anwendungen fördern“, erklärt CTO Kim Hwan.

Sicherheitsrisiken im Update-Dschungel

Die rasante Entwicklung hat auch Schattenseiten. Am 24. Mai 2026 sorgte ein fehlerhaftes BIOS-Update von HP für massive Ausfälle bei High-End-Laptops. Die Modelle ZBook Ultra G1a und EliteBook X G1a froren beim Booten ein oder zeigten Bluescreen-Fehler. Die Reparatur erfordert spezielle Hardware-Adapter – ein fatales Beispiel für die Risiken automatisierter Update-Zyklen.

Auch Sicherheitsforscher schlagen Alarm. Anthropics meldete am 24. Mai, dass sein System Claude Mythos Preview im Rahmen des „Project Glasswing“ über 10.000 Software-Schwachstellen identifiziert habe. 1.726 davon wurden bestätigt, darunter ein kritischer Fehler in der WolfSSL-Bibliothek.

Im Windows-Ökosystem sorgt der Exploit „MiniPlasma“ für Unruhe. Der Sicherheitsforscher Chaotic Eclipse beschrieb am 24. Mai eine Methode, die selbst vollständig aktualisierte Windows-11-Systeme angreifbar macht. Besonders gefährdet sind Kryptowährungs-Nutzer: Der Exploit kann Wallet-Daten aus dem Arbeitsspeicher extrahieren. Microsoft hat noch keinen Notfall-Patch veröffentlicht.

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Milliarden für die Infrastruktur

Der Umbau zur KI-gestützten Arbeitswelt erfordert gewaltige Investitionen. Ende April 2026 kündigte Microsoft eine investition von 25 Milliarden Australischen Dollar (rund 18 Milliarden US-Dollar) in Australien an – die größte Einzelinvestition eines Technologieunternehmens in der Geschichte des Landes. Das Geld fließt in einen 140-prozentigen Ausbau der Rechenzentren, KI-Supercomputer und die Ausbildung von drei Millionen Arbeitskräften bis 2028.

Auch andere Konzerne legen zu. Baidu meldete am 18. Mai 2026 für das erste Quartal einen Umsatz von 32,1 Milliarden RMB. Erstmals machte der KI-Kernbereich mehr als die Hälfte des Geschäftsumsatzes aus – mit einem Wachstum von 49 Prozent. Die KI-Cloud-Sparte legte sogar um 79 Prozent zu. Google wiederum rüstet seine Suchmaschine mit Gemini 3.5 Flash auf: „Such-Agenten“, die kontinuierlich Preise verfolgen oder Wohnungen suchen, werden nun in 200 Ländern ausgerollt.

Ausblick: Agenten statt Assistenten

Die zweite Jahreshälfte 2026 wird im Zeichen der „agentischen KI“ stehen – Software, die mehrstufige Aufgaben mit minimalem menschlichem Eingriff erledigt. Unternehmen wie Squirro bringen bereits Langzeit-Support-Updates für regulierte Branchen wie Banken und Versicherungen auf den Markt, mit Fokus auf Zero-Trust-Sicherheit und verlässliche Antworten.

Doch der Konflikt zwischen „Push“-Updates der Entwickler und „Pull“-Kontrollen der Unternehmen wird sich verschärfen. Die neue „Pick a date“-Funktion für Windows-Updates, die Updates bis zu 35 Tage pausieren lässt, zeigt: Selbst die großen Anbieter erkennen den Bedarf an Stabilität. Der Erfolg der neuen Plattformen wird sich nicht an der Raffinesse ihrer KI messen lassen, sondern daran, ob sie sich störungsfrei in bestehende Arbeitsabläufe einfügen.