Das Unternehmen verhandelt mit Citigroup und JPMorgan Chase über die Aufnahme in seine IPO-Bankengruppe. Die beiden Großbanken sollen sich Goldman Sachs und Morgan Stanley anschließen, die bereits als federführende Konsortialbanken für den Gang an die Börse fungieren.
Der KI-Entwickler bereitet in den kommenden Wochen eine vertrauliche S-1-Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC vor. Insidern zufolge strebt OpenAI eine Bewertung von bis zu einer Billion Euro an – ein möglicher Börsengang könnte bereits im September 2026 erfolgen. Die internen Gespräche sind allerdings noch nicht abgeschlossen.
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Milliarden-Finanzierung und Rekordumsätze
Der Schritt an die Börse folgt auf eine gewaltige Kapitalspritze: Erst im März sammelte OpenAI 122 Milliarden Euro in einer Finanzierungsrunde ein, die von der Abu Dhabi Investment Firma MGX angeführt wurde. Damals lag die Bewertung bei rund 852 Milliarden Euro. Insgesamt hat das Unternehmen bislang mehr als 180 Milliarden Euro von prominenten Investoren eingesammelt – darunter Microsoft, Amazon, NVIDIA und SoftBank.
Operativ lief es zuletzt ebenfalls beeindruckend: OpenAI erzielte 2025 einen Jahresumsatz von rund 20 Milliarden Euro. Allerdings verfehlte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einige interne Umsatz- und Nutzerwachstumsziele. Positiv zu vermerken: Ein Gericht wies kürzlich eine Klage eines früheren Geschäftspartners gegen OpenAI ab – ein rechtliches Hindernis ist damit aus dem Weg geräumt.
Wettbewerb verschärft sich: Anthropic und SpaceX drängen an die Börse
OpenAI ist nicht allein im Rennen um die Kapitalmärkte. Der größte Konkurrent Anthropic schloss kürzlich eine Series-H-Finanzierungsrunde über 65 Milliarden Euro ab – die Post-Money-Bewertung liegt nun bei 965 Milliarden Euro und damit über OpenAIs letztem privaten Wert.
Anthropic meldet zudem eine Umsatzrate von über 47 Milliarden Euro im Mai und rechnet für das zweite Quartal 2026 mit einem operativen Gewinn von 559 Millionen Euro. Branchenkreisen zufolge erwägt auch Anthropic einen eigenen Börsengang – möglicherweise bereits im Oktober.
Parallel dazu bereitet sich SpaceX auf seine Börsennotierung vor: Der IPO ist für den 12. Juni 2026 angesetzt. Das Raumfahrtunternehmen, das drei Konsortialbanken mit OpenAI teilt, strebt eine Bewertung zwischen 1,75 und 2 Billionen Euro an. SpaceX erzielte 2025 einen Umsatz von 18,7 Milliarden Euro, allerdings schrieb die unternehmenseigene KI-Sparte im gleichen Zeitraum rote Zahlen.
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Belastungsprobe für die Kapitalmärkte
Die Welle an „Mega-IPOs“ von OpenAI, Anthropic und SpaceX dürfte die Liquidität der US-Kapitalmärkte auf eine harte Probe stellen. Analysten der Bank of America warnen: Diese Börsengänge könnten die Marktkonzentration auf rund 48 Prozent der gesamten US-Marktkapitalisierung treiben – ein Niveau, das selbst den Höhepunkt der Dotcom-Ära übertrifft.
Das Ganze spielt sich vor einem komplexen makroökonomischen Hintergrund ab. Die Inflation lag im April bei 3,8 Prozent – nahe der Schwelle, ab der Marktexperten mit erhöhter Volatilität rechnen. Zudem nähert sich die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen der Fünf-Prozent-Marke.
Um den gigantischen Infrastrukturbedarf der KI-Branche zu decken, schnüren Investmentfirmen wie Apollo Global Management und Blackstone offenbar Kreditpakete in Höhe von rund 36 Milliarden Euro. Das Geld soll in den Ausbau der KI-Infrastruktur fließen – MGX prognosticiert, dass der Strombedarf bis Ende 2026 auf über acht Gigawatt steigen wird.

