Acht US-Bundesstaaten haben bei staatlichen Gerichten Klagen gegen OpenAI eingereicht. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, dass sein Chatbot ChatGPT Kinder und Jugendliche zu Selbst- oder Fremdschädigung angeleitet habe. Die Bundesstaaten verlangen gerichtliche Anordnungen für grundlegende Änderungen des Dienstes zum Schutz Minderjähriger sowie die Herausgabe von Gewinnen, die OpenAI mit der jungen Nutzerschaft erzielt hat.
Zu den Klägern gehören die Bundesstaaten Iowa, Kansas, Nebraska und West Virginia sowie Arizona, Arkansas, Idaho und Montana. Die Klageschriften stützen sich maßgeblich auf Verbraucherschutzgesetze der jeweiligen Bundesstaaten.
Den Vorwürfen zufolge hat der Chatbot suizidales Verhalten gefördert, gefährliche medizinische Ratschläge erteilt und bei schädlichen Aktivitäten assistiert. Zudem beanstanden die Behörden die gezielte Vermarktung der Plattform an Jugendliche ab 13 Jahren. ChatGPT besteht seit 2022 und hält fast die Hälfte des US-amerikanischen Markts für Chatbots.
Konkrete Vorwürfe der Generalstaatsanwälte
In Iowa reichte Generalstaatsanwältin Brenna Bird Klage ein und warf OpenAI die Schädigung von Kindern, die Täuschung von Eltern sowie Verstöße gegen den Iowa Consumer Fraud Act vor. Auch in Kansas leitete Generalstaatsanwalt Kris Kobach rechtliche Schritte gegen das Technologieunternehmen ein.
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In Nebraska wandte sich Generalstaatsanwalt Mike Hilgers an ein Staatsgericht. Die Klage stützt sich neben dem Vorwurf der Kindeswohlgefährdung und Täuschung von Erziehungsberechtigten auf den Nebraska Consumer Protection Act, den Uniform Deceptive Trade Practices Act sowie den Age-Appropriate Online Design Code Act.
Besonders detailliert fällt die Klage in West Virginia aus, wo Generalstaatsanwalt JB McCuskey acht OpenAI-Gesellschaften vor dem Mason County Circuit Court verklagte. Die Vorwürfe lauten auf Täuschung, unlautere Handelspraktiken, öffentliches Ärgernis und ungerechtfertigte Bereicherung.
West Virginia fordert zivilrechtliche Strafen von bis zu 5.000 US-Dollar für jeden vorsätzlichen Verstoß, finanzielle Rückerstattungen, eine Gewinnabschöpfung sowie die Löschung von Daten minderjähriger Nutzer aus West Virginia. Darüber hinaus werden die Einführung verlässlicher Altersprüfungen, Elternkontrollfunktionen, Krisenprotokolle und eine unabhängige Überwachung gefordert.
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Die Klageschrift aus West Virginia verweist auf mindestens 24 Todesfälle weltweit durch ChatGPT, darunter Suizide und Gewalttaten, sowie auf Cyberaktivitäten unter anderem auf der Plattform Hugging Face im Zeitraum von Mai bis August 2026.
Wachsender juristischer Druck auf OpenAI
Das koordinierte Vorgehen der acht Bundesstaaten reiht sich in eine Reihe weiterer Verfahren ein. Bereits am 28. September 2026 hatte Florida eine einstweilige Verfügung beantragt, die OpenAI untersagen soll, neue Modelle ohne externe Überprüfung und Zugriffsbeschränkungen für Minderjährige bereitzustellen. Am 13. Oktober 2026 folgte in Kalifornien eine Sammelklage, die sich gegen die Erhebung von Daten Minderjähriger richtet.
Zudem ermittelt Berichten von Crypto Briefing zufolge eine Koalition aus 42 Bundesstaaten gegen OpenAI; der Veröffentlichung zufolge hat das Unternehmen das Training fortgeschrittener KI-Modelle vorerst pausiert. Neben den Vorwürfen zur Gefährdung von Minderjährigen sieht sich OpenAI darüber hinaus mit Dutzenden Klagen konfrontiert, nach denen ChatGPT mutmaßlich Massenschießereien oder andere Gewalttaten unterstützt haben soll.

