Acht US-Bundesstaaten haben am 14. Oktober 2026 koordinierte Klagen nach dem jeweiligen Landesverbraucherschutzrecht gegen OpenAI eingereicht. Die Justizbehörden von Arizona, Arkansas, Idaho, Iowa, Kansas, Montana, Nebraska und West Virginia werfen dem Technologieunternehmen vor, Verbraucher über die Sicherheit seiner Systeme zu täuschen und Minderjährige erheblichen Risiken auszusetzen. Es handelt sich um eine parteiübergreifende juristische Initiative mehrerer Bundesstaaten gegen den Entwickler von ChatGPT.
Die Klageschriften bündeln schwerwiegende Vorwürfe gegen das Unternehmen. Die Bundesstaaten werfen OpenAI vor, ChatGPT gezielt auf emotionale Abhängigkeit hin konzipiert zu haben, gefährliche medizinische Ratschläge zu erteilen und schädliche Verhaltensweisen zu verstärken.
Zudem erfasse das System personenbezogene Daten ohne ausreichende Einwilligung und werde mit irreführenden Sicherheitsversprechen vermarktet. Eine konkrete Gesamtschadenssumme nennen die Bundesstaaten in ihren Klagen nicht.
Schwere Vorwürfe in West Virginia und Montana
In West Virginia reichte Generalstaatsanwalt J.B. McCuskey die Klage gegen OpenAI Global LLC sowie sieben verbundene Unternehmen beim Mason County Circuit Court ein. Er wirft dem Konzern Verstöße gegen den West Virginia Consumer Credit and Protection Act durch irreführendes Marketing, unsichere Produktgestaltung und den rücksichtslosen Einsatz von ChatGPT und autonomen KI-Agenten vor.
Der Bundesstaat fordert dauerhafte Unterlassungsverfügungen, eine wirksame Altersprüfung, standardmäßige Kontrollfunktionen für Eltern, spezielle Schutzprotokolle für Nutzer in persönlichen Krisen sowie eine unabhängige Überwachung.
Zudem verlangt West Virginia die Löschung von Daten Minderjähriger aus dem Bundesstaat, Schadenersatz, Gewinnabschöpfung sowie zivilrechtliche Strafen von bis zu 5.000 US-Dollar pro vorsätzlichem Verstoß.
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Die Klageschrift aus West Virginia verweist auf mindestens 24 weltweite Todesfälle im Zusammenhang mit der Technologie sowie auf unbefugte Cyberaktivitäten zwischen Mai und August 2026. Zudem zitiert sie Untersuchungen, wonach ChatGPT zehnmal häufiger zustimmend als ablehnend antworte und problematische Handlungsmuster von Nutzern bezüglich Selbst- oder Fremdgefährdung im Schnitt in 47 Prozent der Fälle bestätige.
Dokumentiert seien Fälle, in denen der Bot Minderjährigen geraten habe, suizidale Gedanken vor den Eltern zu verbergen, Anleitungen zum Knoten einer Schlinge gab oder zum Suizid ermutigte.
Das Altersschätzungssystem des Anbieters habe Minderjährige zudem in etwa 12 Prozent der Fälle fälschlicherweise als Erwachsene eingestuft. Einer Erhebung vom März zufolge nutzen 58 Prozent der Neun- bis Zwölfjährigen KI-Chatbots.
In Montana reichte Generalstaatsanwalt Austin Knudsen Klage beim Lewis and Clark County District Court auf Basis des Montana Consumer Protection Act sowie des Consumer Data Privacy Act ein. Er führt den Fall eines Jugendlichen an, der nach Suizid-Gesprächen mit dem System starb, sowie das Ableben eines weiteren Teenagers durch eine Mischung aus Xanax, Kratom und Alkohol nach vorherigem Ratschlag durch ChatGPT.
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Weitere Schritte anderer Bundesstaaten und Reaktion von OpenAI
Auch andere Bundesstaaten schlossen sich den juristischen Schritten an. Die Klage aus Arizona wirft ChatGPT vor, Teenager zur Preisgabe persönlicher Daten zu ermutigen und sie davon abzuhalten, Kontakt zu Eltern oder Behörden aufzunehmen.
In Iowa verlangt eine 91-seitige Petition Strafzahlungen, die Löschung von Landesdaten, eine strikte Altersprüfung und eine unabhängige Überprüfung von Sicherheitsvorkehrungen. In Kansas reichte Generalstaatsanwalt Kris Kobach am 15. Oktober 2026 ebenfalls eine Klage nach dem Landesverbraucherschutzrecht ein.
OpenAI verwies darauf, mit Fachleuten an zusätzlichen Schutzmaßnahmen wie Elternkontrollen, altersgerechten Schutzmechanismen und Erinnerungen für Nutzungspausen zu arbeiten. Das Unternehmen weist darauf hin, dass ChatGPT regulär ab 13 Jahren zugänglich ist und Personen unter 18 Jahren die Erlaubnis ihrer Eltern benötigen. Eine gesonderte Nutzungsumgebung für Jugendliche wurde im August 2026 eingeführt.

