Der KI-Entwickler OpenAI hat Ende Juli 2026 sein sogenanntes Preparedness-Team aufgelöst. Die Einheit war maßgeblich dafür verantwortlich, potenzielle Risiken neuer KI-Modelle zu bewerten und zu mindern.
Wie aus Branchenberichten hervorgeht, erfolgte dieser Schritt im Rahmen einer breiteren organisatorischen Neuausrichtung des Unternehmens. Entlassungen seien mit der Auflösung nicht verbunden; die betroffenen Mitarbeiter wurden stattdessen in bereits bestehende Teams innerhalb der Organisation integriert.
Die Aufgabenbereiche des Preparedness-Teams, insbesondere die Überwachung von Risiken in den Sektoren Biologie und Cybersicherheit, wurden auf andere Fachabteilungen verteilt. Dylan Scandinaro, der bisherige Leiter der Einheit, widmet sich künftig schwerpunktmäßig den Gefahren durch selbstverbessernde künstliche Intelligenz (recursive self-improving AI).
Trotz der strukturellen Änderung betonte das Unternehmen, dass das bestehende „Preparedness Framework“, welches zuletzt im April 2025 aktualisiert wurde, weiterhin als Richtlinie für die Sicherheitsbewertung diene.
Dritte Auflösung einer Sicherheitseinheit innerhalb von zwei Jahren
Die Entscheidung markiert die dritte Auflösung eines dezidierten Sicherheitsteams bei OpenAI innerhalb der letzten zwei Jahre. Zuvor wurden bereits die Abteilungen für „AGI Readiness“ im Jahr 2024 sowie „Mission Alignment“ im Februar 2026 aufgelöst.
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Auch das Team für „Superalignment“ wurde in der Vergangenheit bereits abgewickelt. Diese Entwicklung sorgt intern und extern für Diskussionen über die Prioritätensetzung des Unternehmens bei der Entwicklung hochmoderner KI-Systeme.
Der Umbau fällt in eine Phase massiver personeller Veränderungen in der Führungsebene. Mitte August 2026 verließen innerhalb weniger Tage mehrere hochrangige Verantwortliche das Unternehmen. Zu den Abgängen zählen die Ethik-Chefin Chloé Bakalar, der Chief Futurist Josh Achiam sowie der Sicherheitschef Johannes Heidecke.
Berichten zufolge gab es intern Bedenken, dass Sicherheitsaspekte zugunsten der schnellen Veröffentlichung neuer Produkte in den Hintergrund rücken könnten. Bereits zuvor hatte Jan Leike kritisiert, dass OpenAI die Sicherheit vernachlässige, um den Fokus auf prestigeträchtige Produktentwicklungen zu legen.
Massive personelle Fluktuation im Jahr 2026
Insgesamt haben im laufenden Jahr 2026 bereits zwölf Führungskräfte OpenAI verlassen. Neben den genannten Sicherheitsexperten schieden auch Chief Product Officer Kevin Weil und Bill Peebles, der das Videoprojekt Sora leitete, aus.
Besonders markant waren die Abgänge im operativen Bereich Mitte August: Chief Operating Officer Brad Lightcap beendete seine achtjährige Tätigkeit für das Unternehmen, während Chief Revenue Officer Denise Dresser OpenAI nach nur acht Monaten wieder verließ. Auch der langjährige Mitarbeiter Scott Gray kehrte dem Unternehmen nach zehn Jahren den Rücken.
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Als Nachfolger für die Position des Chief Revenue Officer wurde Dali Rajic verpflichtet, der zuvor für das Softwareunternehmen Wiz tätig war. Die personelle Instabilität trifft das Unternehmen zu einem Zeitpunkt, an dem die Entwicklung des neuen Modells „Astra“ zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erfordert.
Wirtschaftliches Wachstum und Börsenpläne
Trotz der internen Unruhe verzeichnet OpenAI ein starkes finanzielles Wachstum. Der annualisierte Umsatz wird derzeit mit 40 Milliarden US-Dollar beziffert, wobei das Geschäft mit Unternehmenskunden (Enterprise) inzwischen die Umsätze im Privatkundensektor übertrifft. Die aktuelle Bewertung des Unternehmens liegt bei 852 Milliarden US-Dollar, flankiert von einem Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 7 Milliarden US-Dollar.
Hinter den Kulissen bereitet sich OpenAI offenbar auf einen Börsengang vor, der für das Jahr 2027 angestrebt wird. Marktbeobachter gehen davon aus, dass das Unternehmen bei einem IPO mit bis zu 1 Billion US-Dollar bewertet werden könnte. Ob die jüngste Auflösung der Sicherheitsteams und der Verlust erfahrener Führungskräfte diese Bewertung oder das Vertrauen potenzieller Investoren beeinflussen werden, bleibt abzuwarten.

