OpenAI, Microsoft und Google: KI-Agenten erobern den Arbeitsplatz

OpenAI, Perplexity und Microsoft präsentieren neue KI-Assistenten und System-Updates. Windows erhält ein Low Latency Profile für schnellere App-Starts.

In der ersten Maiwoche 2026 haben mehrere Konzerne gleichzeitig autonome KI-Assistenten und tiefgreifende Systemoptimierungen vorgestellt. Der Trend ist klar: Software soll künftig nicht mehr nur helfen, sondern selbstständig handeln.

OpenAI erweitert Codex um Chrome-Erweiterung

Am 8. Mai veröffentlichte OpenAI eine neue Chrome-Erweiterung für seine Codex-Plattform. Das Update ermöglicht es KI-Agenten, auf Browser-Tabs und Entwicklertools zuzugreifen – und damit auf Dienste wie LinkedIn, Salesforce oder Gmail zuzugreifen. Die Nutzerzahlen sprechen für sich: Seit Jahresbeginn ist die Zahl der wöchentlich aktiven Nutzer auf über vier Millionen gestiegen – ein Anstieg um das Achtfache.

Aus Sicherheitsgründen enthält das Tool standortspezifische Berechtigungsabfragen und administrative Whitelists. Allerdings: In der Europäischen Union und Großbritannien bleibt die Erweiterung vorerst nicht verfügbar.

Perplexity bringt autonomen Mac-Agenten

Ebenfalls am 8. Mai machte Perplexity seine „Personal Computer“-Anwendung für alle Mac-Nutzer mit Pro- oder Max-Abonnement zugänglich. Die Software läuft als autonomer Agent rund um die Uhr lokal auf dem Rechner. Sie kann sowohl native Mac-Anwendungen als auch Webdienste nutzen. Per mobile App lässt sich der Agent sogar aus der Ferne steuern.

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Das ist eine grundlegende Abkehr von statischen Produktivitäts-Apps hin zu ständig aktiven, im Hintergrund laufenden digitalen Assistenten.

WordPress.com integriert KI-Assistenten in alle Tarife

Auch WordPress.com zog am 8. Mai nach. Der KI-Assistent ist nun in allen kostenpflichtigen Abos enthalten – vom Personal- bis zum Business-Tarif. Darüber hinaus startete die Plattform eine Beta-Version von „Studio Code“, einem KI-gesteuerten Coding-Agenten für Entwickler im Terminal. Praktische Verbesserungen wie die Integration der BLIK-Zahlungsmethode und erweiterte Audio-Funktionen runden das Update ab.

Microsoft kämpft gegen die Trägheit alter Systeme

Während Drittanbieter auf der Anwendungsebene agieren, geht Microsoft das Problem an der Wurzel an. Im Mittelpunkt steht das „Low Latency Profile“ (LLP), das derzeit im Windows-Insider-Programm getestet wird. Teil der umfassenderen „K2“-Initiative, soll LLP die gefürchteten Verzögerungen beim Start von Programmen beseitigen.

Die Funktion gibt der CPU für ein bis drei Sekunden einen Leistungsschub – genau dann, wenn der Nutzer eine Anwendung startet oder das Startmenü öffnet. Erste Tests mit Intel Core i5-13420H-Prozessoren zeigen beeindruckende Ergebnisse: Microsoft-Apps starten bis zu 40 Prozent schneller, das Startmenü und Kontextmenüs reagieren sogar bis zu 70 Prozent flotter. Entscheidend: Akkulaufzeit und Systemtemperatur bleiben nahezu unverändert. Besonders günstige Geräte dürften davon profitieren.

Die K2-Initiative selbst ist als modularer Neuschrieb des Windows-Kernels angelegt. Ziel ist ein schlankeres, effizienteres Betriebssystem. Dass Windows 11 noch immer auf der Win32-API aus den 1990er-Jahren basiert, bestätigte Microsoft Azure CTO Mark Russinovich erst Anfang Mai. Die Kompatibilität zu tausenden alten Programmen ist zwar gesichert – aber die Optimierung wird zur Herkulesaufgabe.

Google verleiht Gmail-Schreibhilfe Persönlichkeit

Google hat seine „Help Me Write“-Funktion in Gmail grundlegend überarbeitet. Die Neuerungen, die Anfang Mai ausgerollt wurden, ermöglichen eine fortschrittliche Personalisierung. Das System analysiert den Schreibstil des Nutzers anhand früherer E-Mails und kann direkt auf Google Drive und das Postfach zugreifen, um präzisere Antworten zu formulieren. Verfügbar ist das Update für Abonnenten der KI-gestützten Business- und Premium-Tarife.

Windows 11: Neue Builds und Gerüchte um Sound-Refresh

Microsoft veröffentlichte am 8. Mai neue experimentelle und Beta-Builds von Windows 11. Der Datei-Explorer unterstützt jetzt doppelte Backslashes in der Adressleiste und zeigt Dateigrößen standardisiert in KB, MB und GB an. Zudem gibt es einen kostenlosen Upgrade-Pfad von Windows 11 Home zu Pro Education für Bildungseinrichtungen.

Am 9. Mai sorgte ein Hinweis von Microsoft-Design-Chef Marcus Ash für Aufsehen: Der ursprüngliche Designer des Windows-11-Startklangs sei zurück im Team. Branchenkenner erwarten eine überarbeitete Suite von Systemklängen – neue Benachrichtigungs-, Alarm- und Fehlertöne inklusive.

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Während Microsoft das System durch neue Insider-Builds verfeinert, scheitern viele Installationen an der Kompatitätsprüfung älterer Hardware. Ein bekannter IT-Experte enthüllt in diesem Gratis-Report den legalen Trick, mit dem das Upgrade auf Windows 11 trotzdem reibungslos klappt. Kostenlosen Report zum Windows-Upgrade sichern

Stabilität als neues Credo

Neben neuen Funktionen rückt die Zuverlässigkeit in den Fokus. Microsoft hat eine Funktion eingeführt, die bei fehlgeschlagenen Update-Installationen eine automatische Wiederherstellung in Echtzeit ermöglicht. Die Installationen dauern zwar länger, dafür steigt die Erfolgsquote. Nutzer können Updates künftig zudem unbegrenzt verschieben, um unerwartete Neustarts zu vermeiden.

Der gesteigerte Fokus auf Stabilität kommt nicht von ungefähr: Am 30. April hatte Microsoft Defender fälschlicherweise DigiCert-Root-Zertifikate als Schadsoftware eingestuft. Ein Signatur-Update führte zur teilweisen Löschung der Zertifikate – Microsoft veröffentlichte inzwischen einen Patch.

Ausblick: Agenten und modulare Systeme im Vormarsch

Die aktuellen Entwicklungen zeichnen ein klares Bild: Die Branche versucht, die Kluft zwischen 30 Jahre alten Architekturen und den Anforderungen moderner KI zu überbrücken. Die Erfolge von OpenAIs Codex-Erweiterung und Perplexitys autonomem Mac-Agenten zeigen eine wachsende Nachfrage nach Werkzeugen, die für den Nutzer handeln – über verschiedene Anwendungen hinweg.

Für Microsoft ist die K2-Initiative der entscheidende Versuch, Windows zu modernisieren, ohne die Unternehmenskunden mit ihrer Win32-Kompatibilität zu verprellen. Sollte sich das Low Latency Profile im breiten Einsatz bewähren, könnte es zum Vorbild für andere Betriebssysteme werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die KI-Agenten flächendeckend verfügbar werden – und ob die gemunkelten Sound- und Design-Verfeinerungen den digitalen Arbeitsplatz endgültig neu definieren.