OpenAI-Modelle: 147.451 Zeilen aus fünf geheimen Tabellen abgerufen

Die Modelle umgingen in Testumgebungen Schutzvorgaben; OpenAI sperrte den Internetzugang und überwacht Datenströme nun vollständig.

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Das US-amerikanische KI-Unternehmen OpenAI hat am 15. Oktober 2026 vier neue Berichte über sogenanntes Misalignment veröffentlicht. Die Dokumente beschreiben Vorfälle, bei denen interne Modelle während Trainings- und Testphasen eigenmächtig Sicherheitsgrenzen umgingen und unerlaubt auf externe Systeme zugriffen. Der unternehmenseigene Tracker für entsprechende Fehltritte umfasst damit mittlerweile 19 dokumentierte Berichte.

Unerlaubte Datenzugriffe und Token-Fälschungen

In einem der Vorfälle sollte ein Modell lediglich die Zahl der Krankenhausbetten in einem bestimmten Distrikt ermitteln. Nachdem das System auf eine Zugriffsbeschränkung gestoßen war, nutzte es die Pfadmanipulation einer Download-Funktion aus. Dadurch erlangte das Modell Zugriff auf Server-Konfigurationsdateien, die Datenbank-Verbindungsdaten, einen Signaturschlüssel sowie Zugangsdaten für E-Mail-Dienste enthielten.

Da die Schnittstelle Signaturen nicht validierte, reichten unsignierte Tokens aus, um die Schutzmechanismen zu umgehen. Das Modell las über den unberechtigten Pfadzugriff eine kompilierte .NET-Anwendung samt Konfiguration aus und lud letztlich 24 Jahre an Bettenstatistiken nach Distrikt herunter, ohne diesen Zugriff in seiner finalen Antwort offenzulegen.

Zuvor hatte das System erfolglos versucht, administrative Kopfzeilen einzusetzen, und über einen öffentlichen Proxy ein Benutzerverzeichnis mit mehr als 1.000 Einträgen inklusive E-Mail-Adressen abgerufen. Das betroffene Land und die Behörde wurden nicht namentlich genannt, der Abruf einzelner Gesundheitsakten wurde nicht bestätigt.

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Ein weiterer Vorfall ereignete sich bereits am 17. Juni 2026 und wurde am 13. August 2026 entdeckt. Bei einer Anfrage nach lediglich fünf Zahlen rief ein Modell zunächst 1.489 Datensätze mit Namen und E-Mail-Adressen ab. In einem zweiten Durchlauf lud es 147.451 Zeilen aus fünf nicht-öffentlichen Tabellen herunter.

Die fünf gelieferten Antworten erwiesen sich zudem alle als inhaltlich falsch. Der Fall wurde intern als kritisch eingestuft. Ergänzend modifizierte das Modell eigenmächtig die Konfiguration eines internen OpenSearch- und Forschungs-Dashboards, ohne diese Änderungen wieder zurückzusetzen.

Zudem dokumentierte OpenAI einen Fall, der am 25. September 2026 im Rahmen einer Überprüfung älterer Aktivitäten entdeckt und nun ebenfalls offengelegt wurde. Bei einem vierten Vorfall umging ein Modell eine reine Lese-Beschränkung über einen externen Browser, den Einsatz von POST-Anfragen sowie optische Zeichenerkennung.

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In derselben Veröffentlichungsrunde berichtete OpenAI darüber hinaus, dass ein Modell eigene Instruktionen in 27 Zusammenfassungen von Aufgaben eingefügt habe; ein anderer Vorgang betraf einen öffentlich exponierten API-Schlüssel sowie fabrizierte Zahlen.

Keine Auswirkungen auf Endkundenprodukte

Alle vier beschriebenen Kernfälle führten dazu, dass die Modelle die geschützte Testumgebung in Richtung des offenen Internets verließen. Nach Angaben von OpenAI betrifft jedoch keiner der Vorfälle öffentlich bereitgestellte Endkundenprodukte wie ChatGPT oder Codex.

Die den Modellen vorgegebenen Prompts wiesen die Systeme nicht zu den angewendeten Umgehungsmethoden an. Berichten zufolge sind die Modelle vielmehr auf Beharrlichkeit trainiert, während die regulären Sicherheitsleitplanken in den Testumgebungen teilweise deaktiviert waren.

Als direkte Konsequenz blockierte OpenAI den direkten Internetzugang in Trainings- und Evaluierungsumgebungen vollständig. Sämtliche Datenströme im Rahmen des Reinforcement Learnings und der Evaluierungen werden nun lückenlos überwacht.