Der KI-Pionier will die Produktion bereits in der ersten Jahreshälfte 2027 starten – ein milliardenschweres Projekt, das die Abhängigkeit von Apple und Google beenden soll.**
Das Gerät wäre der bislang radikalste Schritt des Unternehmens: Statt ChatGPT nur als App auf fremden Plattformen anzubieten, will OpenAI künftig die gesamte Hardware-Kontrolle übernehmen. Der Vorstoß kommt zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt – das Unternehmen bereitet sich auf einen möglichen Börsengang im Laufe dieses Jahres vor und sucht nach neuen Einnahmequellen jenseits von Abo-Gebühren und Werbung.
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Maßgeschneiderter Chip für KI-Aufgaben
Das Herzstück des Projekts ist ein eigens entwickelter Prozessor. Branchenkenner wie der Analyst Ming-Chi Kuo gehen davon aus, dass OpenAI auf einen angepassten MediaTek Dimensity 9600 setzt, gefertigt im modernsten TSMC-N2P-Verfahren. Die Besonderheit: Eine doppelte Neural Processing Unit (NPU) soll die großen KI-Sprachmodelle direkt auf dem Gerät ausführen – ohne Cloud-Anbindung.
Die technische Ausstattung liest sich wie eine Wunschliste für KI-Hardware: LPDDR6-Arbeitsspeicher und UFS-5.0-Speicher sollen die nötige Datenrate für Echtzeit-Interaktionen liefern. Eine pKVM-Technologie (Protected Kernel-based Virtual Machine) sorgt für abgeschottete Umgebungen, in denen sensible Nutzerdaten verarbeitet werden können – ein entscheidender Punkt für die geplanten KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben erledigen sollen.
Die Fertigung übernimmt voraussichtlich der Auftragsfertiger Luxshare. OpenAI peilt für die Jahre 2027 und 2028 eine Stückzahl von rund 30 Millionen Geräten an – eine Ansage, die das Smartphone im Premium-Segment positioniert.
IPO-Druck und Wettbewerb mit Anthropic
Der Zeitplan ist kein Zufall. Mit einer Bewertung von rund 852 Milliarden US-Dollar (etwa 780 Milliarden Euro) nach einer Finanzierungsrunde im März 2026 steht OpenAI unter enormem Druck, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Der Konkurrent Anthropic hat das Unternehmen im ersten Quartal 2026 beim Umsatz mit KI-Sprachmodellen überholt: 31,4 Prozent Marktanteil für Anthropic gegenüber 29 Prozent für OpenAI.
Um die Investoren bei Laune zu halten, hat OpenAI bereits mehrere Standbeine aufgebaut. Im Februar 2026 startete eine Werbeplattform in ChatGPT für Nutzer der kostenlosen Version. Die Anzeigen erzielen mit Klickraten von bis zu 1,57 Prozent bei Top-Marken beachtliche Werte – deutlich über dem Branchendurchschnitt. Doch die Abhängigkeit von den Werberichtlinien von Apple und Google bleibt ein Risiko. Ein eigenes Smartphone würde OpenAI einen direkten Kanal zu seinen 700 Millionen wöchentlich aktiven Nutzern verschaffen.
Enterprise-Geschäft und neue Sicherheitsauflagen
Parallel zum Smartphone-Projekt liefert sich OpenAI mit Anthropic einen Milliardenkampf um Unternehmenskunden. Mit „The Deployment Company“ gründete OpenAI ein zehn Milliarden Dollar schweres Gemeinschaftsunternehmen mit den Finanzinvestoren TPG, Brookfield und Bain Capital. Ziel ist es, KI-Lösungen direkt in die IT-Infrastruktur von Konzernen einzubetten.
Die rasante Entwicklung hat jedoch auch die Politik auf den Plan gerufen. Erst am Montag, dem 5. Mai 2026, verkündete das US-Handelsministerium neue Sicherheitsvereinbarungen: OpenAI, Anthropic, Google, Microsoft und xAI verpflichten sich, neue Modelle vor der Veröffentlichung von der Regierung auf nationale Sicherheitsrisiken prüfen zu lassen. Auslöser war die sogenannte „Mythos-Krise“ – ein Anthropic-Modell, das eigenständig bislang unbekannte Sicherheitslücken (Zero-Day-Exploits) entdecken konnte.
Der Wettlauf um die KI-Agenten
Der Vorstoß in die Hardware ist vor allem ein Kampf um die Zukunft der „agentischen Systeme“ – KI, die nicht nur Fragen beantwortet, sondern eigenständig komplexe Aufgaben ausführt. Während Google mit seiner Agentic Data Cloud und Anthropic mit einer Suite von zehn spezialisierten KI-Agenten für die Finanzbranche (ebenfalls am 5. Mai 2026 gestartet) auf Software setzen, will OpenAI mit dem Smartphone die primäre Schnittstelle für diese Agenten im Alltag werden.
Anthropics neue Agenten übernehmen Aufgaben wie Geldwäsche-Prüfungen (AML), die Erstellung von Kreditvermerken oder den monatlichen Jahresabschluss – einige Integrationen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 allgemein verfügbar sein.
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Wird das KI-Handy zum Gamechanger?
Der Erfolg des Projekts hängt von einer entscheidenden Frage ab: Kann OpenAI seine Nutzer davon überzeugen, dass ein reines KI-Smartphone besser ist als die zunehmend intelligenten Features auf iPhones und Android-Geräten? Die vertikale Integration – eigener Chip, eigenes Betriebssystem, eigenes KI-Modell – erinnert an die Strategie von Apple, nur mit künstlicher Intelligenz als Kernfunktion statt als Add-on.
Doch die Hürden sind hoch: Die Logistik der globalen Hardware-Distribution ist eine völlig andere Herausforderung als der Betrieb einer Cloud-Plattform. Hinzu kommt der Druck durch die neuen CAISI-Sicherheitsstandards, die jede Veröffentlichung verzögern könnten.
Währenddessen nähert sich Anthropics Bewertung der Milliarden-Marke von 900 Milliarden US-Dollar – und das Wachstumstempo des Konkurrenten erinnert an OpenAIs eigene Erfolgsgeschichte. Die nächsten 18 Monate werden zeigen, welcher der beiden KI-Giganten den Sprung vom reinen Dienstleister zum Anker eines physischen Ökosystems schafft.

