OpenAI plant smarten Lautsprecher mit Kamera für 2027

OpenAI entwickelt einen proaktiven KI-Lautsprecher mit Kamera und Gesichtserkennung. Das Design stammt von Jony Ive, erste Geräte sollen noch 2026 vorgestellt werden.

OpenAI drängt mit einem smarten Lautsprecher in den Hardware-Markt – und holt sich Apple-Designlegende Jony Ive ins Boot. Das Gerät soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden.

Der Wettlauf, generative Künstliche Intelligenz in die physische Welt zu bringen, nimmt Fahrt auf. Der ChatGPT-Macher OpenAI bereitet einen bedeutenden Vorstoß in der Unterhaltungselektronik vor. Wie neue Berichte vom Wochenende des 20. Februar 2026 enthüllen, arbeitet das Unternehmen an einem kameraausgestatteten Smart Speaker. Die Entwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Apple-Designchef Jony Ive. Während dieses spezielle Gerät für den Marktstart Anfang 2027 geplant ist, will OpenAI sein erstes physisches Produkt bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 präsentieren.

Ein proaktiver Assistent für den Haushalt

Laut Berichten der Technologiepublikation The Information hat OpenAI ein eigenes Hardware-Team mit über 200 Mitarbeitern aufgebaut. Das prominenteste Produkt in der Pipeline ist ein Smart Speaker, der die Grenzen herkömmlicher, passiver Sprachassistenten überwinden soll. Der Preis soll zwischen 200 und 300 US-Dollar liegen.

Anders als Standard-Geräte wird der OpenAI-Lautsprecher über eine integrierte Kamera verfügen. Sie soll den KI-Modellen visuellen Kontext liefern. Das Gerät könnte so Objekte auf Tischen erkennen und Nuancen in Gesprächen erfassen. Durch die Verarbeitung von Audio- und visuellen Daten soll der Speaker zu einem proaktiven Teilnehmer im Haushalt werden. Interne Präsentationen beschreiben ein System, das Nutzerverhalten beobachtet und Handlungsvorschläge macht – etwa eine frühere Schlafenszeit vor einem wichtigen Meeting.

Zudem soll die Hardware eine fortschrittliche Gesichtserkennungstechnologie ähnlich Apples Face ID integrieren. Diese biometrische Sicherheitsfunktion würde es Nutzern ermöglichen, Online-Käufe direkt über den Lautsprecher zu authentifizieren.

Die Design-Allianz mit Jony Ive

Für das Design zeichnet Jony Ive und seine unabhängige Firma LoveFrom verantwortlich. Die Zusammenarbeit vertiefte sich im Mai 2025, als OpenAI das von Ive mitgegründete Hardware-Startup io Products für einen Milliardenbetrag übernahm. Dieser Deal brachte Dutzende ehemalige Apple-Ingenieure zu OpenAI. Ive behält sich laut Berichten die finale Freigabe für fast alle Design-Entscheidungen vor.

Die Fusion des schnelllebigen KI-Softwareunternehmens mit der akribischen Designschmiede verläuft jedoch nicht reibungslos. Berichten zufolge gibt es interne Spannungen zwischen OpenAIs Kerningenieuren und LoveFrom. Mitarbeiter sollen sich über die strikte Geheimhaltung und das langsame Tempo bei Designüberarbeitungen der Designfirma frustriert zeigen. Die geteilten Verantwortlichkeiten sorgen für logistische Engpässe.

Trotz dieser Wachstumsschmerzen ist die Partnerschaft eine massive strategische Wette: Erst ein premium, nutzerzentriertes Design könne KI-Hardware für Verbraucher zum Erfolg führen.

Zwei Wege für den Markteinstieg

Anfängliche Gerüchte betonten einen Starttermin Anfang 2027. OpenAIs Führungskräfte haben diese Zeitpläne nun präzisiert. Chris Lehane, Chief Global Affairs Officer von OpenAI, bestätigte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 2026, dass das Unternehmen plant, sein erstes physisches Gerät in der zweiten Jahreshälfte 2026 vorzustellen.

Dieser Zeitplan lässt zwei Möglichkeiten für das Produkt-Rollout zu. OpenAI könnte den kameraausgestatteten Smart Speaker noch dieses Jahr ankündigen und demonstrieren, um Vorfreude zu wecken, bevor der Verkauf 2027 beginnt. Alternativ könnte die Enthüllung 2026 ein völlig anderes Produkt betreffen. Lieferketten-Berichte erwähnen häufig ein bildschirmloses, audio-fokussiertes Wearable mit dem Codenamen Sweetpea. Dieses könnte den Markteinstieg vor dem stationären Lautsprecher ebnen.

Darüber hinaus erkundet OpenAI angeblich die Entwicklung von KI-gesteuerten Smart Glasses und einer intelligenten Lampe. Eine Serienproduktion dieser sekundären Geräte wird von Analysten jedoch nicht vor 2028 oder später erwartet.

Ein schwieriges Marktumfeld

OpenAIs Übergang vom Software-Anbieter zum Hardware-Hersteller erfolgt in einer komplexen Phase. Frühe Versuche mit dedizierten KI-Gadgets wie dem Humane AI Pin oder dem Rabbit R1 scheiterten am Mainstream. Sie wurden oft für technische Mängel und mangelnden Nutzen im Vergleich zum Smartphone kritisiert.

OpenAI verfolgt mit einem heimbasierten Smart Speaker mit visueller Integration einen anderen Ansatz. Das Ziel ist es, bestehende Home Hubs zu ersetzen oder aufzuwerten, anstatt direkt mit Mobiltelefonen zu konkurrieren.

Das Wettbewerbsumfeld wird jedoch härter. Apple arbeitet Berichten zufolge selbst an einem fortschrittlichen Home-Hub-Gerät mit Kamera, Bildschirm und tiefer Integration einer verbesserten Siri. Das würde einen direkten Schlagabtausch der Tech-Giganten im Smart-Home-Sektor bedeuten. Meta hat unterdessen mit den Ray-Ban Smart Glasses gezeigt, dass es eine Nachfrage nach KI-integrierter Hardware gibt.

Die größte Hürde: Datenschutz

Die größte Herausforderung für OpenAIs Smart-Speaker-Ambitionen bleibt der Datenschutz. Die Vermarktung eines immer zuhörenden, kamera-ausgestatteten Geräts, das intime Haushaltsdaten erfassen und analysieren soll, wird auf erhebliche Skepsis der Verbraucher stoßen. Datenschutzaktivisten warnen konsequent vor den Überwachungsimplikationen kontextbewusster Heimgeräte.

OpenAI wird robuste, transparente Datenschutzprotokolle etablieren müssen, um Käufer davon zu überzeugen, dass ihr persönlicher Raum sicher ist. Die Balance zwischen bahnbrechenden multimodalen KI-Fähigkeiten und strengem Privatsphärenschutz wird den Erfolg des Unternehmens auf seinem Weg aus der digitalen in die physische Welt definieren.

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