Der KI-Entwickler OpenAI hat die Nutzungskontingente für seine Pro-Abonnements sowie den Tarif Business Premium mit sofortiger Wirkung verdoppelt. Die Maßnahme betrifft die Abonnementstufen Pro 100, Pro 200 und Pro 500. Gleichzeitig nahm das Unternehmen eine zuvor geplante Beschränkung für Nutzer des mittleren Tarifs nach deutlichen Rückmeldungen aus der Nutzerschaft zurück.
Anpassungen bei den Pro-Tarifen und Rücknahme geplanter Kürzungen
Die Aufstockung gilt für neue wie auch bestehende Kunden automatisch. Bei bestehenden Abonnements wird die Umstellung noch vor dem nächsten regulären Verlängerungstermin wirksam. Für die Tarife Pro 100 zu einem Preis von 100 US-Dollar pro Monat und Pro 500 für 500 US-Dollar pro Monat verdoppelt OpenAI das jeweilige Kontingent für Work und Codex.
Für Unternehmenskunden mit dem Tarif Business Premium vermerken die offiziellen Versionshinweise ebenfalls eine Ausweitung, ohne dort jedoch einen konkreten Multiplikator zu nennen. Das Basis-Abonnement ChatGPT Plus bleibt von den Neuerungen unberührt und verbleibt auf dem bisherigen Niveau.
Mit der Ankündigung korrigiert OpenAI zudem frühere Pläne für den 200 US-Dollar teuren Pro-200-Tarif. Ende September hatte das Unternehmen per E-Mail mitgeteilt, neue Abonnenten dieser Stufe nach einer Neuberechnung künftig nur noch mit einem halbierten Limit auszustatten. Eine entsprechende Kürzung der Limits für Work und Codex war für den 30. Oktober vorgesehen gewesen.
Wer sich mit der geschäftlichen Nutzung von KI-Modellen befasst, muss heute auch die komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen des EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Diese Pläne wurden nun vollständig verworfen. Pro-200-Konten mit bisher niedrigerem Limit werden auf das höhere Niveau verdoppelt, während Nutzer, die bereits über ein höheres Limit verfügten, dieses behalten. Bei den wöchentlichen GPT-6-Pro-Limits im regulären Chat bleiben Pro 100 und Pro 500 unverändert, während auch hier das niedrigere Pro-200-Limit an das höhere Niveau angeglichen wird.
Hintergründe, Verbrauchsfaktoren und neue Agentenfunktionen
Thibault Sottiaux, Leiter des Bereichs Codex und ChatGPT bei OpenAI, ordnete die Entscheidung als den 25. Tag einer auf 28 Tage angelegten Initiative für Modell- und Limitverbesserungen ein. OpenAI verweist im Zuge der Ankündigung darauf, dass ein verdoppeltes Nutzungskontingent in der Praxis nicht zwangsläufig der doppelten Menge an erledigter Arbeit entspricht.
Der tatsächliche Verbrauch hängt maßgeblich vom gewählten Modell, der konkreten Aufgabe, dem Kontextumfang, Denkprozessen, eingebundenen Werkzeugen, Websuchen, Caching-Mechanismen und der Arbeitsgeschwindigkeit ab.
Neben höheren Kapazitäten bringen neue KI-Systeme auch veränderte Anforderungen an die betriebliche Sicherheit und Compliance mit sich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und was Verantwortliche jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Leitfaden zur KI-Verordnung herunterladen
So verbraucht der Fast-Modus Einheiten 2,5-mal so schnell wie der Standardmodus. Die Geschwindigkeitsstufe Ultrafast, die Abonnenten von Pro 500 vorbehalten ist, verbraucht das Kontingent sogar 8-mal so schnell.
Unabhängig von den Chat- und Programmierkontingenten bleiben die erweiterten Limits für die auf dem Entwicklertag vorgestellten Always-On-Agenten namens Dots vorerst bestehen. Deren Beanspruchung wird weiterhin separat vom regulären Nutzungskontingent verbucht.
Die Dots-Funktion soll demnächst auch Nutzerinnen und Nutzern in der Europäischen Union zur Verfügung stehen. Begleitend zu den Anpassungen der Kontingente treibt das Unternehmen kontinuierlich Effizienzverbesserungen voran; zuletzt veröffentlichte OpenAI die 6.1-Modelle Terra und Sol, die eine vergleichbare oder höhere Leistung als ihre Vorgänger aufweisen.

