OpenAI: Rechenzentren sollen künftig „Compute Campuses“ heißen

OpenAI erwägt den Begriff „Compute Campuses“ und bereitet politische Vorschläge zu KI-Infrastruktur und lokalen Interessen vor.

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OpenAI erwägt eine begriffliche Neuausrichtung für seine Recheninfrastruktur. Das Technologieunternehmen schlägt vor, große KI-Rechenzentren künftig als Compute Campuses beziehungsweise Rechenzentrumsparks zu bezeichnen.

Ein Sprecher begründete diesen Vorschlag damit, dass die neue Bezeichnung den Maßstab und die gesellschaftliche Rolle der Infrastruktur vor dem Hintergrund langfristiger Investitionen in Rechenkapazitäten, Stromnetze und Fachkräfte besser widerspiegele.

Wachsender Widerstand gegen Energiebedarf und Umweltfolgen

Der Vorschlag für den Begriffswechsel erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Vorbehalte in den USA. Anwohner und Kommunen kritisieren zunehmend den rasanten Ausbau von Rechenzentren, insbesondere wegen des hohen Stromverbrauchs und der Belastung lokaler Versorgungsnetze.

Eine Befragung des Pew Research Center unter 10.548 Erwachsenen in den USA aus den Monaten Juli und August verdeutlicht diesen Stimmungswandel. Demnach stuften 54 Prozent der Befragten den Einfluss von Rechenzentren auf die Umwelt als negativ ein. Im Januar hatte dieser Anteil noch bei 39 Prozent gelegen, was einem Anstieg um 15 Prozentpunkte entspricht.

Zudem befürchten 50 Prozent der Teilnehmenden nachteilige Folgen für ihre privaten Stromkosten. Rund 60 Prozent gaben an, sich mit dem Bau eines neuen Rechenzentrums in ihrer eigenen Region unwohl zu fühlen. Bereits im Sommer äußerten sich lediglich 16 Prozent der Amerikaner grundsätzlich positiv zur künftigen Entwicklung von Künstlicher Intelligenz.

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Geplante Initiative im Umfeld der Kongresswahlen

Die angestrebte sprachliche Anpassung ordnet sich in eine geplante Politik- und PR-Offensive ein, die OpenAI für die Zeit nach den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 vorbereitet. Berichten zufolge soll die Kampagne während der Übergangsphase des Kongresses ab dem 9. November 2026 anlaufen und bis zur Vereidigung der neuen Parlamentsmitglieder am 3. Januar 2027 fortgeführt werden.

Chris Lehane, Leiter für globale Angelegenheiten bei OpenAI, sammelt bereits seit August politische Vorschläge. Er bezeichnete die Zwischenwahlen als eine Art Kinotrailer und als Übergangstor von einer Ära zur nächsten. Für das Präsidentschaftswahljahr 2028 erwartet Lehane, dass Künstliche Intelligenz zu einer der zentralen Streitfragen wird. Die aktuelle öffentliche Diskussion über Rechenzentren bewertete er als gut und gesund.

Lokale Mitspracherechte und Referenzprojekte

Zu den Konzepten des Unternehmens gehören unter anderem sogenannte Tempolimits in Form verbindlicher Sicherheitsvorgaben für hochentwickelte KI-Systeme. Vorgesehen sind außerdem Vereinbarungen mit Anrainergemeinden, die lokale Mitspracherechte bei Bauvorhaben, wirtschaftliche Fördermaßnahmen sowie globale Standards garantieren sollen.

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Wie Lehane bereits am 9. September mitteilte, unterstützt OpenAI vier entsprechende Gesetzesinitiativen im Bundesstaat Kalifornien sowie verbindliche Sicherheitsregeln auf US-Bundesebene.

Als Referenz für künftige Projekte verweist OpenAI auf den PORTS-Pike Technology Campus in Pike County im Bundesstaat Ohio. Das in der Region der Appalachen angesiedelte Vorhaben umfasst eine geplante Kapazität von rund 8 Gigawatt, eine Pachtdauer von 20 Jahren sowie Tausende lokale Arbeitsplätze und wird gemeinsam mit SB Energy und Nvidia realisiert. Es baut auf der 2025 ins Leben gerufenen Stargate-Initiative auf, die Standorte mit mehreren Gigawatt Leistung in verschiedenen US-Bundesstaaten vorsieht.

Auch andere Technologiekonzerne reagieren auf die Bedenken in den Kommunen: Meta, Amazon und Microsoft sagten Investitionen in Millionenhöhe für umliegende Gemeinden und Bildungseinrichtungen zu. Zudem verzichten Amazon und Microsoft bei Verhandlungen mit lokalen Regierungsstellen inzwischen auf Vertraulichkeitsvereinbarungen.

Mehr zum Thema bei TechCrunch: „OpenAI might rebrand its data centers as ‘AI compute campuses’“