OpenAI arbeitet an einem eigenen humanoiden Roboter und will die Technologie im Jahr 2027 im Rahmen einer Demonstration der Öffentlichkeit präsentieren. Das kündigte OpenAI-Chef Sam Altman an. Auf die Frage im Podcast „Sources“, ob das Unternehmen eine solche Maschine bauen werde, bejahte Altman das Vorhaben.
In einem Gespräch mit dem Magazin Fortune stellte er für 2027 eine überzeugende Vorführung in Aussicht. Zugleich dämpfte er überzogene Erwartungen an eine rasche Einführung: Bis humanoide Maschinen tatsächlich im Alltag oder auf Straßen zum Einsatz kämen, dürften nach seiner Einschätzung noch einige Jahre vergehen.
Bei dem für 2027 anvisierten Meilenstein handelt es sich ausdrücklich um die Vorführung eines Prototyps und nicht um einen Zeitplan für die Markteinführung oder den Verkauf an Verbraucher. Altman betonte, das äußere Erscheinungsbild sei weit weniger entscheidend als das Steuerungssystem, das den Roboter antreibe.
Der Fokus liege daher klar auf der Software und der zugrundeliegenden künstlichen Intelligenz. Die Wahl einer humanoiden Bauform begründete Altman damit, dass die menschliche Umwelt mit Türklinken, Tastaturen und Werkzeugen exakt auf den menschlichen Körper zugeschnitten sei.
Als zentrale technische Hürden nannte Altman physische Kollisionen und sensorisches Feedback. Eine besondere Herausforderung sei es etwa, beim Greifen einer Kaffeetasse das Objekt präzise zu erfassen, den richtigen Griff zu finden und die aufgewendete Kraft exakt zu dosieren. Hinzu komme die bestehende Lücke zwischen Computersimulationen und den Bedingungen der realen Welt.
Ausbau des Labors und personelle Verstärkung
Um das Projekt voranzutreiben, betreibt das Unternehmen ein eigenes Labor für humanoide Robotik und stellt fast 30 Robotik-Ingenieure ein. Mitte Oktober waren auf der Karriereseite des Unternehmens 27 entsprechende Positionen ausgeschrieben.
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Das Anforderungsprofil deckt Bereiche wie Bewegungs- und Aktuatorsteuerung, Zustandsschätzung und Ganzkörperverhalten ab. Zudem sucht OpenAI Experten für maßgeschneiderte elektromechanische Aktuatoren – einschließlich Motoren, Getrieben, Sensorik und Wärmemanagement – sowie Spezialisten für Fertigung und Lieferketten.
Kurzfristig zielt das Unternehmen auf einen Allzweckroboter ab, der Fachkräfte bei der Errichtung von Infrastruktur unterstützen soll. Langfristig ist ein persönlicher Assistent für Alltagsaufgaben geplant. Erste Maschinen sollen nach diesen Plänen Arbeitern und Technikern beim Bau künftiger OpenAI-Anlagen helfen und in Fabriken sowie Rechenzentren zum Einsatz kommen, bevor an eine Nutzung in Privathaushalten zu denken ist.
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Konkrete Angaben zu technischen Spezifikationen, der Sensorik, dem Aussehen oder potenziellen Preisen und Abonnementmodellen hat OpenAI bisher nicht gemacht.
Rückkehr zur Hardware nach strategischer Pause
Für OpenAI markiert der Schritt eine Rückkehr zu eigenen Hardware-Entwicklungen. Das Unternehmen hatte seine Robotikarbeiten im Jahr 2021 zunächst eingestellt, unter anderem wegen eines Mangels an realen Daten zum Trainieren der Modelle.
Nachdem 2025 ein früheres Robotikteam aufgelöst worden war, folgten bald darauf erneute Neueinstellungen für Mechanik-, Steuerungs- und Sicherheitsrollen. Ende Mai kündigte das Unternehmen die Initiative „OpenAI Robotics“ an, die unter der Leitung von Aditya Ramesh steht, einem Mitentwickler von DALL-E und Sora.
Parallel dazu beteiligte sich OpenAI an externen Branchenunternehmen wie Figure AI, Physical Intelligence und 1X Technologies. Eine im Jahr 2024 geschlossene Partnerschaft mit Figure AI zur Entwicklung von KI-Modellen für humanoide Roboter wurde jedoch bereits nach wenigen Monaten wieder beendet.

