OpenAI startet ChatGPT Go und testet Werbung

OpenAI führt mit ChatGPT Go einen günstigen Abo-Tarif ein und plant Werbetests in den USA. Diese Doppelstrategie soll die Finanzierung der KI-Entwicklung sicherstellen.

OpenAI macht KI für Millionen Nutzer erschwinglicher – und startet dafür eine Werbe-Offensive. Das Unternehmen hat am Freitag seinen neuen, günstigen Abo-Tarif ChatGPT Go weltweit eingeführt. Gleichzeitig kündigte es an, in Kürze Werbung in der kostenlosen und der neuen Go-Version zu testen. Diese Doppel-Strategie soll die immense Finanzierungslücke für die Entwicklung generativer KI schließen.

Günstiger Einstieg mit klaren Grenzen

Für 8 Euro monatlich bietet ChatGPT Go einen deutlichen Sprung gegenüber der kostenlosen Version. Nutzer erhalten zehnmal so viele Nachrichten, können Dateien hochladen und Bilder erstellen. Zugriff gibt es auf das aktuelle Modell GPT-5.2 Instant mit längerem Gedächtnis für kohärentere Gespräche. Die leistungsstärksten „Thinking“-Modelle bleiben jedoch den teureren Tarifen vorbehalten.

Der globale Start folgt einem erfolgreichen Testlauf, der im August 2025 in Indien begann. Dort entwickelte sich der Tarif zum am schnellsten wachsenden Angebot des Unternehmens. Diese Resonanz überzeugte OpenAI von einem weltweiten Rollout.

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Werbung hält Einzug in den Chat

Die weitaus gewichtigere Ankündigung betrifft die geplante Werbeeinblendung. In den kommenden Wochen starten erste Tests bei erwachsenen, eingeloggten Nutzern in den USA – zunächst in der kostenlosen und der Go-Variante. Die teureren Abos Plus, Pro, Business und Enterprise bleiben werbefrei.

OpenAI verspricht einen behutsamen Umgang. Werbung soll klar als „Gesponsert“ gekennzeichnet am Ende von Antworten erscheinen. Sie werde die KI-Antworten nicht beeinflussen, betont das Unternehmen. Nutzerdaten blieben privat und würden nicht an Werbetreibende verkauft. Zudem können Nutzer die Personalisierung deaktivieren oder Werbung komplett ablehnen. Für Minderjährige und sensible Themen wie Gesundheit oder Politik sind keine Anzeigen geplant.

Drei-Stufen-Modell für jede Nutzergruppe

Mit ChatGPT Go etabliert OpenAI ein klares Drei-Stufen-Modell für Privatkunden:

  1. ChatGPT Go: Der Einstieg für 8 Euro mit erweiterten Limits.
  2. ChatGPT Plus: Bleibt für 20 Euro der Zugang zu leistungsstarken „Thinking“-Modellen.
  3. ChatGPT Plus Pro: Das Premium-Angebot für 200 Euro mit Höchstlimits und Top-Modellen für Profis.

Diese Struktur schafft eine klare Upgrade-Perspektive – vom Gelegenheitsnutzer bis zum Profi.

Finanzdruck treibt Strategiewechsel

Der Schritt hin zu einem hybriden Abo- und Werbemodell ist eine direkte Reaktion auf den enormen finanziellen Druck. Die Entwicklung und der Betrieb modernster KI verschlingen Milliarden. Berichte über Werbepläne gab es bereits seit Ende 2024.

Die Strategie erinnert an das „Freemium“-Modell von Netflix oder Spotify: Ein günstiger oder werbefinanzierter Tarif lockt eine breite Masse an, von der ein Teil später auf ein kostenpflichtiges, werbefreies Upgrade umsteigt. Für OpenAI ist dies ein Balanceakt zwischen der Mission, KI für alle zugänglich zu machen, und der harten Realität der Wirtschaftlichkeit.

Die anstehenden Werbetests in den USA werden entscheidend sein. Sie zeigen, ob OpenAI Werbung integrieren kann, ohne das Vertrauen der Nutzer und die Nützlichkeit der Plattform zu beschädigen. Gelingt dies, könnte das hybride Modell zum neuen Standard in der KI-Branche werden.

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