OpenAI hat Brent Mayo, einen ehemaligen Führungskraft von Elon Musks xAI, zum Chef des Rechenzentrumsbaus ernannt. Der Personalwechsel fällt mit einer drastischen Aufstockung des Investitionsbudgets zusammen: Bis 2030 will das Unternehmen rund 750 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur stecken.
Wechsel vom Rivalen
Mayo kommt direkt vom Erzrivalen. Bei xAI hatte er den Bau des Colossus-Supercomputer-Campus in Memphis geleitet. Künftig verantwortet er bei OpenAI die Planung und Errichtung neuer Rechenzentren – und berichtet direkt an Technologiechef Uday Ruddarraju.
Der Wechsel erfolgt zu einem pikanten Zeitpunkt. Erst am 22. Juli 2026 wies ein US-Richter eine Klage von xAI gegen OpenAI ab. Der Vorwurf: OpenAI habe einen früheren Ingenieur zum Geheimnisverrat angestiftet. Der Richter sah dafür keine Beweise. Die juristischen Spannungen zwischen den beiden KI-Schwergewichten scheinen sich damit vorerst zu entschärfen.
750 Milliarden für die Rechenpower von morgen
Die Einstellung Mayos ist Teil einer massiven Beschleunigung der Infrastrukturstrategie. Ursprünglich hatte OpenAI 600 Milliarden Euro für den Ausbau bis 2030 veranschlagt – nun sind es 750 Milliarden. Das Geld fließt in Cloud-Verträge und den Bau eigener Anlagen.
Die rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz bringen auch neue gesetzliche Anforderungen für Unternehmen mit sich. Dieser kostenlose Ratgeber verschafft Ihnen den nötigen Überblick über Pflichten und Risikoklassen der aktuellen EU-Regulierung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Doch die Finanzlage bleibt angespannt. Finanzchefin Sarah Friar äußerte intern Bedenken, ob das Umsatzwachstum mit den explodierenden Ausgaben Schritt halten kann. 2025 verbuchte OpenAI einen Verlust von 38,5 Milliarden Euro bei Einnahmen von 13,07 Milliarden Euro. Zwar erreichte das Unternehmen im Februar 2026 eine annualisierte Umsatzrate von 25 Milliarden Euro – doch allein die Rechenkosten für dieses Jahr werden auf 50 Milliarden Euro geschätzt. Zum Vergleich: 2017 gab OpenAI gerade einmal 30 Millionen Euro für Rechenleistung aus.
Project Camellia: OpenAIs erstes eigenes Rechenzentrum
Herzstück der Expansion ist Project Camellia – ein 20-Milliarden-Euro-Rechenzentrum auf 560 Hektar in Savannah, Georgia. Es ist OpenAIs erster selbst gebauter Standort. Die Anlage soll 3,2 Gigawatt Strom verbrauchen, geliefert von Georgia Power. Gebaut wird von 2028 bis 2032.
Die Stadt lockte mit einem 15-jährigen Steuererlass von 50 Prozent auf die Grundstückssteuer. Der Strom kommt größtenteils aus Erdgas – ein umstrittener Ansatz in Zeiten der Klimadebatte.
Neben eigenen Bauten setzt OpenAI auf milliardenschwere Partnerschaften:
- Microsoft Azure: Vertrag über 250 Milliarden Euro
- Oracle: Deal über 6 Gigawatt Kapazität, bewertet mit 300 Milliarden Euro, Laufzeit ab 2027
- Amazon Web Services: Acht-Jahres-Vertrag über 138 Milliarden Euro
Während Tech-Giganten Milliarden in Infrastruktur investieren, müssen Unternehmen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI-Systemen im Blick behalten. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Dokumentationspflichten und Übergangsfristen die neue EU-KI-Verordnung konkret vorschreibt. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act herunterladen
Neue Köpfe für den Milliarden-Apparat
Um die wachsende Komplexität zu stemmen, holte OpenAI zwei Schwergewichte in den Aufsichtsrat: David Vélez, Chef der Digitalbank Nubank, und Robin Vince, Chef der Großbank BNY Mellon. Die Personalien folgen auf eine Finanzierungsrunde, die OpenAI mit 852 Milliarden Euro bewertete – bei 122 Milliarden Euro eingesammeltem Kapital.
In der kommenden Woche steht zudem ein politischer Termin an: CEO Sam Altman trifft sich mit Abgeordneten und Vertretern des Weißen Hauses, um über Risiken offener KI-Modelle zu sprechen. Erst kürzlich führte das Unternehmen zudem eine kontrollierte Sicherheitsübung durch: Ein unveröffentlichtes KI-Modell testete erfolgreich die Systeme der Plattform Hugging Face – ein Hinweis auf die wachsende Bedeutung von Sicherheitsfragen in der Branche.

