OpenAI und Hacktron: Red-Team-Tests prüfen Schnittstellen zu Drittanbietern

Hacktron prüft mit erweitertem Modellzugang besonders die Übergänge zwischen OpenAI-Anwendungen, Identitätssystemen und Infrastruktur.

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Der KI-Entwickler OpenAI hat eine Partnerschaft mit dem Sicherheitsunternehmen Hacktron angekündigt. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Schwachstellen in den Systemen von OpenAI aufzudecken. Der Schwerpunkt der gemeinsamen Red-Team-Prüfungen liegt dabei auf den Verbindungen und Interaktionen der OpenAI-Produkte mit externen Drittanbieter-Diensten.

Im Rahmen dieser Kooperation erhält Hacktron erweiterten Zugriff auf sogenannte Frontier-Modelle über das Programm Daybreak Red. Die Sicherheitsexperten von Hacktron arbeiten direkt mit den Ingenieuren von OpenAI zusammen, um hochpriorisierte Systembereiche zu überprüfen. Das Augenmerk gilt insbesondere potenziellen Sicherheitslücken an den Schnittstellen zwischen Anwendungen, Identitätssystemen und der zugrundeliegenden Infrastruktur.

Zu den finanziellen Bedingungen, der genauen Laufzeit der Vereinbarung sowie der Anzahl der beteiligten Sicherheitsforscher machte OpenAI keine Angaben. Ebenso blieben das Budget, Richtlinien zur Offenlegung künftiger Ergebnisse sowie die konkret getesteten Modelle und Dienste ungenannt.

In derselben Woche hatte OpenAI bereits mitgeteilt, dass Forscher der Gruppe Cathedral am anstehenden Security-Sprint teilnehmen, und zudem die Belohnungen im eigenen Bug-Bounty-Programm erhöht, ohne dabei konkrete Summen zu nennen.

Vorgeschichte führt zur Zusammenarbeit

Hacktron machte ursprünglich über das Security Bug Bounty Program von OpenAI auf sich aufmerksam. Das Unternehmen entwickelt KI-Agenten für Code-Reviews, Penetrationstests sowie Red-Teaming. Die Partnerschaft baut auf früheren Funden der Hacktron-Forscher auf, die Schwachstellen im Zusammenspiel von Anwendungs-, Cloud- und Identitätssystemen identifiziert und an OpenAI gemeldet hatten.

Das Hacktron-Team um Harsh Jaiswal, Mohan Pedhapati und Rahul Maini war im Juli in Systeme von OpenAI eingedrungen. Laut einem Bericht von Hacktron vom 13. September 2026 hatten die Forscher am 25. Juli 2026 zwei kritische Sicherheitslücken miteinander verknüpft: eine Remote-Code-Ausführung im bildverarbeitenden Pfad der Forensoftware Discourse sowie eine Schwachstelle im Single-Sign-On-Verfahren von OpenAI.

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Über diese Kette gelang es ihnen in weniger als 72 Stunden, Zugriff auf ChatGPT, Codex und eine GitHub-Integration zu erlangen. Dabei übernahmen sie ChatGPT- und Codex-Konten mehrerer OpenAI-Mitarbeiter und erstellten einen harmlosen Pull-Request im internen Monorepo.

Hacktron entdeckte den Exploit mithilfe von Anthropic Claude Opus 4.8, während die Funktionsfähigkeit erst mit Claude Opus 5 erreicht wurde. OpenAI behob die Schwachstelle auf der eigenen Seite rund 14 Stunden nach der Meldung. Das Discourse-Team stellte zwei Tage nach Eingang der Benachrichtigung ein Update bereit.

Nach Angaben von Hacktron wurden während des Vorfalls keine sensiblen Daten entwendet. OpenAI zahlte am 1. September 2026 eine Prämie in Höhe von 6.500 US-Dollar aus, die sich laut Hacktron ausschließlich auf die OpenAI-seitige Schwachstelle bezog, da das Forum nicht vom Prüfprogramm abgedeckt war.

Sicherheitsarchitektur und Hintergrund

Zayne Zhang, Chief Executive Officer von Hacktron, betonte hinsichtlich der Entwicklung, dass die Zukunft der Cybersicherheit nicht von der reinen Größe eines Sicherheitsteams abhängen werde, sondern davon, wie menschliche Kreativität mit den Fähigkeiten künstlicher Intelligenz verknüpft werde.

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Bereits am 10. August 2026 hatte OpenAI das Daybreak-Framework definiert. Dieses unterscheidet zwischen „Red“-Modellen, die speziell für autorisierte Schwachstellenforschung, Exploit-Validierung und Sicherheitstests trainiert wurden, und „Blue“-Modellen, die als reguläre Frontier-Allzweckmodelle mit defensiven Schutzmaßnahmen fungieren.

Der Zugriff auf diese Systeme bleibt geprüften Personen und Organisationen vorbehalten und unterliegt Identitätsprüfungen, strenger Überwachung sowie rechtlichen Verpflichtungen. Laut einem Bericht von Reuters hatten ehemalige Mitarbeiter von OpenAI zuvor Bedenken hinsichtlich interner Zugriffskontrollen und des Schutzes sensibler KI-Forschung geäußert.