Das Open-Source-Framework OpenClaw begeistert Entwickler, doch Sicherheitslücken und bösartige KI-Schwärme lösen massive Bedenken aus. In nur wenigen Wochen hat das Tool für autonome KI-Assistenten die Tech-Welt im Sturm erobert – und gleichzeitig ein gefährliches Sicherheitsvakuum offenbart. Die jüngste Kooperation mit Google VirusTotal ist ein erster Schritt, um die Flut von Schadsoftware einzudämmen. Doch reicht das?
Vom Hype zum Sicherheits-Albtraum
OpenClaw ist kein gewöhnlicher Chatbot. Das Framework verleiht KI-Agenten ein persistentes Gedächtnis und die Fähigkeit, proaktiv Aufgaben über mehrere Sitzungen hinweg zu erledigen. Sie organisieren Kalender, verwalten Projekte oder schreiben Code. Diese Vision eines „24/7-Jarvis“ begeisterte die Community: Über 100.000 Sterne auf GitHub sprechen eine klare Sprache.
Doch der offene Charakter und die einfache Bereitstellung auf privater Hardware wurden schnell zum Problem. Sicherheitsforscher entdeckten Zehntausende falsch konfigurierte OpenClaw-Instanzen, die frei im Internet zugänglich waren. Sie gaben sensible Daten, private Konversationen und unverschlüsselte API-Schlüssel preis. „Ein absoluter Albtraum für die Sicherheit“, so das vernichtende Urteil von Analysten.
Der Marktplatz für Fähigkeiten wird zur Malware-Falle
Die größte Gefahr geht von den sogenannten Skills aus. Diese modular herunterladbaren Fähigkeitspakete erweitern den Agenten – und wurden zur Einfallspforte für Schadsoftware. Auf dem offiziellen Marktplatz ClawHub fanden Sicherheitsexperten unter fast 2.900 Skills über 300 bösartige Module.
Viele installieren Infostealer-Malware, die Zugangsdaten, Browser-Sessions und andere sensible Daten ausspäht. Ein kompromittierter Agent könnte Angreifern eine mächtige Brücke in das gesamte digitale Ökosystem eines Nutzers bieten. Die Risiken sind immens.
VirusTotal-Partnerschaft: Ein erster, unzureichender Schritt
Als Reaktion auf die Eskalation kündigte das OpenClaw-Projekt kürzlich eine Partnerschaft mit Googles VirusTotal an. Seit Anfang Februar 2026 werden alle auf ClawHub veröffentlichen Skills automatisch gegen die Malware-Datenbank gescannt. Das Projekt erhält zudem Zugang zu CodeInsight, einem KI-gestützten Analyse-Tool.
Doch Experten warnen: Das ist keine Rundumlösung. VirusTotal erkennt bekannte Schadsoftware-Signaturen, ist aber nahezu machtlos gegen neuartige Bedrohungen oder bösartige Anweisungen, die in natürlicher Sprache versteckt sind. Ein cleverer Prompt-Injection-Angriff oder ein Skill, der den Agenten anweist, mit seinen legitimen Werkzeugen Schaden anzurichten, würde dieses System wahrscheinlich umgehen. Die Sicherheitslücke bleibt riesig.
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KI-Schwärme: Die nächste Dimension des Risikos
OpenClaw unterstützt von Haus aus Multi-Agenten-Systeme, sogenannte Schwärme. Mehrere Agenten arbeiten parallel oder kollaborativ an komplexen Aufgaben. Plattformen wie Moltbook, ein soziales Netzwerk für KI-Agenten, zeigen bereits emergentes Sozialverhalten.
Diese Orchestrierung vervielfacht jedoch die Risiken: Credential Sprawl, übermäßige Zugriffsrechte und Datenabflüsse potenzieren sich. Der Fall OpenClaw ist ein realer Weckruf für die gesamte KI-Branche. Er zeigt den fundamentalen Konflikt zwischen rasanter Open-Source-Innovation und der Verantwortung für sichere autonome Systeme.
Die Zukunft wird sich auf robuste Sicherheitsfundamente konzentrieren müssen: streng abgeschottete Sandbox-Umgebungen, bessere Audit-Tools und klare Richtlinien für menschliche Aufsicht, um fehlerhaftes Agenten-Verhalten zu stoppen. Der turbulente Weg von OpenClaw ist eine essentielle Lektion für die mächtige, aber gefährliche Ära der KI-Schwärme.





