OpenDesk: Mehr als 200.000 verkaufte Lizenzen zwingen ZenDiS zum Umbau

Mehr als 200.000 Arbeitsplätze sind lizenziert; neue Dienstleister und eine internationale Allianz sollen die Bereitstellung erweitern.

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Das Zentrum für Digitale Souveränität baut seine Vertriebs- und Distributionsstrukturen grundlegend um. Auslöser für diesen Schritt ist das anhaltend starke Interesse an der quelloffenen Büro- und Kollaborationsplattform OpenDesk, deren Nachfragewachstum die bisherigen Kapazitäten des Anbieters übersteigt. Wie Medien unter Berufung auf das Handelsblatt berichten, wurden bereits Lizenzen für mehr als 200.000 Büroarbeitsplätze verkauft.

Dass eine Neuaufstellung notwendig wurde, zeichnete sich bereits ab. Leonhard Kugler, Co-Geschäftsführer von ZenDiS, erklärte dazu, dass im vergangenen Jahr ein Großteil der eingehenden Anfragen nicht bedient werden konnte.

Für einen massiven Bekanntheitsschub der Suite hatte im Jahr 2025 unter anderem der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag gesorgt, der sich vor dem Hintergrund von US-Sanktionen für OpenDesk entschieden hatte. Auch international wächst das Interesse an der Suite: In der Schweiz wird die Plattform derzeit auf 3.000 Arbeitsplätzen getestet, wobei der Testabschluss bis 2027 angestrebt wird.

Zwei Bereitstellungsmodelle und neue Vertriebspartner

OpenDesk steht Anwendern in zwei Varianten zur Verfügung: Neben einer kostenlosen Community Edition für den Selbstbetrieb existiert eine Enterprise Edition, die professionellen Support beinhaltet. Die Plattform bündelt verschiedene spezialisierte Open-Source-Komponenten, darunter Nextcloud für das Dateimanagement sowie OpenProject für die Projektplanung.

Um den Engpass bei der Auslieferung zu lösen, setzt ZenDiS künftig verstärkt auf externe Dienstleister. Für die Integration und den laufenden Betrieb arbeitet die Organisation mit B1 Systems und DACHS IT zusammen.

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Parallel dazu startete ZenDiS im September 2026 ein eigenes Partnerprogramm, um auch den Privatsektor gezielt zu adressieren. Laut Handelsblatt zeigen etablierte Branchenakteure wie die Deutsche Telekom, Ionos und Bechtle Interesse an einer Beteiligung im OpenDesk-Partnernetzwerk.

Auch im Cloud-Segment formieren sich neue Vertriebswege: STACKIT, die Cloud-Sparte von Schwarz Digits, bereitet ein entsprechendes Angebot vor. Der Dienstleister beabsichtigt, OpenDesk als Cloud-Lösung aus europäischen Rechenzentren bereitzustellen. Während erste Pilotangebote bereits verfügbar sind, ist der Start des regulären Betriebs für Anfang 2027 vorgesehen.

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Branchenallianz für den internationalen Markt

Zusätzlichen Schub für die Verbreitung soll ein neu gegründetes Gemeinschaftsunternehmen liefern. Auf der Smart Country Convention (SCCON) schlossen sich die sechs Open-Source-Spezialisten Collabora Productivity, Element, Nordeck, Open-Xchange, Univention und XWiki in der Open Productivity Software GmbH zusammen. Das Joint Venture vermarktet OpenDesk international an Unternehmen sowie an Betreiber kritischer Infrastrukturen.

Gerald Pfeifer, Geschäftsführer der Open Productivity Software GmbH, begründete die Initiative damit, dass Unternehmen heute eine vollständige digitale Arbeitsumgebung benötigten. Das neue Unternehmen arbeitet zum Start mit Partnern wie Adfinis, der msg-Gruppe und Smile zusammen.

Ziel der Allianz ist der Aufbau eines umfassenden Partnernetzwerks und Marketings, das Beratungsleistungen, Implementierung, Systemintegration und den technischen Betrieb der Plattform abdeckt.