openDesk: Sechs Anbieter gründen GmbH für den kommerziellen Markt

Die neue Gesellschaft vermarktet openDesk an Unternehmen und kritische Infrastrukturen; ein KI-Assistent wurde als Prototyp vorgestellt.

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Sechs Anbieter der quelloffenen Bürosoftware-Suite openDesk bündeln ihre Kräfte für den kommerziellen Markt. Sie haben in Berlin die Open Productivity Software GmbH gegründet. Das neue Unternehmen soll die Softwareplattform gezielt an Unternehmen sowie an Betreiber kritischer Infrastrukturen im In- und Ausland vertreiben.

Bislang lag der Schwerpunkt der durch das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) bereitgestellten Suite vor allem auf dem Einsatz in der öffentlichen Verwaltung.

Die Geschäftsführung der neu geschaffenen Gesellschaft übernehmen Dr. Gerald Pfeifer, ehemals bei SUSE tätig, und Peter Ganten, Geschäftsführer von Univention. Ziel der gemeinsamen Initiative ist es, Kunden künftig einen zentralen Ansprechpartner für Beratung, Systemmigration und den laufenden Betrieb zur Verfügung zu stellen.

Europäisches Gegengewicht zu US-Technologiekonzernen

Hinter der Neugründung stehen Collabora Productivity, Element, Nordeck, Open-Xchange, Univention und XWiki. Die von ihnen angebotene Suite führt verschiedene Softwaremodule zusammen: Dokumentbearbeitung durch Collabora, Matrix-basierte Echtzeitkommunikation durch Element, Jitsi und NeoBoard über Nordeck, E-Mail- und Kalenderdienste von Open-Xchange, Identitätsmanagement von Univention sowie ein Wiki-System von XWiki.

Obwohl auch Komponenten für die Dateiverwaltung von Nextcloud und Projektplanungswerkzeuge von OpenProject fester Bestandteil der Gesamtlösung sind, gehören diese beiden Unternehmen nicht zum Kreis der Gesellschafter des neuen Unternehmens.

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Die Open Productivity Software GmbH positioniert das Softwarepaket ausdrücklich als datenschutzkonforme Alternative zu marktdominierenden Plattformen wie Microsoft 365 und Google Workspace, wobei der Schwerpunkt auf der vollen Datenkontrolle durch die Anwender liegt.

Die Module decken Dokumentenmanagement, Kommunikation, E-Mail-Dienste, Identitätsverwaltung, Dateiaustausch und Projektorganisation ab. Sowohl die Bereitstellung auf eigener Infrastruktur der Kunden als auch reine Cloud-Optionen befinden sich derzeit noch in der Entwicklung.

Unterstützung durch internationale Dienstleister

Um die praktische Einführung bei Unternehmenskunden zu begleiten, arbeitet das neue Unternehmen mit drei Startpartnern zusammen. Die Dienstleister Adfinis aus der Schweiz, die msg group sowie das französische Unternehmen Smile unterstützen künftig in den Bereichen Beratung, Migration und Systembetrieb.

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Rückendeckung erhält der Vorstoß auch von der öffentlichen Hand. Pamela Krosta-Hartl, Geschäftsführerin des ZenDiS, begrüßte die Gründung der Vermarktungsgesellschaft. Im vergangenen Monat war bereits ein privates Partnerprogramm für openDesk angelaufen.

Parallel zur geschäftlichen Expansion treibt das ZenDiS auch die technische Entwicklung der Suite weiter voran. Am 13. Oktober präsentierte die Organisation auf der Smart Country Convention in Berlin einen ersten Prototyp für einen integrierten KI-Assistenten. Das Werkzeug verfügt über Agentenfunktionen, mit denen Informationen aus den verschiedenen openDesk-Anwendungen zusammengeführt und Arbeitsabläufe eigenständig ausgeführt werden können.