openDesk und genusecure: Bundesdruckerei plant sichere VS-NfD-Arbeitsplätze

Die Partner planen Open-Source-Arbeitsplätze und IT-Infrastrukturen für Behörden, darunter eine Lösung zur Bearbeitung von VS-NfD-Dokumenten.

•

Die Bundesdruckerei-Gruppe und das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) bündeln ihre Kräfte beim Ausbau digitaler Souveränität für den öffentlichen Sektor. Beide Partner haben eine Absichtserklärung über eine strategische Zusammenarbeit unterzeichnet.

Im Mittelpunkt der Kooperation stehen souveräne IT-Infrastrukturen, Open-Source-Lösungen und die Weiterentwicklung der behördlichen Arbeitsplatzumgebung openDesk für Anwendungsbereiche mit erhöhtem Schutzbedarf.

Wie der Geschäftsführer von ZenDiS, Leonhard Kugler, hervorhob, benötige die öffentliche Verwaltung Lösungen, die Aspekte wie Sicherheit und informationelle Selbstbestimmung von Beginn an mitdenken. Die gemeinsame Initiative richtet sich zielgerichtet an Verwaltungen des Bundes, der Länder und der Kommunen sowie an weitere öffentliche Einrichtungen und mobile Arbeitsplätze.

Absicherung für Verschlusssachen

Ein zentrales technisches Element der Zusammenarbeit bildet die Verknüpfung von openDesk mit Sicherheitstechnologien der Bundesdruckerei-Tochter genua. Als erstes konkretes Anwendungsbeispiel wird eine Konfiguration vorgestellt, die openDesk mit der Suite genusecure kombiniert, um die Bearbeitung von Dokumenten der Geheimhaltungsstufe „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“ (VS-NfD) zu ermöglichen.

Anzeige

Wer sich mit der Digitalisierung von Behörden befasst, muss die rechtssichere Einbindung von KI-Systemen von Beginn an mitplanen. Dieser kostenlose Leitfaden mit integriertem Selbsttest zeigt, wie Verwaltungen neue Technologien verantwortungsvoll nutzen, ohne die Rechtsstaatlichkeit zu gefährden. Kostenlosen KI-Ratgeber für den öffentlichen Dienst herunterladen

Die Sicherheitslösung genusecure führt dafür VPN-Clients, Festplattenverschlüsselung und Smartcard-Middleware zusammen. Ergänzend dient das VPN-Gateway genuscreen zur Segmentierung des VS-NfD-Netzwerks. Die Lösung ist sowohl als dedizierte Hardware als auch als virtualisierte Firewall- und VPN-Gateway-Variante mit einer offiziellen Freigabe des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für VS-NfD verfügbar.

Zudem erweitert genua schrittweise die Plattformunterstützung: Der Client genuconnect für macOS durchläuft gegenwärtig das Zulassungsverfahren beim BSI, das bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Für das Jahr 2027 ist darüber hinaus eine Variante für Linux-Betriebssysteme geplant.

Premiere auf der Smart Country Convention

Öffentlich präsentiert wird das integrierte Gesamtsystem vom 13. bis zum 15. Oktober 2026 auf der Messe Smart Country Convention (SCCON) in Berlin. Die Bundesdruckerei-Gruppe zeigt am Stand 203 im hub27 insgesamt 17 Impulsvorträge zu Schwerpunkten wie EUDI-Wallets, dem sogenannten D-Stack, Datenanalyse, künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit.

Das Veranstaltungsprogramm umfasst unter anderem ein Fachpanel am 13. Oktober mit Innovationschef Kim Nguyen zur modernen Verwaltung zwischen Anspruch und Realität auf der Purple Stage. Am 14. Oktober folgt auf der Plaza Stage ein moderierter Austausch von Marian Margraf und Franziska Granc über die Rolle von KI-Agenten und Identitäten im Wallet-Zeitalter.

Anzeige

Neben der technischen Absicherung spielt die Mitbestimmung bei der Einführung neuer digitaler Verfahren eine entscheidende Rolle für den Projekterfolg. Ein aktueller PDF-Report liefert Personalvertretungen hierfür wichtige Verhandlungsstrategien und die neuesten Gerichtsurteile zu KI und Remote Work. Gratis-Report: Digitalisierung und Mitbestimmung 2026

Ergänzend kündigt sich bereits die Einführung der europäischen Identitäts-Wallet an: Die EUDI-Wallet des Anbieters Common Codes entsteht im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und soll am 2. Januar 2027 unter dem Namen „d-you“ starten.

Die Bundesdruckerei-Gruppe beschäftigt rund 4.700 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro. Der Vorstandsvorsitzende Christian Helfrich erklärte, dass die angebotenen Lösungen inzwischen nahezu die komplette Ende-zu-Ende-Digitalisierung der öffentlichen Hand abdecken.