Die USA verhängen Visa-Beschränkungen gegen EU-Digitalregulierer – und beschleunigen damit Europas Flucht zu eigenen Software-Lösungen. Während die Büros nach den Feiertagen wieder öffnen, bewerten Behörden in ganz Europa ihre IT-Strategien neu. Der Auslöser: US-Sanktionen gegen Schlüsselfiguren, die den Digital Services Act (DSA) durchsetzen. Die Reaktion ist ein Run auf souveräne Alternativen wie OpenDesk und Nextcloud.
Diplomatischer Eklat als Weckruf
Die Spannungen eskalieren am 24. Dezember 2025. Das US-Außenministerium verkündet Visa-Verbote für fünf europäische Spitzenbeamte, darunter Ex-Binnenmarktkommissar Thierry Breton. Die Begründung: angebliche „Zensur“ US-amerikanischer Social-Media-Plattformen durch die strenge DSA-Umsetzung.
Die europäische Antwort fällt scharf aus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilt die Maßnahmen als Einschüchterung. EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné betont, solche Sanktionen würden die Regulierung nicht aufhalten. Für IT-Strategen ist der Fall klar: Die Warnungen des „Draghi-Berichts“ von September 2024 bewahrheiten sich. Europas Abhängigkeit von US-Cloud-Infrastruktur wird zur handfesten Verwundbarkeit. Die Forderung nach souveräner Software ist kein Nice-to-have mehr, sondern ein strategisches Muss.
Viele Behörden und Unternehmen prüfen aktuell sofort verfügbare Wege, um sich von teuren Microsoft‑Lizenzen und US‑Cloud-Providern unabhängiger zu machen. Ein kostenloser Report zeigt praxisnah, wie Sie Word, Excel & PowerPoint legal und ohne Installation im Browser nutzen, Dateien sicher über OneDrive verwalten und so Microsoft‑365‑Kosten deutlich senken können. Ideal für IT‑Entscheider, die kurzfristig Kosten reduzieren und die Kontrolle über Daten verbessern wollen. Jetzt Office im Web gratis nutzen
Vorbild Schleswig-Holstein: 24.000 Beamte ohne Microsoft
Während auf politischer Ebene diskutiert wird, liefert Schleswig-Holstein die Blaupause für die Unabhängigkeit. Der nördlichste Bundesstaat hat bereits über 24.000 seiner 30.000 Verwaltungsmitarbeiter von Microsoft Office auf einen Open-Source-Stack migriert.
Seit März 2024 setzt das Land auf LibreOffice für Dokumente, Nextcloud für Collaboration und Open-Xchange mit Thunderbird für E-Mail. Das Projekt ist mehr als Symbolpolitik: Es spart dem Land voraussichtlich 15 Millionen Euro jährlich an Lizenzgebühren. Dieser Erfolg inspiriert die bundesweite „OpenDesk“-Initiative des Zentrums für digitale Souveränität (ZenDiS).
Im Juli 2025 gehen Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande einen Schritt weiter. Sie gründen das „European Digital Infrastructure Consortium for Digital Commons“, um solche Werkzeuge gemeinsam zu entwickeln und zu skalieren – frei von nicht-europäischen Codebasen.
Souveränität als Top-Priorität: ICC und Österreich ziehen nach
Die Dynamik erfasst auch internationale und nationale Institutionen. Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag kündigt im November 2025 an, seine Microsoft-Office-Software durch die europäische OpenDesk-Alternative zu ersetzen. Auslöser sollen Sicherheitsbedenken und politischer Druck gewesen sein, unter anderem nach einem Vorfall, bei dem der Chefankläger zeitweise von seinem Outlook-Konto ausgesperrt war.
Österreich geht einen ähnlichen Weg. Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) migriert 1.200 Mitarbeiter zu Nextcloud. Hier steht nicht die Kosteneinsparung im Vordergrund, sondern die Kontrolle über Daten und Systeme. Microsoft Teams wird zwar für externe Kommunikation genutzt, interne Abläufe laufen jedoch ausschließlich auf ministeriell kontrollierter Infrastruktur. So will man das Risiko ausländischer Datenanfragen minimieren.
Der Markt für Alternativen wächst rasant. Auf einem Enterprise Day in Paris verzeichnen Nextcloud-Verantwortliche ein verdoppeltes Interesse aus dem französischen öffentlichen Sektor. Eine Partnerschaft mit dem deutschen Cloud-Anbieter IONOS soll 2025 den „Nextcloud Workspace“ lancieren – als direkten, souveränen Konkurrenten zu Microsoft 365 für europäische Unternehmen.
2026: IT-Beschaffung wird Sicherheitspolitik
Der Blick auf 2026 zeigt einen fundamentalen Wandel. Die Grenze zwischen IT-Beschaffung und nationaler Sicherheit verschwimmt. Der „European Digital Sovereignty Summit“ im November 2025 legt den Grundstein für eine koordinierte EU-Strategie.
Experten prognostizieren, dass die Dezember-Ereignisse hybride Cloud-Modelle beschleunigen werden. Sensible Daten und kritische Operationen werden dann von US-Hyperscalern abgeschottet. Der einst für effizient gehaltene „All-in“-Ansatz bei amerikanischen Diensten wird durch eine „Souveränität-zuerst“-Architektur ersetzt. Mit dem operativen Digital-Infrastruktur-Konsortium und erfolgreichen Leuchtturmprojekten wie OpenDesk sind europäische Regierungen heute besser denn je in der Lage, ihre Rhetorik zur digitalen Souveränität in technische Realität zu verwandeln.
PS: Wenn der Artikel Ihren Blick auf digitale Souveränität geschärft hat — dieser Gratis-Guide erklärt in klaren Schritten, wie Verwaltungen und Teams Office‑Funktionen direkt im Browser nutzen, Dokumente gemeinsam bearbeiten und teure Abos vermeiden können. Mit konkreten Setup‑Hinweisen und Praxisbeispielen für die Migration ist er ein pragmatischer erster Schritt zur Reduktion von Microsoft‑Abhängigkeiten. Gratis-Guide: Office im Web anfordern





