Das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) hat ein neues Partnerprogramm für die Open-Source-Arbeitsumgebung openDesk ins Leben gerufen. Damit reagiert die in Bochum ansässige Organisation auf eine signifikant gestiegene Nachfrage nach souveränen Office- und Kollaborationslösungen.
Erstmals erhalten damit auch privatwirtschaftliche IT-Dienstleister und Cloud-Anbieter die Möglichkeit, eigene Angebote auf Basis der openDesk Enterprise Edition zu entwickeln und zu vertreiben.
Strukturierte Zusammenarbeit durch drei Partnerkategorien
Das Partnerprogramm des ZenDiS gliedert sich in drei spezialisierte Kategorien, um unterschiedliche Kompetenzbereiche abzudecken. Als „Official Distributor“ fungieren künftig Value-Add-Distributoren.
Die Kategorie der „Approved Sovereign Service Provider“ richtet sich an SaaS-Anbieter, die strenge Sicherheitsauflagen erfüllen müssen. Hierzu zählen ein Testat nach dem C5-Standard des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie das SEAL Level 3 gemäß dem European Cloud Sovereignty Framework.
Die dritte Kategorie umfasst die „Approved System Integrator“. Diese richtet sich an Full-Service-IT-Dienstleister, die über tiefgreifende Expertise in den Bereichen Open Source und Kubernetes verfügen.
Für die Zukunft ist zudem die Einführung einer weiteren Kategorie namens „Approved Consulting Partner“ vorgesehen. Während für diese Einstufungen formale Zulassungsverfahren durchlaufen werden müssen, bleibt der Weg für Reseller über bereits autorisierte Distributoren ohne gesondertes Verfahren offen.
Strategischer Ausbau der digitalen Verwaltung
Die Geschäftsführerin des ZenDiS, Pamela Krosta-Hartl, begründete die Einführung des Programms mit dem hohen Bedarf an Alternativen zu proprietären Lösungen. Das ZenDiS, das sich vollständig im Besitz des Bundes befindet und dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr untersteht, strebt dabei eine intensivierte Zusammenarbeit mit öffentlichen IT-Dienstleistern an. Alle Partner werden direkt durch das Zentrum betreut.
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Seit der Markteinführung im Oktober 2024 hat sich openDesk als modulare Arbeitsumgebung etabliert, die Funktionen wie E-Mail, Kalender, Textverarbeitung, Videokonferenzen und Projektmanagement browserbasiert bündelt. Aktuell nutzen bereits rund 100.000 Arbeitsplätze in der Verwaltung die Software, darunter prominente Institutionen wie das Bundeskanzleramt und das Robert Koch-Institut.
Erfolgreiche Implementierung in Kommunen
Die praktische Umsetzung der souveränen Arbeitsumgebung zeigt sich verstärkt auf kommunaler Ebene. Die Stadt Neuburg an der Donau vollzog in den Monaten zwischen März und Juni 2026 den Wechsel ihres E-Mail-Verkehrs von Microsoft Outlook zu openDesk. Laut dem Pressesprecher der Stadt, Bernhard Mahler, beliefen sich die Einrichtungskosten hierbei auf einen Betrag im unteren fünfstelligen Bereich.
Ein weiteres Großprojekt findet in der Stadt Oberkirch statt. Dort soll bis Ende des Jahres 2026 die bestehende Umgebung von HCL-Notes und Domino vollständig durch openDesk ersetzt werden. Nach Angaben der Stadtverwaltung handelt es sich dabei um das bundesweit erste Projekt dieser Art in dieser Form. Beide kommunalen Umstellungen wurden durch den IT-Dienstleister DACHS IT aus Düsseldorf realisiert.
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Die Plattform openDesk ist so konzipiert, dass sie entweder im Eigenbetrieb, über öffentliche IT-Dienstleister oder als Managed Service genutzt werden kann. Das Hosting erfolgt dabei in deutschen Rechenzentren unter Einhaltung der BSI-Standards.
Auch Sozialversicherungsträger haben die Lösung bereits als Notfallarbeitsplatz erprobt, was die Vielseitigkeit des Systems unterstreicht. Das nun gestartete Partnerprogramm soll sicherstellen, dass die wachsende Zahl an Interessenten durch qualifizierte Dienstleister fachgerecht unterstützt werden kann.

