OpenRGB 1.0: Herstellerübergreifende RGB-Software mit Qt6

OpenRGB 1.0 bringt Qt6, ein neues JSON-Profilsystem und zusätzliche Geräteunterstützung für Windows, Linux und macOS mit.

Das OpenRGB-Projekt hat mit der Veröffentlichung von Version 1.0 die erste große Hauptversion seiner herstellerübergreifenden Beleuchtungssoftware seit Sommer 2023 freigegeben.

Das Release am 11. September 2026 folgt auf eine fast dreijährige Entwicklungsphase, in der die Anwendung grundlegend modernisiert und die Hardware-Kompatibilität massiv ausgeweitet wurde.

Die Software, die unter der Lizenz GNU GPL v2 steht, dient als einheitliche Lösung zur Steuerung von RGB-Komponenten verschiedenster Hersteller und unterstützt mittlerweile hunderte Komponenten von dutzenden Marken.

Technische Modernisierung und neues Profilsystem

Ein wesentlicher Aspekt der neuen Version ist die Umstellung der technologischen Basis von Qt5 auf Qt6. Sämtliche Builds, einschließlich der Windows-Installer, macOS-Versionen sowie der Linux-AppImages und Pakete für Debian und Fedora, basieren nun auf dem neueren Framework. Parallel dazu wurde das Profilsystem der Software vollständig überarbeitet und auf das JSON-Format umgestellt.

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Diese Neuerung ermöglicht eine engere Verknüpfung von Beleuchtungsprofilen mit Systemereignissen. Nutzer können nun spezifische Lichtkonfigurationen für den Systemstart, das Herunterfahren sowie für den Wechsel in den Energiesparmodus (Suspend) und das Aufwachen (Resume) definieren. Zudem wurde der Betrieb als Hintergrunddienst verbessert, wobei unter Linux nun auch eine Integration in systemd zur Verfügung steht.

Erweiterte Hardware-Unterstützung und Plattform-Details

Die Entwickler haben den Umfang der unterstützten Hardware deutlich vergrößert. Neu hinzugekommen ist die Unterstützung für QMK und VialRGB, was insbesondere die Einbindung von Keychron-Tastaturen und deren Forks betrifft.

Auch Besitzer von Laptops und Mainboards der Hersteller Gigabyte und MSI erhalten zusätzliche Unterstützung für weitere Modelle. Im Bereich der Mobilrechner wurden zudem Clevo-Tastaturen und deren integrierte Lightbars neu in die Kompatibilitätsliste aufgenommen.

Bei den Grafikkarten deckt OpenRGB 1.0 nun zusätzliche Modelle von PowerColor sowie die Epic-X ARGB-Serie von PNY ab. Weitere technische Verbesserungen betreffen die Corsair-DRAM-Controller sowie RGB-Speichercontroller auf älteren Intel X299-Mainboards. Für Peripheriegeräte wurden neue Logitech HID++ 2.0-Controller implementiert.

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Hinsichtlich der Betriebssysteme wurden am 14. September 2026 spezifische Neuerungen für Linux und macOS gemeldet. Für Linux-Systeme ist nun hidapi-hotplug für die am selben Tag eingeführte HID-Hotplug-Unterstützung erforderlich; zudem ist die Software jetzt offiziell als Flatpak verfügbar. Die macOS-Builds unterstützen sowohl Intel-Prozessoren als auch Apple Silicon.

Sicherheitsaspekte und Software-Schnittstellen

Unter Windows erfordert die Steuerung über den SMBus weiterhin Administratorrechte und den Zugriff auf Low-Level-Treiber. Da der herkömmliche WinRing0-Treiber von Microsoft Defender zunehmend als vulnerabel eingestuft wird, bietet Version 1.0 mit PawnIO-Modulen einen alternativen Ansatz für den Hardwarezugriff.

Auch die Schnittstellen für Entwickler und Erweiterungen wurden aktualisiert. Das Software Development Kit (SDK) liegt nun in Version 6 vor und nutzt zur Identifizierung von Controllern eindeutige 32-Bit-IDs anstelle von einfachen Listenpositionen. Die Plugin-API wurde auf Version 5 angehoben, was dazu führt, dass ältere Plugins für die Verwendung mit OpenRGB 1.0 neu kompiliert werden müssen.

Trotz der Fortschritte bei der Stabilität und Kompatibilität – Nutzer berichten etwa über eine gute Funktionalität bei LianLi-Lüftern – bleibt die Unterstützung komplex.

Während frühere Versionen in Einzelfällen zu Systemkonflikten bei bestimmtem Corsair-Speicher oder Sapphire-Grafikkarten führen konnten, bestehen laut Nutzerberichten aktuell noch vereinzelt Herausforderungen bei spezifischen Aorus-Mainboards und RAM-Modulen des Herstellers Klevv.