Die Linux Foundation und Databricks haben am 10. Juni 2026 OpenSharing vorgestellt – ein Protokoll, das proprietäre Marktplätze und komplexe Punkt-zu-Punkt-Integrationen überflüssig machen soll. Das Ziel: Unternehmen sollen KI-Assets plattformunabhängig teilen können, ohne in geschlossenen Ökosystemen gefangen zu sein.
Während OpenSharing die technische Zusammenarbeit revolutioniert, müssen Unternehmen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen der neuen EU-Regulierung im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen des EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Einheitliches Protokoll für die „Agentic Era“
OpenSharing ist die Weiterentwicklung des Delta Sharing-Protokolls und erweitert dessen Fähigkeiten für moderne KI-Anforderungen. Es ist das erste offene, anbieterneutrale Protokoll speziell für den Austausch von KI-Modellen, Agent-Fähigkeiten und unstrukturierten Daten. Die Spezifikationen liegen auf GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz – ein klares Signal für Transparenz und Community-Entwicklung.
Derzeit läuft OpenSharing als Sandbox-Projekt bei der LF AI & Data Foundation. Während die Implementierung für Datentabellen bereits voll funktionsfähig ist, befindet sich der Rollout für spezialisierte KI-Komponenten wie Machine-Learning-Modelle und Agent-Skills in der Umsetzung.
Zero-Copy-Architektur: Sicherheit trifft Effizienz
Das Herzstück von OpenSharing ist eine Zero-Copy-REST-Architektur. Empfänger greifen direkt auf die Speicher des Anbieters zu – ob AWS S3, Azure, Google Cloud Platform oder On-Premises-Systeme. Eine Datenreplikation entfällt komplett.
So funktioniert es: Der Anbieter stellt zeitlich begrenzte Berechtigungen aus, die dem Empfänger sicheren, direkten Lesezugriff gewähren. Branchenbeobachter sehen darin eine massive Reduzierung der sogenannten „Integration Tax“ – also der Kosten und des Aufwands, den Unternehmen für die Verknüpfung verschiedener KI-Systeme aufwenden müssen. Weniger Datenkopien bedeuten zudem geringere Sicherheitsrisiken.
Breite Unterstützung aus der Industrie
Das Projekt startet mit beachtlicher Rückendeckung. Zu den Unterstützern zählen SAP, Stripe, OpenAI, Atlassian und die London Stock Exchange Group (LSEG). Auch der Reisekonzern Amadeus ist mit an Bord.
Für maximale Interoperabilität erweitert OpenSharing das Delta-Sharing-Ökosystem um Unterstützung für Apache Iceberg IRC Clients. So können Nutzer verschiedener Datenformate nahtlos zusammenarbeiten. Das Protokoll integriert zudem On-Premises-Speicheranbieter wie MinIO, Qumulo und Everpure – Unternehmen können also Assets aus privaten Rechenzentren genauso teilen wie Cloud-basierte Ressourcen.
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Was bedeutet das für deutsche Unternehmen?
Für den deutschen Markt ist OpenSharing besonders relevant. Viele hiesige Unternehmen – von Automobilzulieferern bis zu Maschinenbauern – betreiben hybride Infrastrukturen aus Cloud und eigenen Rechenzentren. Bislang scheiterte die unternehmensübergreifende KI-Zusammenarbeit oft an inkompatiblen Formaten und Sicherheitsbedenken. OpenSharing könnte hier Abhilfe schaffen.
Die Linux Foundation erwartet, dass der standardisierte Austausch von Agent-Fähigkeiten und Modellen die Monetarisierung von KI-Investitionen beschleunigt. Für Unternehmen bedeutet das: einmal entwickelte KI-Assets lassen sich plattformübergreifend nutzen und vermarkten – ohne Vendor-Lock-in. Ein Schritt, der die gesamte KI-Landschaft nachhaltig verändern könnte.

