OpenShot 4.0: Offline-KI und Color Grading für Videobearbeiter

OpenShot 4.0 bringt lokale KI-Masken, native Timeline, Color Grading und Aufnahmen für Windows, macOS und Linux auf den Rechner.

Die quelloffene Videobearbeitungssoftware OpenShot hat mit der Veröffentlichung der Version 4.0 einen umfangreichen Generationswechsel vollzogen. Das am 30. August 2026 von Jonathan Thomas vorgestellte Update integriert weitreichende neue Funktionen, die von lokalen KI-Modellen zur Objekterkennung bis hin zu einer grundlegend überarbeiteten technischen Architektur reichen. Die Software steht ab sofort für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux zur Verfügung.

Integrierte Aufnahmewerkzeuge und modernisierte Architektur

Eine der zentralen Neuerungen in OpenShot 4.0 ist die Einführung einer dedizierten Aufnahme-Ansicht (Recording View). Diese umfasst ein spezielles Dock für Audioaufnahmen, mit dem Nutzer sowohl den Bildschirminhalt als auch Webcam-Feeds, Mikrofonsignale und den System-Audio-Mix direkt in der Anwendung aufzeichnen können. Für Linux-Anwender bietet die Version zudem eine native Unterstützung für Bildschirmaufnahmen unter Wayland via PipeWire.

Parallel dazu wurde die technische Basis der Benutzeroberfläche modernisiert. Die bisherige Web-basierte Timeline wurde durch eine native Qt-Timeline ersetzt. Im Zuge dieses Wechsels erfolgte die Portierung von Qt5 auf Qt6 unter Verwendung von PySide6, was die Stabilität und Reaktionsgeschwindigkeit der Programmoberfläche erhöhen soll.

Professionelles Color Grading und visuelle Effekte

Für die semiprofessionelle Farbbearbeitung führt das Update einen spezialisierten Arbeitsbereich für Color Grading ein. Dieser beinhaltet klassische Farbräder, Kurven-Werkzeuge und eine Unterstützung für Look-Up Tables (LUTs). Zur präzisen technischen Beurteilung des Bildmaterials stehen nun professionelle Analyse-Werkzeuge wie Luma Waveform, Histogramm, RGB Parade und ein Vectorscope zur Verfügung.

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Ergänzt werden diese Funktionen durch eine Reihe neuer Schieberegler für grundlegende Bildkorrekturen, darunter Belichtung, Kontrast, Farbtemperatur, Tint sowie spezifische Kontrollen für Highlights, Schatten, Sättigung und Vibrance.

Die Bibliothek wurde zudem um zehn neue Effekte erweitert, zu denen unter anderem eine Audio-Visualisierung, Film Grain, Displacement Map, Beat Sync sowie Glow- und Shadow-Effekte gehören. Für cineastische Bearbeitungen stehen zudem neue Film-Looks zur Auswahl.

Lokale KI-Masken und Objekterkennung

Ein signifikanter Schwerpunkt der neuen Version liegt auf der Implementierung von künstlicher Intelligenz, die vollständig lokal auf dem Rechner des Nutzers ausgeführt wird. Über die ONNX-Laufzeitumgebung nutzt OpenShot Modelle wie EfficientSAM, YOLOv5 und Cutie für die automatisierte Erstellung von Masken.

Diese Funktion zur Objektisolierung ermöglicht es, Subjekte im Video ohne Cloud-Anbindung freizustellen. Ein integrierter YOLO-Model-Picker unterstützt dabei die Einrichtung der Objekterkennung.

Zusätzlich wurden ComfyUI-Templates in die Software eingebunden. Diese dienen primär der akustischen Nachbearbeitung und ermöglichen Funktionen wie Audio-Denoise, Voice Enhance sowie Audio Upscale und Repair.

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Performance-Steigerung und plattformübergreifende Verfügbarkeit

Im Bereich der Systemleistung verzeichnet OpenShot 4.0 messbare Zuwächse. Den Entwicklern zufolge wurde die Geschwindigkeit beim Weichzeichnen (Blur) um +61,8 % gesteigert. Die Schärfungs-Funktion (Sharpen) arbeitet nun um +12,8 % schneller. Auch die allgemeine Reaktionsfähigkeit der Timeline (+5,1 %) sowie die Rendering-Geschwindigkeit (+3,4 %) wurden optimiert.

Für Windows-Nutzer wird die Software nun auch als MSIX-Paket im Windows Store bereitgestellt. Neben den bestehenden Desktop-Versionen kündigten die Entwickler zudem einen künftigen Support für das Android-Betriebssystem an, womit die Software ihre Präsenz auf mobile Endgeräte ausweiten würde.