OpenWrt-Lücke CVE-2026-53921: Kritischer Patch am 28. Juli

Kriminelle nutzen manipulierte Hotel-Router und Ghost Pairing bei WhatsApp für Identitätsdiebstahl und Kontoplünderung.

Kriminelle Akteure nutzen gegenwärtig verstärkt die Infrastruktur von Hotel-Netzwerken sowie spezifische Funktionen des Messengers WhatsApp, um gezielte Zugriffe auf Smartphones zu erlangen. Die Maschen reichen dabei von der Manipulation von Routern bis hin zum sogenannten Ghost Pairing, mit dem Ziel, Identitätsdiebstähle zu begehen und Sicherheitsvorkehrungen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu umgehen.

Manipulation von Hotel-Infrastrukturen und Netzwerk-Sicherheit

Berichten zufolge werden bereits seit Mitte 2023 Manipulationen an Hotel-Routern in verschiedenen US-Städten sowie in Indien und Saudi-Arabien beobachtet. Die Angreifer zielen darauf ab, das Microsoft-Gerätecode-Verfahren zu kompromittieren. Durch die Kontrolle über die Router-Hardware können Kriminelle die 2FA-Hürden umgehen und sich unbefugten Zugriff auf Unternehmenskonten und private Daten verschaffen.

Ein aktuelles Sicherheitsrisiko betrifft zudem die OpenWrt-Software. In der Komponente odhcpd wurde die kritische Schwachstelle CVE-2026-53921 identifiziert, die mit einem CVSS-Wert von 9.8 als äußerst schwerwiegend eingestuft wird. Dieser Stack-Buffer-Overflow ermöglicht eine unautorisierte Fernausführung von Code mit Root-Rechten. Angreifer sind dadurch in der Lage, den Datenverkehr abzufangen, DNS-Abfragen zu manipulieren oder VPN-Verbindungen zu stören. Für betroffene Systeme der Versionen 24.10.x vor 24.10.8 wurde am 28. Juli 2026 ein Patch veröffentlicht; Sicherheitsexperten raten zu einem zeitnahen Neuflashen der Firmware.

Betrugsmasche Ghost Pairing bei WhatsApp

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt zudem vor einer Methode namens Ghost Pairing. Hierbei kapern Täter WhatsApp-Konten, indem sie Opfer dazu verleiten, QR-Codes oder Verknüpfungscodes auf manipulierten Webseiten zu nutzen. Das BSI hatte diese Vorgehensweise bereits Anfang 2026 detailliert beschrieben.

Die praktischen Auswirkungen dieser Methode zeigen sich in aktuellen Kriminalitätsberichten. In Rostock verlor ein 65-jähriger Mann 3.150 Euro, nachdem er auf einen vermeintlichen Link zur Teilnahme an einer Abstimmung geklickt hatte. Sein Konto wurde übernommen, woraufhin vier Bekannte des Opfers Geldbeträge für eine angeblich dringende Zahnbehandlung überwiesen. Auch aus Villingen werden Fälle gemeldet, in denen junge Frauen geschädigt wurden. Durch die Weitergabe von SMS-Freischaltcodes gelang es den Tätern, Beträge im mittleren dreistelligen Bereich über die Handyrechnungen der Opfer abzurechnen.

Hochentwickelte Spyware und Trojaner im Umlauf

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Neben diesen Betrugsmaschen rücken technisch hochgerüstete Angriffe in den Fokus. WhatsApp gab bekannt, dass die sogenannte Paragon-Spyware für Zero-Click-Angriffe genutzt wurde. Diese Software infiltriert Smartphones, ohne dass der Nutzer eine Interaktion ausführen muss, und ist in der Lage, verschlüsselte Nachrichten auszulesen. Weltweit waren etwa 90 Personen in über 20 Ländern betroffen, darunter gezielt auch Journalisten.

Parallel dazu verbreitet sich über den Dienst Telegram der Android-Trojaner Flying Eagle. Die Malware tarnt sich als Behörden-App und nutzt rund 170 aktive Server. Sie enthält Phishing-Vorlagen für populäre Plattformen wie TikTok sowie verschiedene Finanz-Apps, um Zahlungsdaten zu entwenden. Zudem ermöglicht der Trojaner das Erstellen von Screenshots, Keylogging und den Zugriff auf die Gerätekamera.

Weitere Gefahren drohen durch die SparkCat-Malware, die insbesondere auf Besitzer von Kryptowährungen abzielt. Die App SOEX, die bereits über 10.000 Mal installiert wurde, durchsucht gezielt die Fotogalerien der Geräte nach Seed-Phrasen, um digitale Geldbörsen leerzuräumen. Um die Ortung gestohlener Smartphones zu verhindern, setzen Täter zudem vermehrt auf physische Abschirmung durch einfache Mittel wie Alufolie, um einen Faradayschen Käfig zu erzeugen und die Funkverbindung der Geräte zu unterbrechen.