OpenXR: Khronos Group kündigt räumliche Container für XR-Multitasking an

Die neuen OpenXR-Schnittstellen sind veröffentlicht, doch Laufzeitumgebungen unterstützen sie bislang nicht; erste Umsetzungen werden 2026 erwartet.

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Das Branchenkonsortium Khronos Group hat am 19. Oktober 2026 neue Erweiterungen für den offenen Standard OpenXR angekündigt. Die sogenannten räumlichen Container schaffen systemverwaltete Bereiche für Extended-Reality-Anwendungen, die sich analog zu klassischen Desktop-Fenstern verhalten.

Entwickler erhalten damit die Möglichkeit, Anwendungen zwischen einem begrenzten Modus für das parallele Ausführen mehrerer Programme nebeneinander und einem vollständig immersiven Vollbildmodus für Einzelanwendungen umzuschalten. Die räumliche Positionierung dieser Bereiche verbleibt dabei unter der Kontrolle der jeweiligen System-Laufzeitumgebung.

Zwei neue Spezifikationen nach langer Vorbereitung

Die Veröffentlichung ist das Ergebnis einer 18 Monate langen Zusammenarbeit innerhalb der Khronos OpenXR Working Group. Das Paket umfasst zwei spezifische Schnittstellen: Während XR_EXT_spatial_container die Erstellung und Verwaltung der räumlichen Bereiche regelt, übernimmt XR_EXT_spatial_container_self_rendering das Rendern über die Kompositionsebenen von OpenXR.

Die Spezifikationen und dazugehörigen Musterbeispiele stehen nun öffentlich zur Verfügung. Ratifiziert wurden die Erweiterungen bereits am 1. September 2026 im Rahmen der OpenXR-Spezifikation 1.1.63. Am 16. Oktober 2026 folgte der entsprechende Beispielcode mit dem OpenXR SDK 1.1.65. Dieses Musterprogramm demonstriert die Funktionsweise anhand von bis zu drei parallelen Containern, bei denen ein Bedienelement den Wechsel zwischen dem begrenzten Multitasking- und dem immersiven Modus ermöglicht.

Breite Unterstützung der Industrie und Vorbilder im Markt

Zu den Unterstützern der neuen Schnittstellen zählen namhafte Akteure der Branche, darunter Google mit Android XR, Meta, PICO, Unity, Varjo, Collabora sowie das Entwicklerteam der Godot Engine.

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Technisches Vorbild ist der von Apple im Jahr 2024 auf dem Headset Vision Pro eingeführte geteilte Raum, der bereits mehrere dreidimensionale Anwendungen nebeneinander zulässt. Apple selbst gehört jedoch nicht zu den Unterstützern der OpenXR-Erweiterungen und behält seine proprietären Programmierschnittstellen bei.

Bislang erlauben verbreitete Systeme wie Meta Quest in der Regel nur eine einzelne räumliche Applikation gleichzeitig neben Systemfunktionen wie Dashboards, Browsern oder zweidimensionalen Fenstern. Meta führte Ende September 2026 mit Version 2.9 von Horizon OS im öffentlichen Testkanal zwar einen Fenstermanager für zweidimensionale Panels ein, doch vollwertiges dreidimensionales Multitasking blieb bislang eingeschränkt.

Hardware-Kompatibilität und schrittweise Umsetzung

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Laut dem Khronos-Register ist die technische Basis auf eine breite Gerätepalette ausgelegt. Genannt werden unter anderem Meta Quest, mit SteamVR kompatible PC-VR-Brillen, Steam Frame, Android-XR-Geräte sowie Hardware von Varjo, Magic Leap und XREAL.

In Software-Werkzeugen zeichnet sich bereits eine erste Umsetzung ab: Für die Godot Engine wurde ein entsprechender Integrationscode am 8. September 2026 zusammengeführt und am 15. Oktober 2026 in der Entwicklungsversion 4.8 beta 1 bereitgestellt.

Dennoch bietet aktuell noch keine verfügbare System-Laufzeitumgebung die neuen Erweiterungen an; auch der Hauptentwicklungszweig der Open-Source-Laufzeitumgebung Monado verfügt bislang nicht über den entsprechenden Support. Mit ersten einsatzbereiten Implementierungen im OpenXR-Ökosystem wird im Laufe des Jahres 2026 gerechnet.