Das an der NASDAQ notierte Softwareunternehmen Opera hat eine frühe Testversion seiner neuen Technologie WebAI vorgestellt. Damit halten lokale KI-Modelle Einzug in die Browser des Herstellers, sodass Berechnungen direkt auf den Geräten der Anwender und ohne Cloud-Verbindung ablaufen.
Die Funktion startet zunächst als optionale Vorabversion im Desktop-Browser Opera One. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch die spezialisierten Varianten Opera GX und Opera Neon folgen.
Lokale Ausführung ohne Cloud-Kosten
Opera positioniert WebAI als modellagnostischen Webstandard, der nach Unternehmensangaben von Google und Microsoft unterstützt wird. Zum Start lassen sich unter anderem das Modell Gemma von Google sowie auf Mac-Rechnern das On-Device-Foundation-Modell von Apple anbinden.
Krystian Kolondra von Opera betonte in diesem Zusammenhang, dass die meisten Aufgaben im Bereich der künstlichen Intelligenz kein Rechenzentrum erfordern. Opera wies zudem darauf hin, dass Google Chrome mit Gemini Nano bereits über eigene Schnittstellen für lokale KI-Modelle verfügt.
Da die Berechnungen lokal auf dem jeweiligen Rechner stattfinden, fallen weder Abonnementgebühren für Endnutzer noch Schnittstellenkosten für Softwareentwickler pro Anfrage an. Zudem bleiben alle verarbeiteten Daten auf dem Endgerät, wodurch Datenschutzrisiken durch Cloud-Übertragungen minimiert werden.
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Schnittstellen, Berechtigungen und Systemanforderungen
WebAI erlaubt es Webseiten und Browser-Erweiterungen, auf die lokal laufenden Modelle zuzugreifen. Mögliche Einsatzfelder sind die Textgenerierung, Inhaltsklassifizierung, Analyse von Informationszusammenhängen sowie das Verfassen, Sortieren und Vergleichen von Texten direkt über autorisierte Webseiten.
Die bereitgestellte Schnittstellenpalette umfasst Funktionen für Prompts, Entscheidungsfindungen und semantische Einbettungen sowie Spezialwerkzeuge für Zusammenfassungen, Textentwürfe, Umschreibungen, Übersetzungen und Korrektorate.
In einer Testumgebung stehen acht Schnittstellen inklusive eines Embedders zur Verfügung; zum Start werden zudem sechs experimentelle Beispiel-Erweiterungen bereitgestellt.
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Zugriffsrechte werden auf Webseitenebene granular vergeben, sodass jede Domain eine gesonderte Erlaubnis des Nutzers benötigt. Opera weist darauf hin, dass der lokale Betrieb zu einer höheren Hardwarelast führt, die Rechenleistung vom Gerät abhängt und das initiale Herunterladen sowie Laden der Modelle wenige Minuten dauern kann.
Die Nutzung ist technisch auf 64-Bit-Windows-PCs mit Intel- oder AMD-Prozessoren sowie Macs mit Apple-Silicon-Chips begrenzt. Ältere Intel-Macs, Linux-Distributionen, Systeme mit Windows on Arm und mobile Plattformen werden nicht unterstützt. Die Aktivierung erfolgt in Opera One über die interne Einstellungsseite für Künstliche Intelligenz.
Interaktive Webseiten in 3D mit HTML-in-Canvas
Ergänzend führt der Browser-Hersteller die Technologie HTML-in-Canvas ein, die ebenfalls in Opera One startet und für Opera GX sowie Opera Neon nachgereicht werden soll. Das Feature erlaubt die Einbettung voll interaktiver Webseiten in zwei- und dreidimensionale Szenen.
Laut Maciej Kocemba, Produktchef bei Opera GX, bleiben klickbare Schaltflächen, Menüs, Formulare und markierbarer Text dabei vollständig funktionsfähig. Für Entwickler stehen Testdemos wie Webpage Bulldozer, Gamer Room und HTML Ninja sowie acht Effektdemonstrationen zur Verfügung, wobei etablierte Same-Origin-Sicherheitsregeln gewahrt bleiben.

