Operation ASTERIX: KI-gestützte Cyber-Kampagne zielt auf 316.000 Deutsche

Operation ASTERIX: 885.000 Telefonnummern gesammelt, 316.002 aus Deutschland. KI-Coding-Assistenten und gefälschte Wallet-Apps als zentrale Angriffsmethoden.

Das IT-Sicherheitsunternehmen Rapid7 hat eine großangelegte Cyber-Kampagne unter dem Namen „Operation ASTERIX“ aufgedeckt. Wie aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht hervorgeht, nutzen die Angreifer intensiv Techniken der künstlichen Intelligenz (KI), um an die sensiblen Wiederherstellungsphrasen (Seed Phrases) von Krypto-Wallets zu gelangen. Die Kampagne zeichnet sich durch einen hohen Grad an Automatisierung und eine spezifische Ausrichtung auf europäische Nutzer aus.

Massive Datensammlung mit Fokus auf deutsche Mobilfunknummern

Die Dimensionen der Operation ASTERIX verdeutlichen das Ausmaß des Angriffs. Im Rahmen der Kampagne seien insgesamt 885.000 Telefonnummern gesammelt worden. Besonders auffällig ist dabei der regionale Schwerpunkt: Mit 316.002 Mobilnummern stammt ein signifikanter Teil der Daten aus Deutschland. Diese Daten dienen laut den Sicherheitsanalysten als Grundlage für weitere Phishing-Aktivitäten.

Die Validierung der erbeuteten Informationen zeige eine hohe Effektivität der Angriffsmethoden. Bei der Überprüfung gegen Konten der Plattform Crypto.com konnten die Angreifer eine Trefferquote von 13,6 % erzielen. Zudem seien Versuche dokumentiert worden, die gestohlenen Daten gegen Konten bei der Kryptobörse Kraken zu validieren.

KI-Coding-Assistenten und manipulierte Wallet-Apps

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Ein zentrales Merkmal von Operation ASTERIX ist der Einsatz moderner KI-Werkzeuge zur Erstellung der Angriffsinfrastruktur. Rapid7 zufolge nutzen die Akteure Coding-Assistenten wie GitHub Copilot, Claude Code und Kimi. Dabei wurden gezielt Versuche unternommen, diese KI-Systeme mittels sogenannter Jailbreaks zu manipulieren.

Ziel dieser Manipulationen sei es gewesen, die integrierten Sicherheitsmechanismen der Assistenten zu umgehen, um sie für die Entwicklung bösartiger Codesequenzen nutzbar zu machen.

Zur Täuschung der Opfer setzen die Hintermänner auf gefälschte Applikationen. Diese tarnen sich als legitime Wallet-Software namhafter Anbieter wie Trezor, Ledger und Exodus. Nutzer, die diese manipulierten Anwendungen installieren, geben unwissentlich ihre privaten Zugangsinformationen preis.

Komplexe Angriffspipeline und Datenexfiltration

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Die technische Architektur der Kampagne umfasst eine mehrstufige Pipeline. Neben den gefälschten Apps kommt eine Vishing-Komponente (Voice Phishing) zum Einsatz, für die Asterisk-Telefonanlagen genutzt werden. Diese ermöglichen es den Angreifern, automatisierte oder geführte Sprachanrufe zu tätigen, um die Glaubwürdigkeit der Phishing-Versuche zu erhöhen.

Der Abfluss der entwendeten Informationen erfolgt über verschlüsselte Kanäle. Die Analysten von Rapid7 stellten fest, dass Telegram als primäre Plattform für die Exfiltration der gestohlenen Daten genutzt wird. Dies erschwert die Nachverfolgung der Täter, da die Kommunikation über die Infrastruktur des Messengers abgewickelt wird.

Der Bericht zu Operation ASTERIX, der Mitte August veröffentlicht wurde, dokumentiert zudem die angewendeten MITRE-Techniken der Kampagne. Dies ermöglicht es Sicherheitsteams in Unternehmen, ihre Abwehrmechanismen gezielt auf die Methoden dieser Akteure abzustimmen. Experten raten Krypto-Besitzern zur erhöhten Wachsamkeit gegenüber unaufgeforderten Kontaktaufnahmen und zur strikten Nutzung offizieller Bezugsquellen für Wallet-Software.