Operation Heracles: 9.304 deutsche Nummern in drei Monaten deaktiviert

Ermittler melden Festnahmen, gesperrte Konten und abgeschaltete Telefonnummern; US-Behörden sanktionieren Plattformen und frieren Wallets ein.

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Strafverfolgungsbehörden weltweit intensivieren ihr Vorgehen gegen grenzüberschreitend agierende Betrugsnetzwerke. Berichten vom 25. September 2026 zufolge zielen die Ermittlungen auf kriminelle Strukturen ab, die mittels gefälschter Applikationen und manipulierter Messaging-Gruppen gezielt Anleger sowie internationale Bankensysteme angreifen. Die Operationen erstrecken sich über mehrere Kontinente und umfassen Festnahmen, Kontensperrungen sowie die Abschaltung technischer Infrastruktur.

Ermittlungserfolge in Indonesien und Südostasien

In Indonesien meldete die Polizei in Ostjava die Festnahme von drei Verdächtigen, denen die Beteiligung an einem weitverzweigten Krypto-Anlagebetrugsnetz vorgeworfen wird.

Laut behördlichen Angaben liegen für den Zeitraum von Januar bis April 2026 insgesamt sieben Anzeigen vor, die vorläufige Opferverluste in Höhe von Rp12,93 Mrd. beziffern. Die Ermittler gehen davon aus, dass sowohl die Zahl der Geschädigten als auch die der Beteiligten im weiteren Verfahren steigen wird.

Im Zuge der Untersuchungen wurden bereits 77 Bankkonten, die mutmaßlich mit dem Netzwerk in Verbindung stehen, blockiert oder beschlagnahmt. Auf diesen Konten befanden sich Guthaben in Höhe von Rp81,53 Mrd. Eine Analyse der Finanztransaktionsbehörde PPATK ergab zudem einen kumulierten Kontoumsatz von Rp3,19 Bio. auf sechs Konten des Unternehmens PT Zeryonic Mitra Cerdas zwischen dem 5. Dezember 2025 und dem 20. Mai 2026. Die Polizei betonte, dass es sich hierbei um den Gesamtumsatz und nicht um den direkten Opferschaden handelt.

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Die Täter warben demnach über soziale Medien mit Renditeversprechen zwischen 30 % und 200 % und leiteten die Opfer auf gefälschte Plattformen mit den Namen YWWSDC, INVESCOS und CANTVR um.

Operation Heracles: Tausende Mobilfunknummern abgeschaltet

Auch in Europa gehen Sicherheitsbehörden koordiniert gegen die technische Basis von Betrugsmaschen vor. Im Rahmen der sogenannten Operation Heracles wurden laut Berichten vom 25. September 2026 allein in den vorangegangenen drei Monaten 9.304 deutsche Telefonnummern abgeschaltet, die mutmaßlich für betrügerische Zwecke genutzt wurden.

Seit Beginn der Operation wurden insgesamt 13.888 Nummern deaktiviert, darunter 13.397 deutsche und 491 österreichische Anschlüsse. An dem Verfahren sind unter anderem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), das Bundeskriminalamt sowie die Bundesnetzagentur beteiligt. Ziel der Maßnahme ist es, die Kommunikation der Tätergruppen mit potenziellen Opfern über Messenger-Dienste frühzeitig zu unterbinden.

Sanktionen und Beschlagnahmungen durch US-Behörden

Das US-Finanzministerium hat unterdessen weitreichende Sanktionen gegen Plattformen verhängt, die in die Geldwäsche von Betrugsgeldern involviert sein sollen. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) sanktionierte den Krypto-Marktplatz Xinbi Guarantee sowie die Unternehmen SafeW Technology aus Singapur und Anwen Technology aus Kambodscha.

Xinbi soll seit etwa 2022 digitale Vermögenswerte und Fiatgeld im Gegenwert von über 24 Mrd. US-Dollar verarbeitet haben. Das Justizministerium (DOJ) beschlagnahmte über eine spezialisierte Task Force die mit Xinbi verknüpfte Infrastruktur und fror Wallets mit gewaschenen Geldern im Wert von über 52 Mio. US-Dollar ein.

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Für das Jahr 2024 bezifferten US-Stellen den schade für amerikanische Opfer durch Betrugszentren in der südostasiatischen Region auf insgesamt 10 Mrd. US-Dollar.

Festnahmen in Nepal und Malaysia

Am 25. September 2026 vermeldete das Central Investigation Bureau (CIB) in Nepal die Zerschlagung eines internationalen Online-Betrugsnetzwerks. Sieben Verdächtige wurden festgenommen, nachdem Transaktionen von über Rs3 Mrd. über verschiedene Bankkonten identifiziert worden waren.

Laut CIB-Sprecher Sudhir Raj Shahi seien weiterhin hunderte Millionen Rupien im Umlauf. Die Täter nutzten Plattformen wie WhatsApp, Telegram und Facebook, um an sensible Daten wie PINs oder Einmalpasswörter (OTPs) zu gelangen. Die Gelder wurden anschließend über das Hundi-System weitergeleitet und in Kryptowährungen getauscht.

Bereits Mitte Juli kam es zudem in Forest City, Malaysia, zu einer Großrazzia. Dabei nahmen Einsatzkräfte 355 Verdächtige fest, darunter 309 chinesische Staatsangehörige. Zwei mutmaßliche Betrugsgruppen sollen von dort aus Opfer in China und Indonesien mit Krypto-Investmentbetrug und Liebesbetrug getäuscht haben. Umfangreiches IT-Equipment, darunter 313 Computer und über 1.500 Mobiltelefone, wurde sichergestellt.

Kambodschas Anti-Betrugsminister Chhay Sinarith erklärte dazu, dass die Behörden intensiv Beweise gegen die Drahtzieher sammelten, dies jedoch Zeit und eine verstärkte internationale Zusammenarbeit erfordere. Die Ermittlungen zum Finanznetzwerk der Prince Group wurden in diesem Kontext zuletzt ausgeweitet.