Orange Cybersecure: KI-Schutz für zehn Geräte ab 4 Euro monatlich

Sicherheitskonzerne richten sich mit Übernahmen und KI-Paketen neu auf Privathaushalte und kleine Firmen aus.

Die globale Cybersicherheitsbranche entdeckt Privathaushalte und kleine Unternehmen als lukrativen Wachstumsmarkt.

Gleich mehrere Großankündigungen in dieser Woche zeigen die strategische Neuausrichtung führender Sicherheitsfirmen. Im Zentrum stehen eine milliardenschwere Übernahme und neue KI-gestützte Schutzpakete für den Alltag. Der Schritt kommt nicht von ungefähr: Die weltweiten Schäden durch Cyberkriminalität explodieren – und vernetzte Haushalte werden zum bevorzugten Angriffsziel.

TAC InfoSec steigt mit Übernahme in den Verbrauchermarkt ein

Der indische Sicherheitskonzern TAC InfoSec Limited gab am 24. Juli 2026 die vollständige Übernahme des israelischen Unternehmens Safehouse Technologies bekannt. Safehouse ist auf Verbraucherschutz spezialisiert und bietet eine Plattform mit verschlüsseltem Surfen, Bedrohungsblockade und VPN-Dienst. Die mobile App des Unternehmens verzeichnet über eine Million Downloads und glänzt mit Spitzenbewertungen in den App-Stores.

Mit dem Kauf sichert sich TAC InfoSec sämtliche geistigen Eigentumsrechte inklusive des Quellcodes. Eine neue Tochtergesellschaft namens TAC Safehouse Limited soll künftig das Verbrauchergeschäft steuern. Der Einstieg in den B2C-Markt ist eine direkte Reaktion auf die dramatische Bedrohungslage: Allein in Indien entstanden durch Cyberkriminalität in den letzten fünf Jahren Schäden von umgerechnet über 6,7 Milliarden Euro. Weltweit beliefen sich die Verluste 2025 auf rund 9,8 Billionen Euro – eine Summe, die das Bruttoinlandsprodukt vieler Industrienationen übersteigt.

Orange Romania bringt Rundum-Schutz für Zuhause

Parallel dazu launchte Orange Romania am selben Tag sein neues Produkt Orange Cybersecure. Das Angebot richtet sich an Privathaushalte und kleine Firmen und schützt bis zu zehn Geräte gleichzeitig – auf Netzwerk- und Geräteebene.

Der Clou: Für nur vier Euro im Monat erhalten Kunden eine Reihe KI-gestützter Funktionen. Dazu gehören Anti-SMS-Betrugsschutz, Sicherheit für Bankzahlungen, ein Passwort-Manager, Identitätsüberwachung und Kindersicherung. Ergänzend stellte Orange ein kostenloses Portal zur Verfügung, über das Nutzer verdächtige Links auf ihre Sicherheit prüfen können. Ein Angebot, das vor dem Hintergrund steigender Phishing-Angriffe hochwillkommen sein dürfte.

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KI-Schutz wird zum Verkaufsargument

Die Strategie der Anbieter trifft auf einen Markt, der nach solchen Lösungen dürstet. Eine aktuelle Studie von Parks Associates und Plume zeigt: 62 Prozent der Besitzer smarter Hausgeräte finden KI-basierte Sicherheitsüberwachung äußerst attraktiv. Kein Wunder – vernetzte Haushalte sind heute im Schnitt mit 36 bis 86 blockierten Sicherheitsbedrohungen pro Monat konfrontiert. Besonders alarmierend: Botnet-Angriffe legten im Jahresvergleich um 89 Prozent zu.

Doch Sicherheit allein reicht nicht. Der Studie zufolge erlebten 56 Prozent der US-Haushalte in den letzten drei Monaten Internetverbindungsprobleme. Und wer einmal schlechten Kundenservice erlebt hat, wechselt siebenmal häufiger den Anbieter. Die Antwort der Branche: mehr Automatisierung und KI-gestützte Features, die Störungen gar nicht erst entstehen lassen.

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Security as a Service: Ein Markt im Höhenflug

Der gesamte Security-as-a-Service-Markt wächst rasant. Von umgerechnet 15,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 soll er bis 2030 auf rund 32,2 Milliarden Euro klettern – ein jährliches Wachstum von 15,4 Prozent. Während Nordamerika 2025 noch der größte regionale Markt war, gilt der asiatisch-pazifische Raum inzwischen als der am schnellsten wachsende.

Ein Indiz für diesen Boom: Das Startup Glow aus Palo Alto startete diese Woche mit satten 168 Millionen Euro Finanzierung und einer Bewertung von 1,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen will Endgeräte gegen KI-gesteuerte Angriffe schützen – eine Nische, die angesichts der Bedrohungslage goldene Zeiten erleben dürfte.