Zum Auftakt der National Fire Prevention Week vom 4. bis 10. Oktober 2026 warnen Feuerwehren und Brandschutzbehörden in den USA eindringlich vor den Risiken beim Lagern und Laden von Lithium-Ionen-Akkus.
Die National Fire Protection Association (NFPA) richtet die diesjährige Kampagne unter dem Motto „Charge into Fire Safety: Safe Charging is a Superpower“ aus und veröffentlicht dazu zentrale Sicherheitsempfehlungen für den Umgang mit Akkus in Handys, Laptops, E-Bikes, Scootern und Werkzeugen.
Empfehlungen der NFPA
Die NFPA rät, ausschließlich Original-Ladegeräte oder vom Hersteller freigegebene Ladegeräte zu verwenden, da billige Fremdprodukte häufig keine Sicherheitsstandards erfüllen. Akkus sollten zudem auf einer harten, flachen Oberfläche geladen werden, da weiche Unterlagen Hitze stauen können.
Nach vollständiger Ladung sei das Gerät auszustecken; große Geräte wie E-Bikes, Scooter und Werkzeuge sollten möglichst im Freien geladen werden, ohne dabei Fluchtwege zu blockieren. Bei Hitzeentwicklung, Aufblähung, ungewöhnlichem Geruch, Auslaufen, Rauch oder Pop-Geräuschen solle die Nutzung sofort gestoppt werden.
Im Flugzeug sollten Geräte stets im Blick behalten werden, E-Zigaretten und Vapes sollten dort gar nicht erst geladen werden. Beim Kauf rät die NFPA zu Produkten mit Prüfsiegel von UL, ETL oder CSA.
Steigende Fallzahlen in den USA
Laut einem Bericht des National Institute of Standards and Technology (NIST) ereigneten sich seit 2011 rund 198.000 Lithium-Ionen-Akku-Brände in Gebäuden landesweit sowie etwa 5.700 Brände mit Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen; die Zahl akkubedingter Brände steige demnach jährlich an.
Das Wilmington Fire Department bestätigt diese Schätzung von rund 198.000 US-Gebäudebränden seit 2011, weist jedoch darauf hin, dass die tatsächliche Zahl wegen Meldedefiziten deutlich höher liegen könnte. Als Hauptursachen nennt die Behörde physische Schäden, unsachgemäße Entsorgung und unsicheres Laden.
Empfohlen wird, Geräte direkt in die Wandsteckdose statt über Verlängerungskabel oder Steckdosenleisten zu laden, auf eine harte, flache Oberfläche zu achten, Fluchtwege freizuhalten, für Luftzirkulation zu sorgen und sich an Herstellerangaben zu halten.
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Auch auf lokaler Ebene zeigen sich deutliche Zuwächse: Nach Daten des Center for Fire Analytics, Intelligence and Research rückten Oregons Feuerwehren zwischen 2020 und 2025 zu 649 Lithium-Ionen-Akku-Bränden aus, mit einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 19 Prozent.
Allein 2025 wurden 161 akkubedingte Brände registriert – mehr als doppelt so viele wie 2020. Der Oregon State Fire Marshal startet deshalb gemeinsam mit der NFPA die Kampagne „Charge into Fire Safety“; der Oktober gilt in Oregon als Fire Prevention Month.
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Weitere Behörden melden ähnliche Entwicklungen: Der Mecklenburg County Fire Marshal verzeichnet fast 40 batteriebedingte Brände in diesem Jahr an Recyclingzentren, auf der Deponie und in Müll- beziehungsweise Recyclingfahrzeugen und warnt davor, Akkus im Hausmüll oder in der Recyclingtonne zu entsorgen; eine kostenlose Abgabe sei an besetzten County-Solid-Waste-Centern möglich.
Das Yonkers Fire Department meldet zehn durch Batterien ausgelöste Brände im Jahr 2025, während sich die Zahl bis dato 2026 halbiert habe; Akkus können am Yonkers Recycling Center abgegeben werden, die Rathaus-Uhr wird zum Auftakt der Fire Prevention Week rot-weiß beleuchtet.
Sioux Falls Fire Rescue registriert ebenfalls einen Anstieg akkubedingter Brände in den vergangenen Jahren und verweist auf die Abgabemöglichkeit am Household Hazardous Waste Facility. Auch das West Virginia State Fire Marshal’s Office, das Keystone Valley Fire Department und das Danville Fire Department beteiligen sich an der diesjährigen Kampagne und informieren über sichere Lade- und Lagerpraktiken.
Das Keystone Valley Fire Department weist zudem auf seine Einsatzstatistik hin: Von Januar bis August 2026 rückte die Wehr zu 326 Feuern und 1143 Rettungsdiensteinsätzen aus, nach 373 Feuern und 1713 Einsätzen im Jahr 2025 sowie 346 Feuern und 1764 Einsätzen im Jahr 2024.
Die MU Extension verweist ergänzend auf ein Ersthelfer-Training des MU FRTI speziell zu Lithium-Ionen-Akku-Bränden und erinnert daran, dass solche Akkus einen sogenannten „Thermal Runaway“ erleiden können, bei dem sich die Zellen unkontrolliert selbst erhitzen.
Hintergrund der Fire Prevention Week
Die National Fire Prevention Week geht auf das Jahr 1922 zurück und erinnert an den Großen Brand von Chicago vom 8. bis 9. Oktober 1871. Die diesjährige Ausgabe mit Fokus auf Ladesicherheit folgt auf mehrere schwere Vorfälle der jüngeren Vergangenheit: Im Januar 2025 führte ein Brand in einer Akku-Lageranlage in Monterey County, Kalifornien, zur Evakuierung von über 1.000 Anwohnern, Schulen wurden geschlossen und der Notstand ausgerufen. Im selben Monat entzündete in Queens, New York, ein E-Bike-Akku ein Stadthaus, wobei drei Anwohner und ein Feuerwehrmann verletzt wurden.
Auch außerhalb der USA sorgen Vorfälle für Aufmerksamkeit: In Bootle bei Merseyside tötete ein Brand, ausgelöst durch einen ladenden E-Scooter-Akku, eine Frau und ihre drei Kinder.
Der Merseyside Fire and Rescue Service registrierte zwischen April 2023 und August 2026 insgesamt 150 Brände und fünf Todesfälle durch Lithium-Ionen-Akkus in der Region, fast die Hälfte davon in Wohnungen, 45 Prozent zwischen 21 und 8 Uhr.
Die Behörde empfiehlt, auf die sogenannten „five Ss“ zu achten: Aufblähung, ungewöhnliche Geräusche, starker Geruch, Ladeabbruch sowie Rauch oder Gasentwicklung – Letzteres gilt als Feuerzeichen, bei dem sofort das Gebäude verlassen und der Notruf gewählt werden sollte.

