Oura-Börsengang: 16-Mrd.-Bewertung für Smart-Ring-Marktführer

Oura strebt mit dem Nasdaq-Gang bis zu 3 Milliarden Dollar an, meldet starkes Wachstum und steht zugleich vor Batterie- und Konkurrenzrisiken.

Der finnische Wearable-Hersteller Oura hat eine S-1-Registrierung für einen Börsengang an der Nasdaq eingereicht. Unter dem Tickersymbol OURA strebt das Unternehmen eine Bewertung von mehr als 16 Milliarden US-Dollar an und will bei dem Börsengang bis zu 3 Milliarden US-Dollar einsammeln, wie aus der Anmeldung hervorgeht.

Starkes Umsatzwachstum vor dem Börsengang

Die Zahlen, die Oura im Rahmen der Einreichung offenlegte, zeichnen das Bild eines Unternehmens auf deutlichem Expansionskurs. Für die neun Monate bis zum 30. Juni 2026 verzeichnete der Ringhersteller einen Umsatz von 1,21 Milliarden US-Dollar – nahezu eine Verdopplung beziehungsweise ein Plus von 74 Prozent im Jahresvergleich. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 60,8 Millionen US-Dollar nach US-GAAP-Bilanzierung.

Getragen wird dieses Wachstum von der Mitgliedschaftskomponente des Geschäftsmodells: Oura verkauft neben dem Ring selbst ein Abonnement für erweiterte Auswertungen. Der Mitgliedschaftsumsatz belief sich auf 240,5 Millionen US-Dollar, bei einer Bruttomarge von 89 Prozent und einer Kundenbindungsrate von 85 Prozent.

Die Zahl der zahlenden Mitglieder verdoppelte sich von 2,5 Millionen im Vorjahr auf nunmehr 5 Millionen. Insgesamt verkaufte das Unternehmen im vergangenen Jahr 3,6 Millionen Ringe, davon 3,1 Millionen allein in den vergangenen neun Monaten. Im Mai 2026 brachte Oura mit dem Ring 5 die jüngste Produktgeneration auf den Markt.

Marktführerschaft mit Schattenseiten

Laut der Einreichung hält Oura einen Anteil von 79 bis 85 Prozent an den weltweiten Smart-Ring-Lieferungen – eine Dominanz, die in der noch jungen Produktkategorie kaum Vergleichbares kennt. Gleichzeitig musste das Unternehmen jedoch Rückstellungen für Garantiefälle bilden, die auf Batterieprobleme beim Vorgängermodell Ring 4 zurückgehen.

Ein Test des Ring 4 in Indien bestätigte zwar ein exzellentes Schlaf-Tracking bei einer Akkulaufzeit von 5 bis 8 Tagen, verwies aber auch auf Probleme mit den nur in ganzen Schritten verfügbaren Größenvarianten, durch die ein Ring abrutschte und verloren ging.

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Oura will mit 16 Milliarden Dollar bewertet an die Börse – doch wer zeichnet, sollte die Risiken kennen: wachsende Konkurrenz, Garantiefälle und ein Abo-Modell, das den Umsatz trägt. Unser Report liefert eine IPO-Checkliste und eine Einordnung der Wettbewerbslage. Jetzt kostenlosen IPO-Report anfordern

Das Modell kostete dort 28.900 Indische Rupien zuzüglich einer monatlichen Mitgliedsgebühr von 599 Indischen Rupien, was sich über drei Jahre auf 20.965 Indische Rupien an Abogebühren summiert.

Als Health-Radar-Funktionen bezeichnete Zusatzfunktionen rollt Oura seit Juni 2026 in den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien aus.

Wachsende Konkurrenz im Smart-Ring-Segment

Trotz der Marktführerschaft von Oura formiert sich Konkurrenz. Ultrahuman, ein Wettbewerber im Smart-Ring-Segment, sammelte 70 Millionen US-Dollar von Qualcomm Ventures ein und bringt seinen Ring Pro für 479 US-Dollar auf den Markt, der Mitte September ausgeliefert werden soll.

Laut einem Bericht meldete Ultrahuman für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 565 Crore Indische Rupien und einen Gewinn von 73 Crore Indische Rupien, mit einem Ziel von rund 1.000 Crore Indische Rupien für das Geschäftsjahr 2026. Die Nachfrage nach dem Ring Pro in den USA übersteige das Angebot demnach um das 18- bis 20-Fache.

Ultrahuman arbeitet zudem mit Qualcomm an einem neuen Ringmodell und prüft eine Partnerschaft mit Labcorp, um Blutfluss-Signale mit Bluttest-Ergebnissen zu kombinieren.

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Weitere Anbieter drängen mit unterschiedlichen Differenzierungsmerkmalen in den Markt: Der Circular Ring 3 bietet NFC-Zahlungsfunktionen und ein FDA-zugelassenes EKG, der RingConn Gen 3 ist für 349 US-Dollar mit sogenannten Gefäß-Insights erhältlich, Samsungs Galaxy Ring kostet 399 US-Dollar, und Dreame setzt bei seinem Modell auf ein Touchpad.

Vor diesem Hintergrund wachsenden Wettbewerbsdrucks bringt Oura seinen Börsengang auf den Weg – mit dem Ziel, die eigene Marktposition finanziell abzusichern, bevor Konkurrenten wie Ultrahuman weiter aufholen.