Der finnische Wearable-Hersteller Oura weitet seine Software-Funktionen Health Radar und GLP-1 Insights schrittweise auf mehr als 30 neue Märkte aus. Wie aus Berichten vom 6. Oktober 2026 hervorgeht, umfasst der Rollout über die kommenden Wochen sämtliche Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einschließlich Deutschland sowie Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland, Mexiko und Saudi-Arabien.
Mit den beiden Erweiterungen baut das Unternehmen sein digitales Gesundheitsangebot für Smart-Ring-Nutzer aus. Voraussetzung für den Zugriff auf die neuen Analysen sind die Modelle Oura Ring Gen3, Ring 4 oder Ring 5, die Smartphone-App für iOS oder Android sowie eine aktive Mitgliedschaft. Diese schlägt mit 5,99 Euro pro Monat oder 69,99 Euro pro Jahr zu Buche, wobei der erste Nutzungsmonat kostenlos zur Verfügung steht.
Kardiovaskuläre Trends und Atemanalyse in der Nacht
Die Funktion Health Radar wurde laut Unternehmensangaben gemeinsam mit mehr als 40 internen Ärzten und promovierten Wissenschaftlern entwickelt. Sie baut auf dem 2024 eingeführten Symptom Radar auf und widmet sich schwerpunktmäßig der nächtlichen Überwachung von Vitalwerten.
Kernbestandteile sind die Erfassung nächtlicher Photoplethysmographie-Signale für Blutdrucktendenzen sowie die Beobachtung der nächtlichen Atmung über ein rollierendes 30-Tage-Fenster.
Health Radar liefert dabei keine absoluten Blutdruckwerte in Millimeter Quecksilbersäule. Stattdessen registriert das System, ob das physiologisch übliche nächtliche Absinken des Blutdrucks ausbleibt, was als möglicher Hinweis auf kardiovaskuläre Risiken gewertet werden kann.
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Über eine separate Eingabefunktion für Manschettenmessungen lassen sich zudem klassisch ermittelte Blutdruckwerte in das System einspeisen. Oura betont, dass es sich bei Health Radar nicht um ein zertifiziertes Medizinprodukt handelt und die Atemanalyse keine Schlafapnoe diagnostizieren kann.
Der Hintergrund dieser Erfassung ist gesundheitspolitisch bedeutsam: Nach Angaben des Portals gesund.bund weisen in Deutschland rund 50 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen einen erhöhten Blutdruck auf. Etwa 15 Prozent der betroffenen Personen wissen demnach nichts von ihren erhöhten Werten.
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Begleitende Erfassung für GLP-1-Therapien
Das zweite neue Werkzeug, GLP-1 Insights, richtet sich an Personen, die GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid oder Tirzepatid anwenden, welche unter Handelsnamen wie Ozempic oder Wegovy bekannt sind. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Zahl der weltweiten GLP-1-Anwender bis zum Jahr 2030 auf über 100 Millionen Menschen ansteigen wird.
Über das Modul können Anwender das jeweilige Präparat, die Dosierung, Einnahmeintervalle, Nebenwirkungen, das persönliche Befinden sowie den Gewichtsverlauf protokollieren. Diese Angaben verknüpft die Plattform mit den gemessenen Vitaldaten zu Schlaf, körperlicher Aktivität, Erholung und Stress. Eigene Dosierungsempfehlungen spricht die Software ausdrücklich nicht aus.
Der medizinische Leiter des Unternehmens, Dr. Ricky Bloomfield, unterstrich in diesem Zusammenhang das Ziel beider Werkzeuge. Die digitalen Übersichten sollen den Anwendern fundierte Grundlagen liefern, um informierte Gespräche mit ihren behandelnden Ärzten zu führen.

