Oura verschiebt Nasdaq-Börsengang: IPO sollte bis zu 2,2 Milliarden Dollar einbringen

Unsicherheit am IPO-Markt verzögert Ouras Börsenpläne; Umsatz und Mitgliederzahl legten in den ersten neun Monaten 2026 deutlich zu.

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Der Smart-Ring-Hersteller Oura hat seinen geplanten Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq vorerst verschoben. Wie aus Berichten vom 29. September 2026 hervorgeht, reagiert das Unternehmen damit auf die aktuelle Unsicherheit am Markt für Erstemissionen (IPO). Das geplante Transaktionsvolumen belief sich auf bis zu 2,2 Milliarden US-Dollar.

Der Börsenprozess war am 21. September 2026 mit der Einreichung der S-1-Registrierung bei der US-Börsenaufsicht SEC gestartet worden, wobei die Registrierung zum Zeitpunkt der Verschiebung noch nicht wirksam war. Oura hatte beabsichtigt, insgesamt 50 Millionen Aktien in einer Preisspanne von 40 bis 44 US-Dollar je Anteilsschein zu veräußern.

Bei Erreichen des oberen Endes dieser Spanne wäre das Unternehmen mit einer voll verwässerten Summe von 15,62 Milliarden US-Dollar bewertet worden. Dies hätte eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr bedeutet, als Oura in einer Finanzierungsrunde mit rund 11 Milliarden US-Dollar bewertet worden war.

Struktur des Angebots und Investoreninteresse

Die Planung sah vor, dass 36,5 Millionen Aktien von Altaktionären rund 1,53 Milliarden US-Dollar einbringen sollten. Weitere 13,5 Millionen neue Aktien hätten dem Unternehmen brutto rund 567 Millionen US-Dollar zugeführt.

Nach Abzug der geschätzten IPO-Kosten rechnete Oura mit einem Nettozufluss von rund 532,6 Millionen US-Dollar. Davon waren etwa 526,4 Millionen US-Dollar für Steuerzahlungen im Zusammenhang mit Mitarbeiteraktien vorgesehen, während rund 6,2 Millionen US-Dollar allgemeinen Unternehmenszwecken dienen sollten.

Trotz der Verschiebung deuteten Marktberichte der Vorwoche auf ein hohes Interesse der Anleger hin; die Kaufaufträge sollen das Angebot um das Vierfache überstiegen haben. Zudem hatten Schwergewichte wie Eli Lilly und Dragoneer ein Kaufinteresse von bis zu 400 Millionen US-Dollar signalisiert. Eine Mehrzuteilungsoption hätte zudem bis zu 7,5 Millionen zusätzliche Aktien umfasst.

Belastungsfaktoren und operative Entwicklung

Als Gründe für die Zurückhaltung nannte der Nachrichtendienst Reuters unter anderem die Zinserhöhungen der Federal Reserve, geopolitische Turbulenzen sowie Schwankungen im Sektor der KI-Aktien. CEO Tom Hale erklärte hierzu, dass das Unternehmen in der Lage sei, den Zeitpunkt des Börsengangs flexibel zu wählen. Ein neuer Termin für das Debüt an der Nasdaq wurde bislang nicht kommuniziert.

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Operativ verweist Oura auf eine positive Dynamik. Mit dem Modell Oura Ring 5 stieg die Zahl der zahlenden Mitglieder auf 5,7 Millionen, was einem Zuwachs von 96 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 wird ein Umsatzwachstum von voraussichtlich 90 Prozent erwartet. Das Unternehmen gab an, profitabel zu sein und das Geschäft seit Beginn des IPO-Prozesses weiter gestärkt zu haben.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 erwirtschaftete Oura einen Umsatz von 1,21 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der GAAP-Nettogewinn lag bei 60,8 Millionen US-Dollar, nach 1,6 Millionen US-Dollar im Vorjahr.

Ein Sondereffekt durch eine Vorzugsdividende (Deemed Dividend) in Höhe von 985 Millionen US-Dollar führte jedoch zu einem den Stammaktionären zurechenbaren Nettoverlust von 924,3 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 106,7 Millionen US-Dollar bei einer Marge von 9 Prozent.

Rechtliche Herausforderungen und Marktumfeld

Zusätzlich zum Marktumfeld sieht sich Oura mit juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert. Seit dem 20. August 2026 läuft in Kalifornien eine Sammelklage wegen angeblich irreführender Werbung zur Schlafphasen-Erkennung. Das Unternehmen weist diese Vorwürfe zurück.

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Innerhalb der Branche gilt Oura als das bisher prominenteste Unternehmen, das ein geplantes US-Angebot in den letzten Monaten verschoben hat. Marktbeobachter richten ihre Aufmerksamkeit nun verstärkt auf weitere ausstehende Börsengänge, wie etwa den des KI-Unternehmens Anthropic.