Der Softwarekonzern treibt seine Unabhängigkeit in der Künstlichen Intelligenz voran und rüstet Outlook mit lang erwarteten Sicherheitsfunktionen auf.
Abschied von externen Partnern
Microsoft stellt die technische Basis seiner Produktivitäts-Suite grundlegend um. Statt auf die KI-Modelle von OpenAI und Anthropic zu setzen, greift der Konzern zunehmend auf eigene Entwicklungen zurück. Bereits zehntausende Copilot-Anfragen pro Woche in Outlook und Excel laufen über die hauseigenen MAI-Modelle. Diese nutzen eine sparsame Mixture-of-Experts-Architektur mit einer Billion Gesamtparametern – aktiv sind davon pro Berechnung rund 35 Milliarden.
Mustafa Suleyman, Chef von Microsoft AI, hat das Ziel ausgegeben, die Ausgaben für Anthropic drastisch zu senken und langfristig ganz zu streichen. Während anspruchsvolle Aufgaben weiterhin externe Modelle erfordern, übernehmen die MAI-Systeme bereits die Routinearbeit. Möglich wurde der Schritt durch eine Neuverhandlung der Partnerschaft mit OpenAI im April 2026, die eine exklusive Lizenz für geistiges Eigentum beendete und Gewinnbeteiligungen neu regelte.
Sicherheit per Mausklick: S/MIME-Zertifikate im neuen Outlook
Seit dem 6. Juli 2026 können Nutzer der neuen Outlook-Version für Windows S/MIME-Verschlüsselungszertifikate direkt in den Kontakten hinterlegen. Die Funktion erlaubt es, einzelnen Absendern Zertifikate zuzuordnen – und macht verschlüsselte Kommunikation deutlich einfacher. Voraussetzung: eine lokale Exchange-Umgebung oder eine Hybrid-Konfiguration. Für freigegebene Postfächer oder Stellvertreter-Szenarien ist die Funktion noch nicht verfügbar.
Ein weiterer Meilenstein folgt im Mai 2026: Dann soll die LDAP-basierte S/MIME-Zertifikatsuche im neuen Outlook allgemein verfügbar sein. Sie holt Verschlüsselungszertifikate automatisch von firmeneigenen Servern – eine Grundvoraussetzung für den Einsatz in großen Unternehmen.
Seit dem 6. Juli 2026 können Sie S/MIME-Zertifikate direkt in Outlook-Kontakten hinterlegen. Wie das genau funktioniert und welche Voraussetzungen nötig sind, zeigt Ihnen diese kostenlose Anleitung. S/MIME-Einrichtungsanleitung jetzt sichern
Cleverer Posteingang: Automatische Antworten nach Regeln
Microsoft erweitert die Automatisierungsmöglichkeiten von Outlook. Eine neue Funktion erlaubt regelbasierte Auto-Antworten in der Webversion. Nutzer erstellen Vorlagen, die bei bestimmten Bedingungen ausgelöst werden – etwa wenn eine bestimmte Person schreibt oder der Betreff ein Stichwort enthält. Der weltweite Rollout beginnt im September 2026.
Gleichzeitig kämpft der Konzern mit Kinderkrankheiten seiner KI-gesteuerten Terminplanung. Der im April 2026 eingeführte Outlook-Kalender-Assistent hat Berichten zufolge Probleme mit komplexen Terminanfragen. In einigen Fällen buchte er Nutzer doppelt – ein deutliches Zeichen, dass Microsofts KI-Investitionen im Kalendermanagement noch Nachbesserungen benötigen.
Teams und Outlook wachsen enger zusammen
Die LDAP-basierte S/MIME-Zertifikatsuche kommt im Mai 2026 – bereiten Sie Ihre Exchange-Umgebung jetzt vor. Mit unserer Checkliste vermeiden Sie Kompatibilitätsprobleme und stellen die automatische Zertifikatsermittlung sicher. LDAP-Checkliste für Outlook jetzt anfordern
Die Integration zwischen Outlook und Microsoft Teams wird weiter vertieft. Ab August 2026 erhalten Teams-Rooms KI-generierte Notizen für persönliche Besprechungen, die allgemeine Verfügbarkeit ist für Oktober 2026 geplant. Ebenfalls im Juli 2026: Einladungs-E-Mails für externe Gäste werden künftig direkt von der Absenderadresse des Einladenden versendet.
Unterdessen begleitet Microsoft Kunden beim Umstieg von alten auf neue Outlook-Versionen. Die TU Berlin veröffentlichte heute technische Anleitungen, wie Nutzer auf dem Mac ihre E-Mail-Weiterleitung wiederherstellen. Microsoft-Supportmitarbeiter bestätigten zudem, dass Hotmail weiterhin unterstützt wird – auch wenn einige Nutzer nach dem Update auf die neue Oberfläche vorübergehend Kalendereinträge nicht sehen konnten. Grund sind lokale Cache-Probleme während der Umstellung.

