Microsoft aktiviert KI-gestütztes E-Mail-Verfassen automatisch im klassischen Outlook – ein umstrittener Schritt.
Der Software-Riese plant, die Copilot-Funktion bis Ende 2026 in der alten Desktop-Version zu implementieren. Das berichten Brancheninsider Mitte Juli 2026. Damit treibt Microsoft die Integration generativer KI in seine Legacy-Software voran – parallel zur Bewerbung der „New Outlook“-Oberfläche.
KI-Integration auch für treue Nutzer der klassischen Version
Die Entscheidung, Copilot in Outlook Classic automatisch zu aktivieren, deutet auf einen Strategiewechsel hin. Microsoft will offenbar Funktionsgleichheit zwischen den verschiedenen Versionen seiner E-Mail-Anwendung herstellen. Bislang drängte der Konzern Nutzer zur Umstellung auf das webbasierte New Outlook. Doch ein Großteil der professionellen Anwender bleibt der klassischen Desktop-Version treu – wegen ihrer spezifischen Funktionen und Stabilität.
Die geplante Integration konzentriert sich auf die Verfeinerung und das Verfassen von E-Mails. Nutzer können künftig Länge, Ton und Struktur ihrer Nachrichten per KI anpassen. Zudem enthüllt eine technische Analyse von Outlook Version 5.2626.2 Code für „AI Audio Overviews“. Diese Funktion im Podcast-Stil soll Zusammenfassungen von Word-Dokumenten, PDFs und Meeting-Transkripten liefern. Voraussetzung: Die Dateien müssen auf OneDrive mit aktivierter AutoSave-Funktion gespeichert sein. Streng vertrauliche Dokumente bleiben vom Dienst ausgeschlossen.
Juli 2026: Großes Copilot-Update rollt aus
Das Outlook-Update ist Teil einer breiten KI-Offensive, die Microsoft im Juli 2026 ausrollt. Das Microsoft 365 Copilot-Ökosystem erhält mehrere große Upgrades:
- Bildverständnis: Die KI kann Inhalte über den Bildschirm oder die Kamera des Nutzers interpretieren.
- Excel-Verbesserungen: Ein Multi-Agenten-System für komplexe Datensuchen wird eingeführt.
- Wasserzeichen: Neue Protokolle kennzeichnen KI-generierte Video- und Audioinhalte transparent.
- Agent Store: Eine Plattform zur administrativen Freigabe spezialisierter KI-Agenten.
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Auch SharePoint bekommt diesen Monat ein großes Copilot-Update. Nutzer können jetzt direkt aus SharePoint-Inhalten Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien generieren. Ein neuer „/Skills“-Befehl hilft, wiederverwendbare Automatisierungen zu entdecken. Unterstützt wird dies durch integrierte Vorlagen für die schnelle Erstellung KI-gesteuerter Workflows.
Sicherheit und Infrastruktur im Fokus
Der KI-Vorstoß geht mit kritischen Sicherheitsupdates einher. Am „Patch Tuesday“ im Juli 2026 schloss Microsoft 570 Sicherheitslücken, 59 davon als kritisch eingestuft. Darunter: ein Patch für eine hochriskante Copilot-Schwachstelle (CVE-2026-48561) mit einem CVSS-Score von 9,6.
Sicherheitsforscher identifizierten zudem mehrere Zero-Day-Lücken in AD FS, SharePoint und BitLocker. Nach dem Patch-Zyklus wurde ein neuer Exploit namens „LegacyHive“ gemeldet, der den Windows User Profile Service angreift. Microsoft bestätigte außerdem das Ende des Supports für mehrere Legacy-Produkte, darunter SharePoint Server 2016 und 2019 sowie SQL Server 2016.
Die zunehmende Integration von KI in den Büroalltag bringt nicht nur Vorteile, sondern auch komplexe neue Sicherheitsrisiken und rechtliche Anforderungen mit sich. Dieser praxisnahe Leitfaden hilft Unternehmen dabei, den Überblick über aktuelle Bedrohungen und gesetzliche Pflichten zu behalten. Gratis-E-Book: IT-Sicherheit und neue KI-Gesetze verstehen
Zur Unterstützung des Übergangs zu KI-gesteuerten Arbeitsabläufen hat Microsoft eine „Frontier“-Lernreise gestartet. Das 86-stündige Selbstlernprogramm ist über das Microsoft AI Cloud Partner Program zugänglich. Es bietet Zertifizierungen in GitHub Copilot, Azure AI und Agentic AI. Voraussetzung: eine Bestehensgrenze von 80 Prozent in den modularen Projekten.
Wettbewerb verschärft sich
Microsofts aggressive KI-Offensive fällt mit ähnlichen Schritten der Konkurrenz zusammen. Google begann am 14. Juli 2026 mit dem Rollout seines Gemini-Assistenten für Chrome-Desktop-Nutzer in Großbritannien. Die Funktion bietet Zusammenfassungen und Bildbearbeitung. Anthropic kündigte Änderungen der Zugriffsstufen für Claude Fable 5 ab dem 20. Juli 2026 an. OpenAI veröffentlichte zudem Anfang Juli ein Update für seine ChatGPT-Mac-App, das auf Nutzerfeedback zur Arbeitsbereichsorganisation und zum Projektzugriff reagiert.

