com feiert am heutigen Samstag seinen 30. Geburtstag. Was am 4. Juli 1996 als Hotmail startete, revolutionierte die digitale Kommunikation und wurde zum Milliarden-Deal für den Softwareriesen. Doch der runde Geburtstag kommt nicht ohne Pannen: Erst gestern legte eine Störung den Dienst für über 11.000 Nutzer lahm.
Von zwei Studenten zum Microsoft-Kauf
Die Geschichte beginnt 1996, als die Gründer Sabeer Bhatia und Jack Smith einen kostenlosen Webmail-Dienst aus der Taufe heben. Das Konzept überzeugt: Microsoft schlägt zu und übernimmt Hotmail am 31. Dezember 1997 für rund 400 Millionen US-Dollar – umgerechnet etwa 370 Millionen Euro. Der Erfolg ist rasant: Schon Ende 1998 zählt der Dienst 25 Millionen Nutzer, drei Jahre später sind es 100 Millionen.
2012 folgt der große Umbau: Microsoft tauft den Dienst in Outlook.com um und verschmilzt die Verbraucher-E-Mail mit der Unternehmensmarke. Doch die Vergangenheit holt das System immer wieder ein. Erst am 2. Juli meldeten einzelne Nutzer gesperrte Konten – Microsoft verwies betroffene Kunden auf spezielle Wiederherstellungsformulare.
Störung am Geburtstag – und ein Kaspersky-Problem
Ausgerechnet am Jahrestag gab es eine Panne: Ein Ausfall von Outlook und Microsoft Teams traf über 11.000 Anwender. Ursache waren Infrastrukturprobleme in Nordamerika, die den Datenverkehr nicht wie erwartet verarbeiteten. Microsoft bestätigte, dass die betroffenen Systeme inzwischen wieder laufen.
Schon in den Tagen zuvor hatten die Techniker alle Hände voll zu tun. Am 29. Juni schloss Microsoft eine Lücke in der klassischen Outlook-Version für Windows: Ein Bug hatte die Copilot-Chat-Buttons für Nutzer mit Basic-Lizenzen verschwinden lassen. Betroffen waren Installationen ab Build 20026.20182. Ein weiterer Fehler, der die Suchleiste und Copilot-Notebooks blockierte, wurde bis zum 2. Juli behoben.
Noch ungelöst sind Abstürze in Verbindung mit der Kaspersky-Antivirensoftware – konkret geht es um die Datei mcou.dll. Betroffene Nutzer sollen ihre Software aktualisieren oder die Anwendung neu starten.
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KI-Offensive: JAX und Copilot im Dauereinsatz
Microsoft treibt die Integration künstlicher Intelligenz in Outlook und Microsoft 365 massiv voran. Seit dem 1. Juli ist ein neuer Finanz-KI-Agent namens JAX verfügbar, der Live-Daten in Copilot Chat und Office-Anwendungen liefert. Nur einen Tag zuvor startete der globale Rollout von Copilot Cowork – einem verbrauchsbasierten Kredit-System für KI-Assistenten.
Die Zahlen zeigen allerdings eine gemischte Bilanz: Copilots Marktanteil sank von 18,8 Prozent im Juli 2025 auf 11,5 Prozent im Januar 2026. Nur rund 4,5 Prozent der 450 Millionen Microsoft-365-Kunden zahlen derzeit für Copilot-Dienste. Die wöchentliche Nutzungsrate liegt zwischen 20 und 30 Prozent. Um die Bedienung zu vereinfachen, plant Microsoft, verschiedene Copilot-Apps bis August 2026 in einer einzigen Anwendung zusammenzuführen.
Ausblick: Neue Mobil-Funktionen und Sicherheitsupdates
Für iPhone- und iPad-Nutzer bereitet Microsoft eine bedeutende Neuerung vor: Bis Januar 2027 sollen Outlook-Kontakte systemweit verfügbar sein – ohne lokale Kopien. Möglich macht das Apples Contact Provider Framework.
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Auf der Sicherheitsseite haben Forscher mehrere Schwachstellen identifiziert. CVE-2026-45504 betrifft Exchange Server 2019: Ein SSRF-Fehler (Server-Side Request Forgery) erlaubt authentifizierten Nutzern mit niedrigen Berechtigungen das Auslesen lokaler Dateien. Microsoft blockiert nun bestimmte Dateischemata. Ebenfalls geschlossen wurde CVE-2026-54998, eine Sicherheitslücke in Exchange Online, die eine Rechteausweitung ermöglichte – hier war kein manueller Eingriff nötig.
Gute Nachrichten für Archivare: Seit Juli 2026 unterstützt der neue Outlook-Client den vollen Zugriff auf PST-Dateien. Import, Export und Suche von archivierten Daten funktionieren – vorausgesetzt, die klassische Version von Outlook ist noch installiert.

