Outlook-Lücke CVE-2026-42897: Russische Hacker stehlen E-Mail-Zugänge

Microsoft integriert Copilot tiefer in Classic Outlook, während eine Angriffswelle auf Exchange-Server Sicherheitslücken offenlegt.

Microsoft plant eine deutliche Erhöhung der Sichtbarkeit seines KI-Assistenten Copilot innerhalb der klassischen Version von Outlook. Durch ein neues Button-Design oberhalb des sogenannten Ribbons (Menüband) soll der Zugang zu den Funktionen für Nutzer vereinfacht werden. Der Rollout für Inhaber einer Lizenz von Microsoft 365 Copilot ist für Ende August 2026 vorgesehen.

Erweiterte Funktionen für die klassische Outlook-Version

Die neue Schaltfläche ist darauf ausgelegt, kontextbezogene Empfehlungen durch künstliche Intelligenz bereitzustellen. Dazu gehören unter anderem das Zusammenfassen von Nachrichtenverläufen sowie das Erstellen von E-Mail-Entwürfen. Während das bereits bestehende Seitenfenster für Copilot erhalten bleibt, wird die KI-Integration zusätzlich direkt in den E-Mail-Editor eingebunden.

Branchenbeobachter wiesen darauf hin, dass Microsoft die Benutzeroberfläche von Classic Outlook damit an den Standard anderer Office-Anwendungen wie Word, Excel und PowerPoint anpasst. Für berechtigte Lizenzinhaber wird die Funktion standardmäßig aktiviert, um die Nutzung der KI-gestützten Produktivitätswerkzeuge im Arbeitsalltag zu fördern.

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Sicherheitsrisiken durch Kampagne gegen Exchange-Server

Zeitgleich mit den Funktionserweiterungen rücken Sicherheitsaspekte in den Fokus der IT-Verantwortlichen. Forscher des Sicherheitsunternehmens Proofpoint identifizierten eine aktuelle Angriffskampagne der Akteursgruppe TA488, die auch unter den Namen Laundry Bear oder Void Blizzard bekannt ist. Die Aktivitäten begannen am 22. Juli 2026 und richten sich gezielt gegen eine Schwachstelle in Outlook Web Access (OWA) von lokalen Exchange-Servern.

Die Ausnutzung der Sicherheitslücke mit der Kennung CVE-2026-42897 ermöglicht die Einschleusung eines JavaScript-Implantats namens OWAReaper. Betroffen sind laut den Analysen vor allem Regierungsbehörden, Telekommunikationsanbieter, Finanzinstitute sowie Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt in den USA und Europa. Die Infrastruktur für diese Kampagne wurde offenbar bereits im März 2026 vorbereitet, was auf eine mögliche frühe Ausnutzung hindeutet.

Funktionsweise und Persistenz der Schadsoftware OWAReaper

OWAReaper agiert im Browserkontext von OWA und zeichnet sich dadurch aus, dass es keine Spuren auf dem Host-System hinterlässt. Das Implantat sammelt Kontoinformationen, stiehlt Anmeldedaten sowie OAuth-Tokens und verschafft den Angreifern umfassende Zugriffsrechte auf sämtliche E-Mail-Ordner der betroffenen Benutzer.

Besonderes besorgniserregend ist die Persistenz des Schadcodes. Durch die Speicherung in Web-Technologien wie localStorage und IndexedDB sowie die Manipulation serverseitiger Ordnerberechtigungen übersteht die Schadsoftware Browser-Neustarts, Passwortänderungen und sogar das Neu-Imaging von Systemen. Die Steuerung erfolgt über unauffällige Kanäle wie GitHub-Commit-Nachrichten oder eingehende E-Mails, während der Datenabfluss über verschlüsselte HTTPS-Verbindungen oder DNS-Tunneling realisiert wird.

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Empfehlungen und Schutzmaßnahmen für Unternehmen

Obwohl die Kampagne kurz nach einer Warnung vor anderen Schwachstellen an Intensität gewann, betonen Experten, dass Microsoft bereits im Juni 2026 einen Patch für CVE-2026-42897 veröffentlicht hat. Administratoren von On-Premises-Umgebungen wird dringend geraten, die Aktualität ihrer Systeme zu prüfen.

Nutzer von Exchange Online sind nach aktuellem Kenntnisstand nicht von dieser spezifischen Schwachstelle betroffen. Da die Angreifer versuchen, Exploit-Code nach der Infektion vom Server zu löschen, um Entdeckung zu vermeiden, ist eine proaktive Überwachung von Kontoberechtigungen und ungewöhnlichen Zugriffsmustern auf Mailordner für die Sicherheit der Unternehmenskommunikation essenziell.