Microsoft treibt die Zusammenführung seiner Produktivitäts-Tools voran: Der Konzern macht Planner zur zentralen Aufgabenverwaltung im neuen Outlook – und bereitet damit den Boden für eine einheitliche KI-Plattform.
Die Ankündigung betrifft Millionen von Nutzern in Deutschland und Europa, die täglich mit Outlook und Microsoft 365 arbeiten. Der Software-Riese verschlankt sein Portfolio radikal: Statt mehrerer paralleler Aufgaben-Apps soll künftig Planner die zentrale Rolle übernehmen. Die Integration in das neue Outlook für Windows soll bis Ende August 2026 abgeschlossen sein. Damit wird Planner zur wichtigsten Oberfläche für Aufgabenverwaltung – Microsoft To Do rückt in den Hintergrund.
Der lange Abschied von To Do
To Do verschwindet zwar nicht vollständig, erhält aber kaum noch neue Funktionen. Die Entwicklungsressourcen fließen in Planner, das zunehmend auch ohne den KI-Assistenten Copilot ausgestattet wird. Nutzer des klassischen Outlooks bekommen weiterhin Sicherheitsupdates und einen begrenzten KI-Umfang – die eigentliche Innovation findet jedoch künftig in der Kombination aus neuem Outlook und Planner statt.
„Copilot Palooza“: Das Ende des Tool-Wirrwarrs
Hinter der Konsolidierung steckt eine strategische Neuausrichtung. Microsoft-Chef für Copilot und Plattformen, Charles Lamanna, will das zersplitterte KI-Angebot des Konzerns bündeln. Intern ist von einer „Copilot Palooza“ die Rede – einer unübersichtlichen Vielfalt an KI-Werkzeugen, die Nutzer überfordert. Die Lösung: eine „Copilot Super App“, die als zentrale Anlaufstelle für alle KI-Funktionen dienen soll.
Die Bereinigung betrifft auch Nischen-Anwendungen. Das Feedback-Tool Perspectives, seit 2018 im Einsatz, wird eingestellt. Neue Anfragen sind nicht mehr möglich, Nutzer haben bis zum 15. September Zeit, ihre Daten zu exportieren.
Wer sich mit der Konsolidierung von Microsoft-Tools befasst, sollte auch die Effizienz seiner täglichen E-Mail-Kommunikation prüfen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt 7 Zeitspar-Tricks für eine bessere Kalendernutzung und reibungslose Synchronisation, die bereits von über 40.000 Nutzern angewendet werden. 7 Zeitspar-Tricks für Outlook jetzt kostenlos entdecken
Branchenweiter Trend zur KI-Zentrierung
Microsoft steht mit diesem Kurs nicht allein. Der Konzern folgt einem Muster, das sich durch die gesamte Tech-Branche zieht: Google stellt seinen Assistenten auf Android und Wear OS zum 4. September 2026 ein und migriert Nutzer zu Gemini. Auch hier gilt: Die Zukunft gehört den großen Sprachmodellen, nicht den klassischen Assistenten.
Im Commerce-Sektor reagieren Wettbewerber mit eigenen Lösungen. Die Agentur WPP Media und das Unternehmen Kily bringen mit dem „Integrated Commerce Planner“ eine KI-gestützte Planungsplattform auf den Markt, die Planung, Aktivierung und Messung in einem Ökosystem vereint.
Mittelstand rüstet auf Cloud um
Die Umstellung der Produktivitäts-Tools geht mit großen Unternehmensmigrationen einher. Die BAUR-Gruppe hat in einem 14-monatigen Projekt ihre Plattform Quelle.de auf Microsoft Dynamics 365 Business Central umgestellt. Die Komplexität war enorm: 30 Subsysteme wurden über mehr als 110 Schnittstellen angebunden. Der Abnahmetest umfasste 2.249 Testfälle – mit einer Erfolgsquote von 98 Prozent.
Für kleinere Organisationen drängen neue Lösungen wie „diva now“ auf den Markt, die Dynamics-365-Infrastruktur innerhalb weniger Wochen bereitstellen wollen. Mittelständische Unternehmen stehen damit vor einer grundsätzlichen Frage: Setzt man auf die native Integration des Microsoft-Ökosystems oder auf den Drittanbieter-Marktplatz von Wettbewerbern wie Salesforce, der aktuell mehr als 5.800 Anwendungen umfasst?
Professionelles Arbeiten im Microsoft-Ökosystem erfordert fundiertes Wissen über die richtigen Einstellungen und Datensicherheit. Ein kostenloser Experten-Spezialkurs liefert regelmäßig praktische Tipps und Lösungen für häufige Probleme, um die Software wie ein Profi zu beherrschen. Kostenlosen Outlook-Spezialkurs hier sichern
Milliardenpotenzial durch KI-Produktivität
Die wirtschaftlichen Dimensionen sind beträchtlich. Berechnungen der Unternehmensberatung EY-Parthenon zufolge könnten KI-getriebene Produktivitätsgewinne das australische Bruttoinlandsprodukt bis 2036 um umgerechnet rund 58 bis 71 Milliarden Euro steigern. Erwartet werden Produktivitätszuwächse von 2,0 bis 2,4 Prozent, die Investitionen von umgerechnet 19 bis 23 Milliarden Euro auslösen könnten – ein Indiz dafür, welches Potenzial auch deutsche Unternehmen in der Konsolidierung ihrer KI-Werkzeuge sehen dürften.

