Thunderbolt 5 löst externe Daten-Engpässe auf und katapultiert Speichergeschwindigkeiten auf ein neues Niveau. Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas präsentierten die Hersteller OWC und Satechi die ersten praxistauglichen Lösungen mit der neuen Schnittstelle. Sie richten sich gezielt an Video-Editoren, 3D-Künstler und Fotografen, die mit riesigen Dateien arbeiten.
OWC setzt auf mobile Robustheit und riesige Kapazitäten
Der Speicherspezialist OWC überraschte mit zwei sehr unterschiedlichen Lösungen für das neue Übertragungsprotokoll. Für unterwegs entwickelt wurde der Envoy Thunderbolt 5 SSD. Der busbetriebene Portable Speicher ist nach IP67 staub- und wasserdicht und hält bis zu 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe aus. Mit einer NVMe M.2 SSD erreicht er Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 6600 MB/s beim Schreiben. Er wird in Kapazitäten bis zu 8 TB angeboten und ist abwärtskompatibel zu älteren Thunderbolt-Versionen.
Für Studios und Agenturen mit gewaltigem Speicherbedarf hat OWC das ThunderBlade X12 Expansion im Angebot. Das Gerät bietet in einer RAID-5-Konfiguration bis zu 192 TB Speicherplatz. Durch Daisy-Chaining mehrerer Einheiten sind sogar bis zu 960 TB möglich. Im Inneren arbeiten zwölf 16-TB-M.2-SSDs. Diese Lösung zielt auf Produktionsfirmen ab, die große Medienbibliotheken und kollaborative Projekte beschleunigen müssen.
Satechi CubeDock: Der Alleskönner für den Schreibtisch
Satechi geht mit einem kompakten All-in-One-Dock an den Start. Das CubeDock aus Aluminium integriert ein NVMe-SSD-Gehäuse, das bis zu 8 TB Speicher aufnehmen kann – mit etwa 6000 MB/s. Das Dock verfügt über ein 180-Watt-Netzteil, das bis zu 140 Watt für das Host-Gerät liefert, genug für die größten Apple-Laptops.
Die Anschlussvielfalt ist enorm: Drei Thunderbolt-5-Ausgänge, ein 2,5-Gb-Ethernet-Port, USB-C- und USB-A-Anschlüsse sowie UHS-II-SD/microSD-Kartenleser. Die Bandbreite unterstützt anspruchsvolle Multi-Monitor-Setups, darunter bis zu drei 8K-Bildschirme unter Windows. Ein aktives Kühlsystem soll die Temperatur auch unter Last im Griff behalten. Der Verkaufsstart ist für das erste Quartal 2026 geplant.
Warum Thunderbolt 5 den Arbeitsalltag revolutioniert
Die neuen Produkte nutzen erstmals die volle Kraft von Thunderbolt 5. Der Standard bietet 80 Gbit/s bidirektionale Bandbreite, doppelt so viel wie Thunderbolt 4. Das „Bandwidth Boost“-Feature kann für videolastige Aufgaben sogar bis zu 120 Gbit/s bereitstellen. Für Profis bedeutet das: Der Transfer von hunderten Gigabyte 8K-Material, der früher Minuten dauerte, ist in Sekunden erledigt.
Die Geschwindigkeit macht Echtzeit-Bearbeitung direkt von der externen SSD erstmals wirklich praktikabel – selbst mit unkomprimiertem High-Res-Material. Der Speicher-Engpass ist damit Geschichte. 3D-Artists und Animatoren profitieren von kürzeren Renderzeiten und flüssigerem Arbeiten an komplexen Modellen. Die Möglichkeit, mehrere Hochgeschwindigkeits-SSDs und Monitore an einen einzigen Port anzuschließen, vereinfacht zudem den Arbeitsplatz.
Marktreife für die nächste Generation
Die Lösungen von OWC und Satechi kommen zum richtigen Zeitpunkt. Zwar gibt es bereits Computer mit Thunderbolt 5, wie die neuesten Mac-Modelle mit M4 Pro und M4 Max, doch es mangelte an kompatiblen Hochleistungs-Peripheriegeräten. Diese Lücke schließen die CES-Neuheiten.
Der Leistungssprung ist gewaltig: Mit über 6.000 MB/s sind die externen Laufwerke mehr als doppelt so schnell wie ihre Thunderbolt-4-Vorgänger. Dieses Niveau war bisher nur mit internen PCIe-Gen4-SSDs erreichbar. Die Fokussierung auf robustes Mobildesign und integrierte Desktop-Lösungen zeigt, dass die Hersteller die vielfältigen Anforderungen moderner Kreativer genau verstanden haben.





