Oxipit, Fujifilm und Agfa setzen vor ECR 2026 auf KI und Cloud

Führende Anbieter wie Oxipit, Fujifilm und Agfa HealthCare präsentieren vor dem Europäischen Radiologiekongress praktikable KI-Lösungen und cloud-native Plattformen, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und klinische Abläufe zu optimieren.

Die Radiologie-Branche steuert mit einer Welle neuer KI- und Cloud-Lösungen auf den Europäischen Radiologiekongress (ECR) in Wien zu. Weniger als drei Wochen vor dem Großevent zeigen die jüngsten Ankündigungen von Oxipit, Fujifilm und Agfa HealthCare einen klaren Trend: Die Integration praktikabler, skalierbarer KI und cloud-nativer Plattformen soll den Arbeitsalltag in der Diagnostik revolutionieren und dem zunehmenden Personalmangel begegnen.

KI verlässt die Nische der Röntgen-Thorax-Bilder

Ein strategischer Schwenk kommt von Oxipit, einem Pionier für autonome KI in der medizinischen Bildgebung. Das Unternehmen erweitert sein Portfolio mit zwei neuen CE-zertifizierten Lösungen: CT Eye und MSK Eye. Damit verlässt die KI die lange dominierende Nische der Brustkorb-Röntgenbilder und dringt in komplexere Modalitäten vor.

CT Eye unterstützt Radiologen bei der Befundung von CT-Untersuchungen des Brustkorbs bei Erwachsenen. Die Software erkennt automatisch kritische radiologische Zeichen für Lungenembolien, Lungenknoten und Lungenkonsolidierungen. Studien mit positiven Befunden werden priorisiert, was die Bearbeitungszeiten bei dringenden Fällen verkürzen soll. MSK Eye überträgt dieses Prinzip auf die muskuloskelettale Bildgebung und hilft bei der Detektion von Frakturen, Luxationen und degenerativen Veränderungen. Beide Tools sind für die nahtlose Integration in bestehende PACS-Umgebungen konzipiert – ein wichtiger Schritt, um die Fragmentierung von Arbeitsabläufen zu überwinden.

Fujifilm baut mit AWS eine „Cloud-Diagnostik-Zentrale“

Unter dem Titel „House of FUJIFILM“ geht der japanische Konzern bei der ECR 2026 einen großen Schritt in Richtung vollständig cloud-basierter Diagnostik. Eine neue Kollaboration mit Amazon Web Services (AWS) soll die gesamte Präsenz auf der Messe antreiben.

Die Partnerschaft nutzt die AWS-Cloud-Infrastruktur, um Fujifilms Lösungen für Radiologie, Kardiologie und Pathologie zu demonstrieren. Im Fokus stehen die Möglichkeiten für Fern-Diagnostik und länderübergreifende Zusammenarbeit – Schlüsselfaktoren im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Fujifilm Healthcare UK, das bereits cloud-basierte Pathologie-Dienste für das Royal United Hospital Bath bereitstellt, will so die Skalierbarkeit seines Enterprise-Imaging-Portfolios „Synapse“ unter Beweis stellen. Der Trend ist klar: Hardware-Hersteller positionieren sich zunehmend als Software-as-a-Service-Anbieter.

Agfa und Philips optimieren die klinischen Workflows

Neben KI und Cloud bleibt die Optimierung der Arbeitsabläufe ein zentrales Thema. Agfa HealthCare hat seine „Clinician-First“-Strategie für die ECR aktualisiert und verweist auf neue strategische Erfolge auf dem US-Markt. Ein Vertrag mit einer großen Radiologie-Gruppe über 11 Standorte hinweg unterstreicht die globale Nachfrage nach seinen Enterprise-Imaging-Lösungen.

Im Kern stehen dabei der „Streaming Client“ und die Workflow-Orchestrierung „RUBEE“, die KI nutzt, um Bilder automatisch zum passendsten Sub-Spezialisten zu leiten. Durch die Konsolidierung verschiedener Systeme in einer einzigen Cloud-Plattform will Agfa technische Hürden abbauen, die zur Ermüdung von Radiologen beitragen.

Ebenfalls in der Workflow-Optimierung aktiv ist Philips. Der Konzern setzt verstärkt auf seine heliumfreie „BlueSeal“-MRT-Technologie und KI-gestützte Ultraschallsysteme. Die Strategie: KI direkt in den Bildgebungsprozess zu integrieren, um Untersuchungen zu beschleunigen und Wiederholungsscans zu reduzieren – ein entscheidender Faktor für Kliniken mit langen Wartelisten.

Rekord-Kongress mit Fokus auf Alzheimer

Diese Ankündigungen kommen zu einer Zeit, in der die Europäische Gesellschaft für Radiologie (ESR) einen Rekordkongress vorbereitet. Für die ECR 2026 gingen über 11.376 Abstract-Einreichungen ein – ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Motto „Rays of Knowledge“ verbindet Bildung mit technologischem Fortschritt. Das wissenschaftliche Programm beinhaltet erstmals einen eigenen „Alzheimer’s Day“ am 5. März, was die wachsende Bedeutung der Bildgebung bei neurodegenerativen Erkrankungen unterstreicht. Diese Initiative, unterstützt von Partnern wie Siemens Healthineers und Eli Lilly, passt zum Branchentrend hin zu Früherkennung und Präzisionsmedizin.

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Die Botschaft der letzten 72 Stunden an die radiologische Gemeinschaft ist eindeutig: Die Zukunft der Bildgebung ist automatisiert, cloud-vernetzt und zunehmend autonom. In Wien werden diese Technologien im Mittelpunkt stehen – nicht mehr als Prototypen, sondern als unverzichtbare klinische Werkzeuge.