Palit dementiert Schließung von Galax

Palit Group verneint Produktionsende der Tochtermarke Galax. Stattdessen erfolgt eine Zentralisierung der Verwaltung unter dem Konzerndach.

Der taiwanische Grafikkarten-Hersteller Palit Group hat Spekulationen über eine Einstellung der Produktion seiner Tochtermarke Galax zurückgewiesen. Stattdessen steht eine strategische Neuausrichtung an.

Seit über 30 Jahren ist Galax (ehemals Galaxy Microsystems) ein fester Bestandteil der PC-Hardware-Szene. Als am 28. April 2026 Gerüchte aufkamen, der Hersteller stelle den globalen Betrieb ein, sorgte das für Aufsehen. Angeblich seien regionale Teams entlassen und digitale Zugänge für lokale Niederlassungen gesperrt worden. Palit, seit 2007 Mutterkonzern von Galax, stellte nun klar: Die Marke wird nicht geschlossen, sondern intern neu aufgestellt.

Anzeige

Da Unternehmen im Zuge des KI-Booms und neuer technologischer Regulierungen vor immer komplexeren Herausforderungen stehen, wird der proaktive Schutz der IT-Infrastruktur unerlässlich. In diesem kostenlosen Report erfahren Sie, welche neuen rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken Unternehmer jetzt kennen müssen. Kostenlosen Report zu neuen Cyberrisiken anfordern

Zentralisierung statt Schließung

Der Kern der Umstrukturierung: Palit bündelt die Verwaltung seiner Marken Galax, KFA2 und der Enthusiasten-Reihe Hall of Fame (HOF) direkt unter dem Dach der Konzernzentrale. Ziel ist es, die Effizienz zu steigern und die globale Lieferkette besser zu koordinieren. In Regionen wie Brasilien wurden die lokalen Niederlassungen bereits am 23. April informiert, dass sie bis zum 27. April alle offenen Fälle abschließen müssen. Seitdem laufen Support-Anfragen über die zentralen Kontakte von Palit.

Das Unternehmen betont, dass alle Verpflichtungen – von Garantieleistungen über Reparaturen bis hin zu Produktneuvorstellungen – weiterhin vollumfänglich erfüllt werden. Palit ist autorisierter Partner von NVIDIA und übernimmt nun die direkte Verantwortung für das gesamte Galax-Portfolio.

Lieferkrise im „AI-Zeitalter“

Ein entscheidender Grund für die Neuordnung ist die angespannte Lage auf dem globalen Hardwaremarkt. Die explosionsartige Nachfrage nach KI-Rechenzentren hat zu einer regelrechten Komponentenkrise geführt. Bereits Ende 2025 stiegen die Preise für GDDR7-Speicher und hochwertige VRM-Komponenten drastisch an, da Hersteller ihre Kapazitäten auf Großaufträge für Server konzentrierten.

Durch die Zentralisierung will Palit seine größere Einkaufsmacht nutzen, um Rohstoffe zu günstigeren Konditionen zu sichern. Branchenbeobachter sprechen bereits von einem „RAMpocalypse“ – einer beispiellosen Verteuerung von Speichermodulen für die neueste GPU-Generation. Für eine Marke wie Galax, die auf extrem leistungsfähige Enthusiasten-Karten setzt, sind solche Kostentreiber existenzbedrohend.

HOF und RTX-50-Serie bleiben auf Kurs

Trotz der Management-Änderungen bleibt die Produkt-Roadmap unverändert. Das gilt insbesondere für die GeForce-RTX-50-Serie von NVIDIA, die auf der Blackwell-Architektur basiert und im Januar 2025 startete. Die prestigeträchtige Hall-of-Fame-Serie bleibt ein zentraler Bestandteil der Strategie.

Erst Mitte April 2025 brachte Galax die GeForce RTX 5090D HOF Extreme Overclock (XOC) Limited Edition in China auf den Markt – eine Karte mit zwei 12V-2×6-Stromanschlüssen und vorsortierten Chips für Rekordleistungen. Der Preis lag bei umgerechnet rund 4.100 US-Dollar. Die aktuelle 2026er-Reihe umfasst Modelle von der RTX 5090 bis hin zur RTX 5060 Ti. Besonders die HOF-Serie mit ihren weißen Design-Elementen und speziellen Platinen-Layouts hat sich in den letzten 30 Jahren eine treue Fangemeinde aufgebaut.

Marktkonzentration und Export-Restriktionen

Die Umstrukturierung fällt in eine Zeit extremer Marktkonzentration. Berichten zufolge hielt NVIDIA im September 2025 rund 94 Prozent des Marktes für diskrete Grafikkarten. Für Partner wie Palit und Galax bedeutet das: Sie müssen sich über bessere Kühlung, Design und extreme Werksübertaktung von der Konkurrenz abheben.

Hinzu kommen verschärfte Exportregeln. Die USA erließen 2025 eine Reihe von „AI Diffusion Rules“, die Quoten und Lizenzanforderungen für Hochleistungs-GPUs festlegten. Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass fortschrittliche Chips in bestimmte Regionen gelangen – ein zusätzlicher logistischer Aufwand für globale Marken wie Galax.

Anzeige

Angesichts verschärfter Exportregeln und der rasanten technologischen Entwicklung rücken auch Sicherheitslücken verstärkt in den Fokus krimineller Akteure. Dieser Praxis-Leitfaden zeigt Unternehmern, wie sie ihre Firma ohne große Investitionen effektiv vor modernen Angriffsszenarien absichern. Gratis E-Book: IT-Sicherheit im Unternehmen stärken

Ausblick: Innovation unter zentraler Führung

Die Branche beobachtet nun gespannt, ob die Zentralisierung die Innovationskultur der Hall-of-Fame-Reihe beeinträchtigt. Palit zeigt sich zuversichtlich: Die Neuordnung soll in den kommenden Monaten abgeschlossen sein, mit einheitlichen Support-Portalen als zentralem Anlaufpunkt für Nutzer weltweit.

Erste Erfolge gibt es bereits: Im Frühjahr 2026 stellte die neueste Blackwell-basierte HOF-Hardware neue 3DMark-Weltrekorde auf. Die Marke scheint also weiterhin auf Kurs zu sein – vorausgesetzt, die zentralisierte Lieferkette kommt mit den anhaltenden Rohstoffengpässen des KI-Booms zurecht.