Pass-the-Passkey: Forscher zeigen neue Angriffe auf Windows 11

Google erweitert Passwort-Manager um Passkey-Transfer auf Basis des FIDO-Protokolls. Sicherheitsforscher zeigen jedoch neue Angriffsvektoren auf Windows-Systemen.

Der Technologiekonzern Google arbeitet an einer neuen Funktionalität für seinen Passwort-Manager, die den Import und Export von Passkeys ermöglichen soll.

Diese Entwicklung basiert auf dem FIDO Credential Exchange Protocol (CXP) und zielt darauf ab, die Interoperabilität zwischen verschiedenen Sicherheitslösungen zu erhöhen. Damit wird es für Nutzer künftig einfacher, zwischen verschiedenen Anbietern wie Bitwarden oder 1Password zu wechseln, ohne bestehende Logins manuell neu erstellen zu müssen.

Bisher stellte der Wechsel des Ökosystems eine signifikante Hürde dar, da Passkeys oft an die Plattform des jeweiligen Anbieters gebunden waren. Tests durch Branchenexperten von Android Authority bestätigten bereits die Funktionsweise dieses neuen Features. Damit reagiert Google auf die wachsende Bedeutung von Passkeys als sicherere Alternative zu herkömmlichen Passwörtern.

Sicherheitsrisiken und neue Angriffsszenarien

Trotz der technologischen Fortschritte rücken Passkeys zunehmend in den Fokus von Cybersicherheitsforschern. Auf der Fachkonferenz Black Hat USA wurden im August 2026 neue Angriffsmethoden unter dem Namen „Pass-the-Passkey“ vorgestellt.

Spezialisten von SpecterOps demonstrierten dabei Schwachstellen in Windows 11 und Microsoft Entra ID. Es wurde aufgezeigt, dass Windows 11 WebAuthn-Assertions protokolliert, während es Entra ID an Mechanismen wie Challenge-Uniqueness, Session-Binding und Counter-Tracking fehle.

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Microsoft hat auf einen Teil dieser Probleme bereits reagiert und die als CVE-2026-34348 identifizierte Sicherheitslücke im Logging-Bereich am 14. Juli 2026 durch einen Patch geschlossen.

Experten weisen jedoch darauf hin, dass bestimmte Lücken innerhalb von Entra ID weiterhin bestehen. Ab dem 1. September 2026 plant Microsoft zudem die automatische Aktivierung von Passkeys in Entra ID, um die allgemeine Sicherheit in Unternehmensnetzwerken zu erhöhen.

Auch der Google Password Manager selbst ist Ziel spezifischer Angriffe. Analysten von Palo Alto beobachteten Varianten namens „Pass-ta-key“, bei denen Angreifer versuchen, ein 32-Byte-Security-Domain-Secret zu extrahieren. Parallel dazu wurde bekannt, dass Schlüssel von Windows Hello for Business unter bestimmten Umständen in einer aktiven Sitzung ohne die erneute Eingabe einer PIN nutzbar sein können.

Globale Akzeptanz und wirtschaftliche Relevanz

Die Notwendigkeit für sicherere Authentifizierungsverfahren wird durch aktuelle Marktstudien unterstrichen. Laut Daten von Yubico waren bereits 70 Prozent der befragten Nutzer persönlich Cyberangriffen ausgesetzt. Dennoch verlassen sich weiterhin 62 Prozent der Organisationen auf herkömmliche Passwörter. Dies ist besonders kritisch, da schätzungsweise 16 Milliarden Passwörter bereits durch verschiedene Datenlecks exponiert wurden.

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Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) hat die Ära der Passwörter für beendet erklärt und rät dringend zur Nutzung von Passkeys, die als mindestens so sicher wie Passwörter in Kombination mit einer Zwei-Faktor-Verifizierung gelten.

In Großbritannien ist die Akzeptanz besonders hoch: Google-Daten zeigen, dass dort bereits über 50 Prozent der aktiven Nutzer einen Passkey registriert haben. Auch große Plattformen wie eBay und PayPal unterstützen das Verfahren bereits.

Die britische Regierung hat angekündigt, Passkeys ebenfalls zu übernehmen. Dies geschieht vor dem Hintergrund massiver wirtschaftlicher Schäden. Laut dem Global Cybersecurity Outlook 2026 des Weltwirtschaftsforums (WEF) hat computergestützter Betrug Ransomware als größte Sorge für CEOs abgelöst. Britischen Unternehmen entstehen durch Cyberbetrug jährlich Verluste in Höhe von 64 Milliarden Pfund.