Apple hat nach monatelanger Kritik eine Sicherheitslücke in seinem E-Mail-Dienst geschlossen. Gleichzeitig bringen Block und Genspark neue KI-gestützte Arbeitsplattformen auf den Markt.
Apples „Hide My Email“-Lücke endlich geschlossen
Am Dienstag bestätigte Apple die Behebung einer Sicherheitslücke im Dienst „Hide My Email“, die über ein Jahr lang bestand. Der Fehler erlaubte es, echte E-Mail-Adressen durch zurückgewiesene Spam-Nachrichten offenzulegen – ein schwerer Schlag für die Privatsphäre-Funktion des iCloud+-Abos.
Entdeckt wurde das Problem bereits im Juni 2025 von Tyler Murphy, Mitgründer von EasyOptOuts. Apple gab zwar an, den Fehler am 3. Juli 2026 behoben zu haben, doch Forscher von AppleInsider konnten die Lücke noch bis zum 17. Juli reproduzieren. Erst diese Woche schloss ein serverseitiges Update die Sicherheitslücke endgültig.
Die Verzögerung hat rechtliche Konsequenzen: Am 15. Juli reichte ein Nutzer in Kalifornien eine Sammelklage ein. Sicherheitsexperten raten allen Nutzern, ältere E-Mail-Aliase, die vor dem 7. Juli 2026 erstellt wurden, zu löschen und neue anzulegen. Das historische Risiko eines Datenlecks bleibt bestehen.
Buzz: Dezentrale Konkurrenz für Slack und GitHub
Jack Dorseys Unternehmen Block hat am Dienstag Buzz vorgestellt – einen neuen Arbeitsbereich, der auf dem Nostr-Protokoll basiert. Die Open-Source-Plattform konkurriert mit etablierten Diensten wie Slack und GitHub, kommt aber komplett ohne Kryptowährungen aus.
Buzz integriert KI-Agenten mit kryptografischen Identitäten und ermöglicht automatisierte Arbeitsabläufe in einem dezentralen Rahmen. Nutzer können eigene Instanzen betreiben oder den gehosteten Dienst unter buzz.xyz nutzen. Dorsey unterstützt das Nostr-Protokoll bereits seit 2022 finanziell.
Die Integration von KI-Agenten in den Arbeitsalltag bietet Chancen, erfordert aber auch die Einhaltung strenger rechtlicher Rahmenbedingungen gemäß dem EU AI Act. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden hilft Unternehmen, Risikoklassen richtig einzuschätzen und alle neuen Dokumentationspflichten fristgerecht zu erfüllen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Parallel dazu hat Genspark seine AI Workspace 6.0 veröffentlicht. Die neue Suite setzt auf agentische Kommunikation mit Funktionen wie GenMail und GenTeam, die dauerhafte Speicherung und KI-gestützte Design-Tools integrieren. Das Unternehmen, das mit 2,6 Milliarden Dollar bewertet wird und über 250 Millionen Dollar jährliche Wiederholungseinnahmen verfügt, bedient rund 7.000 Geschäftskunden.
Passkeys für 38 Millionen Nutzer in Deutschland
Die E-Mail-Dienste GMX und WEB.DE haben am Mittwoch die Passkey-Anmeldung eingeführt. Rund 38 Millionen Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz können sich künftig per Biometrie oder PIN anmelden.
Der Wechsel zu passwortlosen Verfahren soll Phishing-Angriffe und Passwortdiebstahl erschweren. Weltweit waren im Mai 2026 bereits rund 5 Milliarden aktive Passkeys im Einsatz. Bei GMX und WEB.DE bleiben klassische Passwörter vorerst noch als Alternative erhalten – ein Zeichen dafür, dass der vollständige Umstieg Zeit braucht.
Angesichts von Millionen gehackten Online-Konten pro Quartal wird der Umstieg auf passwortlose Verfahren wie Passkeys auch für private Nutzer in Deutschland immer dringlicher. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie die Technologie bei Diensten wie Amazon oder WhatsApp sofort einrichten und Ihre Sicherheit massiv erhöhen. Nie wieder Passwörter merken: Diese neue Methode macht das Einloggen kinderleicht
Thunderbird-Update und EU-Regulierung
Mozilla hat am Dienstag Version 153 seines E-Mail-Clients Thunderbird veröffentlicht. Die Aktualisierung bringt eine native Integration für Thundermail und verbesserte Entschlüsselungsmöglichkeiten für Nachrichten aus Apple Mail. Zudem wurden Stabilitätsprobleme bei Ordner-Migration und Kontosynchronisation behoben.
Auf EU-Ebene einigten sich die Mitgliedstaaten am Mittwoch darauf, Ausnahmen für freiwillige „Chat-Kontrolle“-Maßnahmen bis April 2028 zu verlängern. Dienstanbieter dürfen weiterhin auf freiwilliger Basis nach bestimmten illegalen Inhalten suchen, während die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt bleibt. Eine formelle Entscheidung steht noch aus.
Der Passwort-Manager Passbolt bestätigte am Mittwoch den Abschluss eines unabhängigen GDPR-Audits. Das Unternehmen hat einen Datenschutzbeauftragten ernannt und neue Protokolle für die Datenaufbewahrung eingeführt, um den europäischen Datenschutzstandards zu entsprechen.

